
Die Anleitung zur Vorgehensweise wird auch gleich frei-Haus geliefert:
"Bitte gehen Sie zum Weinhändler Ihres Vertrauens, legen ihm einen 10-Euro-Schein auf den Tisch und bitten um das nach seiner Meinung Beste, was er zu bieten hat, egal ob rot, weiß, rosé, prickelnd oder still". Das finde ich nett. Ebenso "Wir freuen uns auf Blog-Einträge, die nicht nur Flaschen enthalten, sondern auch Menschen". Recht so!
Nun bin ich keine Person, die einen sehr intensiven Kontakt zu Weinhändlern pflegt. Zum einen kaufe vieles direkt bei den Produzenten, was den Vorteil von Informationen aus erster Hand bietet und meistens einfach ein authentischeres Einkaufserlebnis bzgl. Wein bietet. Zum anderen weiß ich meistens ziemlich genau, welche Weine ich (warum) erstehen möchte. Der Kauf reduziert sich damit eigentlich auf die Recherche von Händlern, die diesen Wein führen, unter Berücksichtigung der Entscheidungsfaktoren Lieferservice und Preis.
Wie immer gibt es natürlich Ausnahmen von der Regel. Ausnahmen im Sinne, daß der Händler eigentlich seine wahre Profession voll ausspielen kann, nämlich sein Sortiment und die dazugehörige Beratung.
Der Preis taugt dabei nur sehr eingeschränkt als Differenzierungsmerkmal, zumindestens in jenem Segment von Weinen, die meine Aufmersamkeit haben. Und ein Quentchen Psychologie kann auch nicht schaden, soll doch die Beraterin zu allererst einmal den Kenntnisstand und die geschmacklichen Vorlieben der Kundinnen ausloten, bevor Empfehlungen ausgesprochen werden können. Die Weinvorlieben des Händlers dienen nur dann als Empfehlungsgrundlage, wenn sein Sortiment einem klar nachvollziehbarem Programm folgen und für den Kunden transparent ist - und dies ist wohl bei den wenigsten Geschäften der Fall. Meistens dominiert das eiserne wirtschaftliche Gesetz: verkauft wird "was gut geht" und "Rang und Namen" besitzt. Alle andere sind Spezialisten für eine Handvoll Weinverrückter wie unsereiner und besetzen einen Nischenplatz.
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Im Urlaub bieten Gebietsvinotheken einen feinen, zentralen Startpunkt zur Erforschung der regionalen Weintypizität. Wir wurden bisher immer freundlich und gut beraten und einige der uns empfohlenen Weine sind uns nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Wir sehen uns also in 5 Jahren wieder, denn eine Flasche habe ich ja noch im Keller liegen, Zwischenwertung, *(*)-**/***
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Martin Kössler von der Weinhalle in Nürnberg vorzustellen hieße wohl Eulen nach Athen zu tragen. Kein anderer Weinhändler wagt (derzeit) ein derartig scharfes Profil zu zeigen bzw. hat ein dermassen konsequent ausgerichtetes Programm und Sortiment. Er schreibt mit spitzer Feder pointierte und manchmal unliebsame Artikel. Das polarisiert - klar.

Der Weinhalle habe ich genußvolle Stunden zu verdanken, er ist der Weinhändler meines Vetrauens und entspricht voll und ganz meiner Erwartungshaltung an diesen Berufsstand. Und alles "frei haus"!
Dafür möchte ich dem gesamten Weinhalle-Team hier einmal den gebührenden Dank aussprechen! Nur weiter so.
Als Vertreter der Weinhalle - und des schönes Wetters - habe ich folgenden Wein gewählt:

Das nenn' ich eine Empfehlung!
Bildquellennachweis: Hofer Market (1x), Kellerei Terlan (1x), K&U Weinhalle (2x)
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