Montag, 31. Dezember 2007

Capaia im Doppelpack

Baron Alexander von Essens Capaia wurden bereits mit viel Lob bedacht - auf alle Fälle ist er ein gut gemachter Wein moderner Art. Einer der wirklichen Weinvisionäre - Tibor Gal, leider viel zu früh verstorben - war maßgeblich an seiner Komposition beteiligt.
Bemerkenswert ist, daß der Capaia jener Wein ist, der die schwersten Verpackung mitbringt. Die Waage zeigt exakt 1030 Gramm für seine Flasche - im Vergleich dazu bringt eine 0,75l Schlegelflasche gerade mal 560 Gramm, eine Bordeauxflasche knapp über 600 Gramm auf die Waage. Also der Kilopreis des Weins geht schon mal in Ordnung!
Aber nun auf ans Riechen und Schmecken! Und erkunden, ob der Inhalt der Verpackung gerecht wird!
Bildnachweis: (c)2007 vinissimus - mit seinem neuen Spielzeug, einer Nikon D80
  • Capaia 2003, ziegelrot, kommt mir beim Riechen eher wie ein Pinotage vor, unglaubliche Kräuterwürze, Maggikraut, für seine 14,5% Vol. ziemlich seidige Textur, wiederum diese kräuterwürzigkeit im Abgang, mit der Zeit kommt Cassis als Aroma dazu , der Wein füllt den Gaumen gut aus, feines Tannin hintennach, ziemlich langer Abgang, ich mag diesen Wein, **/***
  • Capaia 2004, zeigt sich in der Farbe noch vitaler und mit dichterm Kern, mehr vom Cabernet riechbar, aber wiederum diese kräuterwürzigkeit, diesmal weiter "hinten", saftig, das Holz komplett integriert, im ersten Moment weniger wuchtig und intensiv als der Vorgängerjahrgang, dafür "weiniger" und geschliffener, auch der Alkohol ist vordergründiger, am Gaumen etwas kürzer, ebenso der Abgang *(*)/***
Beide Flaschen haben jeweils über mehrere Tage ihre Verfassung gut gehalten, der 2004er glänzte darüber hinaus am dritten Tage mit subtilen nussigen Aromen am Gaumen. Jedenfalls hat sich der 2004er zur Frühlingsverkostung stilistisch ganz anders präsentiert - zu diesem Zeitpunkt hat er mir auch wesentlich mehr Trinkfreude bereitet! Nichts-desto-trotz, zwei angenehme Weine.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Friulanische Gaumenfreuden

Eine schon einen Monat zurückliegende Verkostung der VHS-Runde hatte Friaul zum Thema, einen - wie immer subjektiven - Auszug der besten Weine gibt's nachfolgend. Auffallend war für mich der Wandel in der Stilistik der Weine seit meinem letzten Besuch im Jahre 2002 - weg von einem - zugegebenermaßen immer perfekten und harmonisch wirkenden - Holzeinsatz hin zu mehr konturierten, die Frische betonendenden Weinen. Die Weißen waren niemals üppig und auch die Säure liegt für die internationale Stilistik eher hoch - für einen von österreichischen (und deutschen!) Weißweinen verwöhnten Gaumen also erfreulich und gerade richtig :-)
  • Casella, Ribolla Gialla 2006, Collio Orientali, kräftige Farbe, markanter Geruch, Feuerstein, wirkt eher wie ein Sauvignon Blanc, hat Struktur und eine schöne Säure, wirkt rund und besitzt Spannung, */***, € 13
  • Rocca Bernada, Sauvignon 2006, Collio Orientali, vorlaute, grasige Nase, Brennessel (einige Mitverkoster waren mehr auf der Ribisel- & Stachelbeerschiene), am Gaumen sehr fokussiert, mit kräftiger Säure, harmonisch, *(*)/***, € 14
  • Borgo San Daniele, Arbis Blanc 2005, Venezia Julia IGT, eine Cuveé aus Tocai (die jetzt Sauvignonasse heißt), Sauvignon Blanc, Chardonnay und Weißburgunder, glockenklare helle Nase, die Rebsorten perfekt vermählt, bildet ein harmonisches Ganzes, leider etwas kurz im Abgang, **/***, € 18
  • Edi Keber, Tocai 2006, Collio, dauerhafter Bezieher der Tre Bicchieri des Gambero Rosso, kräftige Nase, ziemlich expressiv und würzig, dicht, etwas breit am Gaumen, rund und harmonisch im Abgang, *(*)/***, € 11
  • Castelvecchio, Terrano 2005, Venezia Julia IGT, eine Spielart der Refosco-Traube von einem Bio-Weingut, präsentiert sich in Purpur mit dunklem Kern, würzige Nase, am Gaumen dominiert dann etwas überraschend eine kräftige Säure, trotzdem sehr ausgewogen, ein Wein, der die Säure zu seiner Seele macht, ist anders - und das gefällt mir - als die anderen Weine, polarisiert, **/***, € 8
  • Sgubin, Cabernet Franc 2005, Venezia Julia IGT, warme Nase, vermittelt ein "endlich-zuhause-Gefühl", so sortentypisch mit den vegitabilen grünen Noten, ganz weich am Gaumen, schöner Wein, **/***, € 15
  • Dorigo, Tazzelenghe 2000, Collio Orientali, wirkt gereift in Farbe und Geruch, aber noch mit Fruchtsüsse behaftet, mittelgewichtig, wirkt lebendig durch seine feine, seidige Säure, Süsseschmelz wiederum im Abgang, ist jetzt am Höhepunkt, ein sehr ziviler "Zungenschneider" (so die wörtliche Übersetzung der Rebsorte Tazzelenghe), *(*)/***, 32
  • La Viarte ("der Frühling"), Merlot 2003, Collio Orientali, wiederum ein gereifter Vertreter, Würzekomponenten und Süsse, 12 Montae Barrique, mächtiger Körper, rund, wirkt durch seine kräftige Säure äußerst vital, zeigt eine mineralische Komponente, pipifeiner Zungengenuß einer sehenswerten Show-Winery, **/***
  • Jermann, Pignacolusse 2002, Venezia Julia IGT, aus der Rebsorte Pignolo, granatrot, Rösttöne, viel Maggikraut, kräftiges Tannin, auch der Alkohol ist deutlich schmeckbar, in Summe aber eine runde Sache, gut mundfüllend, langer Abgang, **/***, € 30

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Weihnachtsganserlweine

Die Weinwahl meines Schwiegervaters bietet immer ein willkommenes Kontrastprogramm zu meiner eigenen, zumal er als ausgewiesener Österreichfetischist mich heuer mit zwei Italienern überraschte.
Etwas ratlos bzgl. Region und Sorte ließ mich der erste Wein zurück, schöne gereifte Farbe, korrespondierende komplexe Nase, am Gaumen ganz leichtes Tannin, gut strukturiert und dabei sehr balanciert, im Verlauf immer mehr von der Säure getragen, ich hätte da eher auf eine österreichische Cuvee 01 aus dem Mittelburgenland getippt, tatsächlich war's aber ein 2000er Merlot von Russiz Superiore aus dem friulanischen Collio, guter Begleiter zur diesmal ein wenig trockenen Gans, der aber hinsichtlich der Rebsorte nichts mehr von einer Sortentypizität erkennen ließ. Eine Liga drüber spielte ein 1995 Amarone von Brigaldara, bereits orange Töne zeigend, leicht malzige Noten, am Gaumen dann eine überwältigende opulente Süße und wiederum leicht malzige Anklänge, die sich aber im Laufe der Zeit geben, legt minütlich im Glas zu, fester und wiederum überzeugendes Exemplar, nichts von seinen 15% Vol. merkbar, toller Wein und ein wunderschöner Ganslwein.
Freue mich schon auf Martini 2008 :-)

Dienstag, 18. Dezember 2007

Weinrallye #6 - Schaumwein zum Jahresende?

Zum Jahresabschluß gönnt man sich ja gerne etwas Exklusives - soll heißen: Champagner! Nun bin ich ja der Meinung, daß Champagner alleine noch kein Garant für wirklichen Genuß bedeutet. Das liegt zum einen in den Erwartungen bezgl. des Preises, andereseits in den doch recht unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Champagnerhäuser begründet (nachzulesen bei meinen Erfahrungen zu Silvester 2005 und 2006).

Winzersekte haben in den letzten Jahren ja einen unheimlichen Boom erlebt, zurecht, den österreichische Qualitäten wie jene von Bründelmayer, Schloß Gobelsburg oder die reinsortigen Varianten von Karl Steininger überzeugen auch verwöhnte Gaumen.
Daß Winzerinnen (Illa Szemes) und Winzer (FX. Pichler & Manfred Tement) auch großen Sekthäusern wieder neue Impluse geben können, das beweist der
Schlumberger DOM 2000, eine Cuvee aus Chardonnay und Pinot Noir, strohgelb, frische Nase, brotige Aromen, welche ich so intensiv noch nie wahrgenommen habe, den Mund ganz ausfüllend, harmonisch durch und durch, im Abgang wieder die Brotnoten, auch etwas nussig, lang, à point und eine hervorragende Flasche, jedem (Non-Vintage)Champagner ebenbürtig und findet sich bereits wieder auf meiner Einkaufliste wieder, **(*)/***

Bei so einer guten Flasche braucht man nicht bis zu Sylvester warten, die macht jederzeit auch zwischendurch schon Spaß - Danke Lars Breidenbach, dem Ausrichter dieser Weinrallye! Nevertheless gibt's heuer zu Sylvester - alleine schon wegen der Tradition zur Weiterbildung wegen ;-) - wieder Sekt aus Frankreich - Pol Roger Rosé - oder alternativ einen Cremant aus der Magnum - mal sehen!

Bildnachweis: shop.schlumberger.at

Samstag, 1. Dezember 2007

Die Novemberweine

  • Claus Preisinger, Paradigma 2000, Neusiedlersee, dieser Wein aus vorwiegend Zweigelt hat mich schon im Winter 02/ 03 durch seine "Trinkfertigkeit" angesprochen, es schien, als hätte er von allem nur das Beste mitgekommen und der junge Claus Preisinger avancierte mit seinem Erstlingswerk über Nacht zum Shooting-Star der Weinszene. Ich habe damals nicht gedacht, daß sich der Wein in seiner bestechenden Frühform lange auf diesem hohem Niveau halten wird - der Hänger vor 2 Jahren schien meine Vermutung auch zu bestätigen.
    Doch diese Flasche wiederlegt mein Vorturteil - und wie! Noch jugenliche Farbe, herrliche Kräuterwürze, fruchtsüße Nase, das Holz perfekt integriert, tiefgründig und vielschichtig, Schokolade, so sexy und verführerisch, am Gaumen saftig, feinkörniges, rundes Tannin, wirkt voll, aber niemals dick, zarter Rumtopf, angenehme Säurestruktur im harmonischen Abgang, schwebend leicht und doch so druckvoll, hält sich perfekt über 4 Tage, leider meine letzte Flasche, das alles (hauptsächlich) aus meiner Lieblingsrebsorte - dem Zweigelt, Respekt Claus, die Höchstnote! ***/***
  • Peter Skoff, Sauvignon Blanc Klassik 2005, Südtsteiermark, verführerische Hollernase, dichter und fester Körper, diese enorm feste Struktur ist etwas überraschend für einen Wein der Klassik-Linie, macht aber unheimlich Spaß, druckvoll, mittellanger Abgang, sauber und fein, ein toller Jahrgang, der Lust auf mehr macht, *(*)-**/***
  • Dirk van der Niepoort, Fabelhaft 2003, Douro, rubinrot, balancierte Nase, leichte Kirschfrucht, ein bißchen Rumtopf, Lösungsmittel, zeigt sich von einer sehr saftigen Seite, geschmeidig & balanciert, bietet viel Trinkvergnügen, **/***
  • Nigl, Grüner Veltliner Privat 2002, Kremstal, leuchtendes Strohgelb, schon die Nase die totale Mineralik, kaum auf der Zunge setzt sich dieser Eindruck in einer für mich noch nie so offensichtlichen Form fort, das ist Mineralik pur, etwas gelbe Früchte, komplex, leichte Exotik, dann tabakkig, gleitet so herrlich anschmiegend über die Zunge, cremig und stoffig, subtil ausklingend, von vorne bis hinten balanciert, eine Offenbarung, ein Meisterstück, jubelnd zücke ich die Höchstnote, ***/***
  • Weingut Strauss, Gamlitzer Welschriesling Classic 2006, Südsteiermark, eine zurückhaltenden Nase, die schon Frische am Gaumen verspricht, Grasaromen, blitzsauber, für einen Wein der Klassik-Linie recht voluminös, frisch und doch saftig, ein Klassiker, *(*)/***
  • Weingut Hufnagel, Blaufränkisch 2005 SALON, Mittelburgenland, purpurfarben, merklicher Holzeinsatz, der sich nach einiger Zeit aber in wunderbar kräuterwürzige Aromen verwandelt, präsentiert sich herrlich seidig am Gaumen, kaum merklich das Tannin, wird leichtfüssig und balanciert von seiner Säurestruktur getragen, kühl im Trunk, macht einfach Spaß, **/***
  • Weingut Rudolf Fritz, Grüner Veltliner Riedenselektion 2006, Kremstal, Mitgliedsbetrieb der Veltlinermacher, sehr helle Farbe, frisch fruchtige, zurückhaltende Nase, in Summe harmonisch, handwerklich sauber gemacht, Sommer-Terrassenwein ohne Anspruch, */***
  • Weingut Alphart, Chardonnay Reserve 2003, Thermenregion, welch famose Nase, Pilze, Tabak, das neue Holz subtil integriert, Tiefe, am Gaumen extrem kompakt und gebündelt, das trifft den Gaumen ganz unvorvereitet, expressiv, so unglaublich cremig und dicht, fest strukturiert und doch so zärtlich mollig, langer Abgang, toller Wein mit Potential, ***/***
  • Weingut Kummer-Schuster, Zweigelt Alte Reben 2005, Neusiedlersee, herrlich Purpurbrillianz, dominierende Würze im Glas, die leichte Herbe gibt dem ganzen eine seriöse Note, etwas Kirsch, Vanille, saftiger Körper, hintendrein merkbar geschliffenes Tannin, gut fruchtiger Ausklang, ein überaus gelunger Sortenvertreter, übrigens 2.Platz beim falstaff Zweigelt-Cup, verliert am zweiten Tag deutlich, im Abgang steht der Wein vom Rest daneben, in Summe sehr herb wirkend, am 4. Tag wieder erwacht, zeigt viel Fruchtschmelz, sehr offen, gutes Tanningerüst, die Herbeit dminiert den Abgang, **/***
  • Laurenz V (Moser), Charming Grüner Veltliner 2004, Kamptal, der erste in Kooperation mit Fred Loimer entstandener Wein, der auszog, um der Welt den Grünen Veltliner näher zu bringen, bereits gereifte Noten, am Gaumen aber noch voll da, fokussiert und lebendig und mit angenehmen Trinkfluß, vermutlich seinen Zenit bereits überschritten, *(*)/***

Dienstag, 27. November 2007

Linzer Weinherbst

Der Linzer Weinfrühling und sein jahreszeitliches Pendant - der Weinherbst - sind zwei Fixpunkte im Jahresablauf der oberösterreichischen Weinfreunde.
Gut ein Drittel der anwesenden Weinbaubetriebe bzw. Vertriebsmarken habe ich besucht, meistens um die 5 Weine probiert - bei dieser Menge ist (m)ein Spittoo obligatorisch. Der Großteil der Weine war (trotz einiger renommierten Betriebe) belangloser Durchschnitt, nur wenige Weine konnten mich überzeugen, ua.
  • der St. Laurent 2006 von Julius Steiner aus dem großen Holzfaß, Erdbeer- & Himbeeraromatik, würzig, gute Säure,
  • die meisten 2005er Rotweine der Leithabergwinzer waren entäuschend, fehlendes Profil, wirkten zu breit und zu wenig fokussiert, Ausnahmen bildeten die Weine von John Nittnaus (wie immer), Birgit Braunstein und Leo Sommer, trotzdem, um €20 gibt's massig Alternativen (nicht nur in Österreich),
  • Stefan Langs Weine haben an Profil gewonnen, mehr Richtung Finesse und weniger Extraktion, gefallen haben mir der Pinot Noir Reserve 2005, sortentypisch und doch kräftig, auch der feingliedrig 2005 Blaufränkisch Reserve DAC und die gute strukturierte, mit einer herrlichen Fruchtsüße ausgestattete Cuvee Excelsior 2005,
  • Körper-Faulhamers Zweigelt 2006 aus der Ried Ratschen, sehr fruchtig und doch mit einer gesunden Portion Tannin, feuerigem Abgang,
  • die beste Kollektion zeigte Vinum Ferreum, ein Traum der 2005er Blaufränkisch Classic, weiche Nase, harter Kern, straff und fest, harmonisch, völlig konträr die 2004er Reserve vom Blaufränkisch, samtig, feinkörniges, weiches Tannin, trinkfertig,
  • Rubin Carnuntum 2006 von Birgit Wiederstein, strukturiert und fest und doch grazil leicht wirkend, ebenso gut der 2006er Pinot Noir Die Diva, sehr burgundisch und fein,
  • der Klöcher Traminer 2006 von Lamprecht, herrliche Aromatik, sotentypisch, zeigt schon eine schöne Balance,
  • das einzig wirkliche Highlight war der Riesling Loibenberg Solist 1992 vom Weingut Kirchmayr, expressive Nase, Mineralik, noch immer quicklebendig, sensationeller Wein mit meditativem Charakter und weiterem Potential für die Zukunft, mit € 19 fair bepreist, auch ein 1983er Traminer war von hervorragender Qualität,
  • am wein.pur-Stand gab's außerdem gereifte Weine aus den Privatbeständen der Autoren - ein super Idee und ein toller Abschluß!
Aufallend war diesmal, daß das Publikum vermehrt gekommen war, um ein gutes Glas Wein zu trinken, die wenigsten suchten aber mit den Winzern und ihren Weinen das Gespräch - manchmal glich's an den Tischen schon einer Massenabfertigung! CU@Weinfrühling!

Donnerstag, 22. November 2007

Alternatives Weingebinde

Kommt jetzt nach der Revolution bei den Weinverschlüssen der nächste Schritt? Über das Bild bin ich durch eine Ankündigung der nächsten Weinrallyes bei winzerblog gestossen.
Bag-in-Box und Kanister sind ja schon Realität - aber Blechkübel? Man beachte die originelle Weinbezeichnung - White Wash!

Bildnachweis: winespectator.com

Dienstag, 20. November 2007

Das eckige Aromenrad - die Quadratur des Kreises!

Hier klicken, freuen ;-), downloaden, ausdrucken, falten und ab in die Hosentasche! Quadratisch, praktisch und nützlich!

Montag, 19. November 2007

Gans 2007

Wie jedes Jahr gibt es gemäß unserer Familientradition 2 x (Bio-Freiland-Weide) Gans, einmal zu Martini und dann am 2. Weihnachtsfeiertag zu Stefani. Den ersten Termin richten inzwischen meine liebe Renate und ich aus, sodaß es mir leider nur 1 x jährlich möglich ist, die optimalen "Ganserl-Weine" ausfindig zu machen , da mein Schwiegervater seine eigene Weinplanung hegt. Die Vorjahrespaarung gibt's hier nachzulesen.

Heuer gab's einen Dreikampf Blauburgunder gegen nördliche (Syrah) und südliche Rhone (Cuvee aus Grenache, Mourvedre, Syrah und Cinsault), wobei - soviel sei verraten - keiner der drei Weine wirklich zu überzeugen wußte.
  • Paul Jaboulet Aine, Hermitage Le Pied de la Cote 1997, Rhone, ein Wein, den ich auf der Homepage nicht mehr gefunden habe??, von unterhalb der berühmten Chapelle, Granatrot, oranger Wasserrand, würzige Noten, vielschichtige Nase, Leder, Orangenzesten, kräftige Gerbstoffe im Dialog mit viel Säure, fehlender Mittelbau, nach 2 Stunden entwickelt sich daraus ein hamonischer Dialog, das Tannin jetzt fein eingebunden, der Körper engmaschig, schöner Ganserlbegleiter, 2 Jahre früher wäre der Wein wahrscheinlich noch perfekt auf der Höhe gewesen, *(*)/***
  • Holger Koch, 2002 Spätburgunder S***, Baden, zeigt eine warme, holzbetonte Aromatik, recht sortentypisch, am Gaumen harmonisch, aber den Druck vermissend, etwas dünn mit kräftigem Säurespiel, dennoch harmonisch, ich hätte mir bei diesem (erst 5 Jahre alten) Wein einfach etwas mehr erwartet, zuwenig für ein Grosses Gewächs und kaum mehr geboten als der einfachere "Selection *" des Vorjahres, */***
  • Vieux Telegraph, La Crau 2000, Chateauneuf-du-Pape, zeigt die ersten Ansätze einer fortgeschrittenen Reife, eher subtile Nase, mal da, dann wieder komplett weg, leichte Würze, nussig, die 14% Vol. sind riechbar, wirkt altmodisch, fast ein wenig dumpf (ev. ein Korkschleicher?), am Gaumen füllig, kräftiges Tannin, wiederum der Alkohol, im Abgang, ebenso, in Summe trotzdem ausgewogen, aber zuwenig Wein für den Preis, */***
Pinot Noir bleibt jedenfalls als Fixpunkt - im nächstes Jahr testen wir mal die österreichischen Vertreter! Vielleicht endlich einmal zusammen mit einem traditionell ausgebauten Rioja?

Samstag, 17. November 2007

Die neue alte Uniformität

Einmal im Monat besuche ich freitags nach der Arbeit - sozusagen als Wochendauftakt - eine der Filialen einer größen Weinhandelskette, um das eine oder andere Angebot mitzunehmen - es gab's wiedereinmal Fritz Wieningers Gemischten Satz 2006 vom Nussberg in Aktion zu erstehen. Dabei können auch immer ein paar Weine des aktuellen Angebots verkostet werden. Diesmal u.a. einen Lagenblaufränkisch aus dem Mittelburgenland, eine (sogenannte) Neuentdeckung aus dem spanischen Douero-Gebiet, einen österreichisch geprägten Australier und einen Bordeaux-Blend vom östlichen Ufer des Neusiedlersees.
Was diesen Weinen gemeinsam war? Nun zum einen waren alle gefällig weich, richtiggehend kuschelweich, bis auf den Spanier, der hatte massig Gerbstoffe, alles andere als ein Schmusetier, und doch war er so üppig überextrahiert, daß man meint, er schreit gleich: "Ich will auch die 95 Punkte vom Parker!"
Es war die Beliebigkeit der Weine, die Austauschbarkeit von Weinen ohne Profil, von Weinen ohne eine eigene Identität, ohne Charakter, ohne Ecken und Kanten, an denen ich als Konsument meinen Geschmack und meine Vorlieben immer wieder auf's Neue überprüfen kann!
Ja, ich geb's ja zu, auch ich finde an dieser holzbetonten, weichen Stilistik zumindestens beim ersten Schluck manchmal Gefallen, doch schon beim zweiten ist's mir bewußt, daß der zweite bereits ein Fehler war. Die ganze Chose gleicht ein wenig dem Junk-Food, manchmal hat es vielleicht seinen Reiz, aber egal wieviel man auch in sich hineinstopft, nacher ist man zwar voll, aber der Körper - und der Geist erst! - bleiben immer unbefriedigt.
Wohlgemerkt, alle vier Weine bewegen sich an der Spitze der weltweiten Qualitätspyramide, im letzten %, sind in ihrer Art auch nicht schlecht gemacht und finden sicherlich genügend Abnehmer. Alleine ich gehöre nicht dazu ;-)

Freitag, 16. November 2007

Weinrallye #5 - Sangiovese

...vorzugsweise nicht aus der Toskana - das ist das Thema! Natürlich habe ich zuallererst einmal recheriert, welche Weine der Rebsorte Sangiovese denn mit vertretbaren Aufwand und zu vertretbaren Kosten! aus alternativen Regionen zu beschaffen wären - erwartungsgemäß waren das nicht allzuviele - weder bei den Regionen, noch bei den Weinen. Meine üblichen Quellen lassen mich bei den Weinrallye-Themen ohnehin schon länger im Stich ;-(. Von den italienischen Sangioveseweinen außerhalb der Toskana hat mich zudem kein einziger Wein wirklich für eine Verkostung "angesprungen". Interessant wären aber die Sangiovese aus dem Napavalley - nun ja, da hoffe ich stark auf die weiteren Teilnehmer dieser Rallye :-)
Wolf Hosbach vom Weblog Hausmannskost (Veranstalter dieser 5. Weinrallye) hat aber zum Glück nicht allzu strenge Regeln vorgegeben, sodaß auch Weine aus der Toskana zulässig waren. Also ab in den Keller und zurück mit einem Wein aus einer etwas - wie mir scheint - vergessenen Region innerhalb der klassischen Sangiovese-Anbauregion Toskana, dem Carmignano. Carmignano hat Tradition - und was für eine! Bis zu Karl dem Großen lässt sich der Weinbau in diesem Gebiet zurückverfolgen und erzielte lange Zeit innerhalb der Toskana mit Abstand die höchsten Preise.

Was habe ich im Keller gefunden? Einen Wein von Mauro Vanucci, einem Modernisten - das heißt 100% neues Holz jedes Jahr, eine Empfehlung von Hr. Hofer aus Sterzing! Der Piaggia 1999 Riserva bekam im Wine Advocate #144 (Dec 2002) 94 RP-Punkte, die Bewertungen im Cellartracker sind ebenfalls nicht viel geringer - also Nase rein ins Glas!

Mauro Vanucci, Piaggia Riserva 1999, Carmignano, Sangiovese = "Blut des Jupiters", das paßt für die Farbe des Weines, schwarzer Kern, hübsche Nase, fesselt mich lange, Liebstöckl, ledrig und rauchig, man erkennt den Cabernet als Juniorpartner der Sangiovese, am Gaumen fest, strukturiert, süß, massig Gerbstoffe, etwas austrocknend im Finale, in Anbetracht des Preises vermisse ich etwas die Komplexität, noch jung und mit Potential für das nächste Jahrzehnt, *(*)/***, erst am zweiten Tag zeigt der Wein seine ganze harmonische Pracht, wirkt jetzt dicht verwoben, viel Würze zeigend, aus einem Guß, fein, kann noch zulegen, **/*** €27

Bin ja schon gespannt auf die Notizen von Sangiovese-Weine außerhalb der Toskana. Letztendlich aber habe ich mich gefragt, ob denn nicht schon genug globalisierte Weine aus globalisierten Rebsorten existieren? Ist es denn nicht für uns Weinliebhaber von unschätzbarem Wert, wenn wir einige Rebsorten mit nur einem einzigen definierten Ursprungsgebiet in Verbindung bringen? Brauchen wir einen Grünen Veltliner aus Neuseeland oder einen Dornfelder aus Washington? Ich meine Nein. Und wird sich ein Sangiovese aus der Emiglia Romana von einem Sangiovese aus der Toskana signifikant unterscheiden? Ich glaube Nein. Von Sangiovese aus Sizilien oder Korsika? Wahrscheinlich nicht zu sehr. Und aus den Vereinigten Staaten? Vielleicht (so zumindestens meine Vermutung)! Vielfalt ja, aber nur unter der Prämisse einer für Konsumenten erkennbaren Differenzierung und nicht als Offenbarung des hundertsten uniformen Einheitsweins! Sangiovese - das sind und bleiben für mich die einzigartigen Weine der Toskana!

Dienstag, 13. November 2007

Plus City Weinfestival

Das alljährlich in der Plus City stattfindende Weinfestival ist nun nicht gerade ein Topereignis in der heimischen Weinlandschaft, bietet aber durch die Location in einer der größten Shopping Malls Österreichs einem breiten Publikum die Möglichkeit, sich in einer entspannten Athmospäre intensiver mit den unterschiedlichen heimischen Weinregionen und -stilen auseinanderzusetzen. Neben Top-Winzern wie Bründlmayer, Jurtschitsch, Opitz, Giefing und Tement lassen sich auch jedes Jahr eine neue Namen mit hervorragenden Qualitäten entdecken. Nachfolgend ein paar Impressionen von einem angenehmen Samstag-Nachmittag:
  • Terra Gomeliz, Sebastian Lerchl, Südsteiermark, ein junges Weingut, sehr gut gefallen haben mir die Cuvée Gomeliz 2006, ein fruchtiger Allrounder, gut balanciert, ein hübscher Wein, ebenso der Sauvignon Blanc 2006, sortentypisch mit viel weißem Holler, Traminer 2006, klassischer Rosenduft, wirkt fest strukturiert und doch grazil, wunderschön harmonisch, ein Tipp!
  • Weingut Grebenz, Südsteiermark, der schönste Wein war der Muskateller 2006, ganz sortentypisch, trocken ausgebaut und doch mit einem cremigen Schmelz im Abgang behaftet, sehr angenehm!
  • Weingut Spätrot, Thermenregion, die Weißen sind Gumpoldskirchner Königsweine, das heißt, Cuvees aus Zierpfandler und Rotgipfler zu annähernd gleichen Teilen. Die Nase bei allen 3 Weinen eher verhalten, die Klassik 2006 und Reserve 2005 (für mich ungewohnt) säurebetont, die Spätlese aus gleichem Jahr dafür im faszinierenden Spannungsfeld von Süße und Säure fein ausklingend.
  • Winzerhof Landauer-Gisperg, der Sieger des falstaff 2006 Zweigelt Grand Prix (den es leider nicht zu verkosten gab), einen herrlich frischen und aromatischen Gemischten Satz 2006, man tippt auf anteiligen Muskateller, jedoch kommt diese saftige Aromatik hier vom Grünen Veltliner und Traminer, herrlich unkomplizierter Trinkgenuß, diesen bietet ebenfalls der fruchtige Pinot Noir 2006 der Serie "Die Burgundermacher", nicht ohne Finesse, der St.Laurent Selektion und die Cuvee Neptun sind falstaff prämierte Weine, kräftig, wirken auf mich aber derzeit ein wenig alkoholisch, sind aber noch sehr jung und werden sich harmonisieren.
  • Schuster-Wimmer, Halbturn, Neusiedlersee, ebenfalls Sieger des falstaff 2006 Zweigelt Grand Prix, und den es auch nicht zu verkosten gab :-(, die anderen Weine machten das aber wett, wine 9 nine 2006, eine Cuvee aus 4 verschiedenen Rebsorten, weich und harmonisch, aber mit Anspruch, sehr gefällig, der Blaufränkisch 2006 präsentierte sich mit tiefer Frucht, sehr rund, mit Balance, hat auch im Mittelbau was zu bieten, feines Tannin, so geschmeidig, wie ich es normalerweise nur vom Zweigelt kenne, SALON-Wein, um wohlfeile € 5,50, fest strukturiert auch der Rot vom Heideboden 2006, rotbeerig, feiner Holzeinsatz, eine rundherum harmonische Sache, sehr gutes Preis- / Genußverhältnis um knapp über € 10
  • Weingut Hufnagel, Neckenmarkt, Mittelburgenland = Blaufränkischland, ein eher harter und dünner Blaufränkisch Ried Sonnensteig 2006, viel besser der Blaufränkisch Nyék-Classic 2006, feine Röstnoten, harmonisch, gute Struktur, gutes PLV, € 5,50, ebenfalls ein Winner der Blaufränkisch 2005, Goldmedaille der burgenländischen Landesprämierung, SALON-Wein 2007, vielschichtig, guter Körper, reifes Tannin, € 9,50, sein großer Bruder der Blaufränkisch Ried Neuberg 2006, SALON-Sieger 2007 zeigt sich eher hart am Gaumen, verschlossen viel Tannin, zum Abschluß der Shiraz 2004, sehr rund und fruchtige Nase, offen, aber fehlende Struktur, im Finish leicht austrocknendes Tannin, € 15, war das einzige Weingut, das sich die Kostproben trotz Bestellung bezahlen ließ, dafür aber für die Lieferung keine Versandkosten berrechnete!
  • Weingut Hundsdorfer, Neckenmarkt, Mittelburgenland = Blaufränkischland, alle verkosteten Weine - Zweigelt & St. Laurent Classic 2006, Pinot Noir 2005 Classic, Cuvee Canis & Cabernet Sauvignon 2004, Blaufränkisch Juwel 2003 - präsentieren sich (derzeit) eher hart, mit viel Tannin und schlankem Körper, fade Nase, schade, von diesem Weingut habe ich schon tolle Weine verkostet, die Ausnahme bildet diesmal der Zweiglt Barrique 2004, hübsche Nase, alle in Balance mit viel Struktur und feinen Gerbstoffen, Fr. Hundstorfer teilte meine Meinung über ihre Weine übrigens nicht und reagierte etwas schroff!
  • Erich Giefing, Rust, Neusiedlersee-Hügelland, Selbstbewußtsein hat er schon, der Hr. Giefing, aus hervorragenden Palette gefällt mir besonders der Zweigelt Reserve 2004, ein runder, stoffiger Wein mit hervorragender Struktur, ebenso der Bordeaux-Blend Cabernet Sauvignon / Merlot 2005, bereits sehr offen, immer einer meiner Favoriten der Cavallo 2003, Pinot Noir vom feinsten, feine Nase, balanciert und superbes Gerbstoffgerüst, auch der Blaufränkisch Reserve 2003, gut antrinkbarer Wein mit gutem Potential, ebenso die Cuvee Cardinal 2003, auch schon zugänglicher, alles stimmig, in Summe hohe Qualität wenngleich auch zu (angemessenen) hohen Preisen (€14 - 29)

Mittwoch, 7. November 2007

2 x Röttgen 2005

Der selbe Winzer, die gleiche Rebsorte (Riesling), die gleiche Lage, der selbe Jahrgang - das ermöglicht doch einen spannender Vergleich, oder?

Bildnachweis: Homepage Heymann-Löwenstein (Der Röttgen im Winter 2005)
  • Heymann-Löwenstein, Röttgen 1.Lage Alte Reben 2005, Mosel, wie immer strahlendes Goldgelb, gebündelte Mineralität, und doch rinnt dieer Wein so samtig weich über den Gaumen, dabei in jeder Phase intensiv, durch den etwas höheren Restzucker fast medidativer Charakter - ein sanfter Riese.
    Zitat aus der H.L- Homepage: "Expressiv, ohne auch nur ansatzweise breit zu sein. Üppig, ohne an-strengend zu wirken. Softness gepaart mit Anspruch. Überbordernde gelbe Frucht unterlegt mit wenig Nougat und Kaffee. Barock, ja manièristisch, sehr weich am Gaumen und trotzdem enorm mineralisch, lang." - dem ist nichts hinzuzufügen, **/***
  • Heymann-Löwenstein, Röttgen 1. Lage 2005, Mosel, kräftiges Goldgelb, wiederum viel riechbare Mineralität!, fokussierter als die alten Reben, auch am Gaumen etwas gebündelter, dafür nicht ganz so in perfekt in Balance, nicht ganz so intensiv und nicht ganz so souverän gelassen im Vergleich zu den alten Reben, dafür mit mehr Spannung, einem herrlichen Säurespiel, und immer wieder diese Expressivität der Mineralik auf der Zungenspitze, jetzt bereits schon so wundervoll zu genießen, **(*)/***
Beide besitzen Charme, doch der "normale" Röttgen hat derzeit für mich einfach mehr Pepp! Ihre Alltagstauglichkeit haben die beiden Weine übrigens die letzten Tage zu mannigfaltigen Speisen bewiesen; von scharfen Piri-Piri-Sardinen über verschiedene Olivenaufstriche, Rindfleisch aus dem Wok bis hin zu Spinat-Tofu-Maultaschen (ja, ja, auch sowas gibt's in Österreich zu erstehen ;-) - wichtig war immer nur eins: die Weine im großen Burgunderglas bei annähernd Zimmertemperatur zu genießen!

Montag, 5. November 2007

Gorgonzola-Penne..

..diesmal in einer milderen Form mit Dolce Latte und Mascarpone. Ich mag' sie eher scharf und nehme daher viel grob gemahlenen schwarzen Pfeffer. Jeder milde, aber kräftige Weißwein mit einer leichten Restsüße ist ein ganz passabler Partner. Diesmal aber probierte ich - einem Tipp zufolge - einen süssen Moscato dazu:

Romano Dogliotti, La Caudrina 2006, Moscato d'Asti, etwas verhaltene Frucht, mehr Richtung Birne, leicht mostig, am Gaumen dann klassisch die Muskattraube erkennbar, gut spritzig und gut gekühlt leicht zu trinken, auch wenn die Nase noch wesentlich intensiver und reintöniger rüber kommen sollte, so wie zB. vor kurzem beim Moscati von Braida, ganz passabel, */***

Geht ganz gut zusammen, meine liebe Renate jedenfalls war begeistert (zumindestens vom Moscato ;-), die ultimative Kombination war es aber IMHO immer noch nicht! Gibt's denn die zu diesem Gericht überhaupt?

Bildnachweis: www.caudrina.it

Sonntag, 4. November 2007

Weinwelt Bordeaux #5 - Finale

Lagrave-Martillac ist der Zweitwein der Grand Cru Classé Domäne Château Latour-Martillac, wird aus den jungen Reben des Château Latour-Martillac gewonnen und ist mit € 16 wohl schon eher im arrivierten Umfeld als im preisgünstigen anzusiedeln

Lagrave Martillac 2004, Pessac-Leognan , die klassischen 12,5% Vol., sehr subtile Nase mit Würzekomponenten, rotfruchtig, durchaus mit Tiefgang, mittelkräftiger Körper, ganz seidige Gerbstoffe, wird sehr schön von Säure getragen, immer auf der noblen Seite, macht Lust auf ein zweites Glas, so soll - nein: muß! Bordeaux sein, **/***

Resumee?
Entäuscht hat mich kein einziger Wein. Fairerweise muß man aber auch sehen, daß es im Umfeld von € 15 auch andere "Klassiker" gibt. Trotzdem, der Pey La Tour bietet ein sensationelles Preis-Genuß-Verhältnis, aber auch der Little B., Gironville und der Lagrave Martillac haben tolle Seiten vorzuweisen und beweisen, daß Bordeauxgenuß zu fairen Preisen möglich ist.

Bildnachweis: Weinwelt Interspar

Donnerstag, 1. November 2007

Oktoberweine

  • Meinklang (Michelits), Blauburgunder 2006, Pamhagen, Neusiedlersee, zertifiziert nach Demeter, helles Rubin mit Wasserrand, ganz interessante und vielschichtige, für mich aber schwierig zu beschreibende Nase, etwas Himbeere, welke Teeblätter, zeigt sich sehr vollmundig, rund, läuft fast mollig über den Gaumen, die Wärme des Alkohol deutlich spürbar, ganz harmonisch und mehr als nur in Ordnung, insbesonders, wenn ich in Anbetracht des Preises von € 8 daran denke, daß ich in Burgund diese Qualität nicht einmal um das Doppelte bekomme (gerne lasse ich mich jetzt eines Besseren belehren ;-), geht auf am zweiten Tage, ein richtiges Maulvoll Wein, füllig, dabei wirklich rund und balanciert, das ist die große Stärke der Bioweine, diese Balance und Harmonie, Respekt **/***
  • Hacienda Monasterio Crianza 2001, Ribera del Duero, beginnendes Granat am Rand mit dunklem Kern, viel Kräuterwürze, Liebstöckel, reifes, aber sehr präsentes Tannin, kräftig aber nicht fett, jedoch reicht ein, maximal ein zweites Glas, üppig im Abgang, Mr. P. findet sicherlich Gefallen an diesem Wein, nicht schlecht, aber nicht wirklich meine Präferenz, erst am dritten Tag wirkt der Wein etwas subtiler, nicht mehr so vorlaut, hat sich gefunden und zeigt sich viel harmonischer und trinkt sich mit Genuß */*** mit Potential für **/***.
  • Dveri Pax, Renski Rizling "E" 2004, Slowenien, kräftigeres Goldgelb, bereits eine Petrolnote vorhanden, aber nicht ohne Charme, braucht viel Luft, dahinter Gelbfrucht, Zitrus, straffes Säurespiel, aber viel Volumen, wieder Zitrus im Abgang, */***
  • Franz Hirzberger, Grüner Veltliner Rotes Tor Federspiel 2006, Wachau, helle und klare zitrusfruchtige Nase, am Gaumen korrespondierende Frucht, erstaunlich viel Volumen für die Kategorie Federspiel - jaja, der Jahrgang läß grüßen - angenehmer Speisenbegleiter zum Zander mit Paprikaschaum, wenngleich ich die Zitruslinie beim GV nicht so schätze, da hab' ich's eher gern würzig, *(*)/***
  • Domaine Les Haut Noelles, Muscadet sur lie "Côtes de Grandlieu", Loire so verhalten und doch eine auf seine Art expressive Nase, so erfrischend rund und cremig, hier ist der Ausbau sur lie in Reinform (er)schmeckbar, daß ich sofort nachschenke, herrlich zur scharf würzigen Sardinen, paßt - so glaube ich - überhaupt hervorragend zu Fisch, so schnell war schon lange keine Flasche mehr leer, Köstliches zu Sparpreis, 7€ bei K&U, **/***
  • Aalto Tinto 2000, Ribera del Duero, ein Wein des ehemaligen Weinmacher von Vega Sicila, Mariano Garcia aus über 60-jährigen Tempranillostöcken. Rauchig, balsamische Noten, dann wieder gekochte rote Fruchtanklänge, ein wenig der Alkohol spürbar, wird von viel Fruchtsüsse und kräftigen Gerbstoffen getragen, wirkt mittelang nach. Kein Wunder, daß der Aalto vom Kritiker aus Baltimore mit 93 Punkten bedacht wurde. "Objektiv" ein gut gemachter Wein, für mich jedoch zu süß und zu wenig fokussiert, *(*)/***
    Am zweiten Tag schöne Schokonase, erdige und Würzearomen zeigend, auch Tiefe, viel straffer als am Vortag, noch immer massig Tannin, aber auch einen schönen Säurespitz hintennach als Ausgleich, da find' ich doch glatt noch Gefallen am Aalto ;-)
  • Jurtschitsch, GrüVe 2006, Kamptal, der 20-Jahre-Jubiläums-Grüne Veltliner, erfrischend in der Nase, Eiszuckerlaromatik vorherrschend, leichte Birnenanklänge, am Gaumen spritzig und knochentrocken, eher wie ein Welschriesling aus der Steiermark, hat nichts vom Grünen Veltliner, sauber. Macht mir deutlich klar, daß ich mit dieser Art von Weinen immer weniger anzufangen weiß. Trotzdem ein Dankeschön an Christian Ludwig Attersee für die bisherigen 20 tollen Etiketten für diesen Wein! (*)/***
  • Josef Schmid, Grüner Veltliner Priorissa Alte Reben 2004, Kamptal, Strohgelb, steht vibrirend im Glas, das hochreife Traubenmaterial kann man richtig riechen, zeigt die vielfältigen Facetten eines Veltliners, Exotik, am Gaumen stoffig und cremig weich, mit feinziselierter Säurestruktur mittellang ausklingend, ein wunderschönes Exemplar, **/***
  • Tschida - Angerhof, Cuvee Rot 2005, Neusiedlersee, der Vinaria Rotweinsieger aus Ausgabe 5/2007, ganz hübsche Beerenfruchtnase, am Gaumen saftig, merklich Gerbstoff, im Abgang aber irgendwie nicht ganz schlüssig, kräftige Säure, unharmonisch. Schade, denn in den ersten 10 Minuten präsentierte sich der Wein im Glas richtiggehend sexy, mit Tiefe und Würze und leichten Röstaromen, ein Frühjahrsblender ohne Reifepotential? (*)/***
  • Biegler, Rotgipfler Brindelbach 2006, Thermenregion, sehr subtile Aromen, florale Noten, ein wenig Apfel und kandierte Ananas, glockenklar, geht am Gaumen prächtig auf, sehr stoffiig,dabei vollends balanciert, kraftvoller Abgang im Dialog mit elegantem Säuresiel, wunderschöner, langer Abgang, macht sofort Lust auf den nächsten Schluck, nicht umsonst ein SALON-Wein und ein famoses Exemplar dieser so urtypischen österreichischen Rebsorte um €8, **(*)/***
  • Heinrich, Pannobile 2003, Neusiedlersee, intensive Aromatik, Edelhölzer, zeigt die typischen, Aromen aus einem heißen Jahrgang, wirkt ein wenig marmeladig, Rumtopf, Dörrzwetschken, Alkohol riechhbar, auch viel Holzaromatik, hat aber auch alles seinen Charme, präsentiert sich am Gaumen erstaunlich fokussiert mit einer guter Säurekontur, sehr saftig und rund, im Kontext des Jahrgangs nicht so schlecht, auch wenn ich die eher kühleren bevorzuge, *(*)/***
  • Fred Loimer, Grüner Veltliner Spiegel 2002, Kamptal, im großen Burgunderglas zeigt sich ein kräftiges, goldenes Gelb, gereifte Nase, kräuterwürzige, aber auch helle exotische Noten, anfangs eher wie ein reifer Riesling, strömt ruhig, dann auch noch florale Aromatik, ungemein komplexer Nasenwein, im Mund cremig rund, trocken, leicht alkoholisch im mittellangen Abgang, *(*)/**
Bildnachweis: GrüVe - Weingut Jurtschitsch

Samstag, 27. Oktober 2007

Weinwelt Bordeaux #4

Nachdem die bisherigen Erfahrungen mit "Low-Cost-Bordeaux" ja nicht so schlecht waren, habe ich mich diesmal an den günstigsten der 5 Weine gewagt. Um "viel" Geld einen guten Wein zu liefern, liegt in der Erwartungshaltung der Kunden, um €6 einen respektablen Wein zu machen verlangt jedoch neben Können und Erfahrung auch etwas mehr.
In Erinnerung österreichischer Vertreter in diesem Preissegment waren meine Erwartungen nicht allzu hoch - und das ich mit günstigen Roten meistens so meine Liebe Not habe, ist auch bereits dokumentiert.. .

Diese Cuvee aus 77% Merlot, 14% Cabernet Sauvignon & 8% Cabernet Franc trägt aber seine Auszeichnungen der letzten 10 Jahre - zB. Decanter Awards, Concours Mondial Bruxelles & Generale Paris, etc. - so stolzgeschwellt am (Flaschen)Hals, daß ich Hoffnung schöpfe (oder die Marketingstategen für immer verwünsche).

Dourthe, Chateau Pey La Tour 2006, Bordeaux Superieur, leuchtendes Rubin, fette Schlieren lassen auf Substanz schliessen, liegt eher auf der rotfruchtigen Linie, jeoch mit feinen, würzigen Anklängen, eine Prise weißer Pfeffer, Tabak, am Gaumen unmittelbar ansprechend, rund und balanciert, im Abgang gibt die genau richtige Dosis feinkörnigem Tannin dem Wein Struktur, ein herrlich ansprechender und unkomplizierter Vertreter aus dem Bordelais, **/***.

Daß Dourthe gute Weine im Portfolio hat, welche meinen Geschmack treffen, wurde schon mit 2002er Chateau Le Boscq in St. Estephe und Chateau Belgrave in Haut-Medoc bewiesen, lediglich der Dourthe No.1 hat keine Zustimmung bei mir gefunden.
Unter dem Aspekt des Preis- / Genußverhältnisses bleibt mir nur eines zu sagen - liebe Weinfreunde, greift zu!

Bildnachweis: Weinwelt Interspar

Montag, 22. Oktober 2007

Ein neuer Trend - der Google Trend

Also, angefangen hat es mit der Vorstellung des Google-Features auf dem Blog weinverkostungen.de. Alle anderen reiten dann nur noch die Welle :-) Wobei es schon ganz interessant ist, sich einmal den Trend zum allgemeinen deutschsprachigen Begriff "Wein" anzusehen. Da sieht man nämlich, daß das Interesse nicht nur zu den Weihnachtsfeiertagen signifikant ansteigt - welche Überraschung! - sondern auch, daß die Suchanfragen zu diesem Begriff stagnieren. Interessant auch, daß meine Heimatstadt dabei an dritter Stelle liegt.
Ein Quercheck zum äquivalenten englischen Begriff "wine" kann diesen Trend jedoch nicht untermauern. Was folgern wir daraus? Ist das nur die Analogie zum seit Jahren sinkenden Pro-Kopf-Verbrauch an Wein? Mitnichten, denn die Statistik (pdf) aus dem Jahresbericht 2006 Österreichischer Wein (Kapitel 4) sieht eigentlich eine Stagnation auf bestehendem Verbrauchsniveau bzw. sogar leichte Zuwächse beim Weinverbrauch.

Also was dann? Lausche gespannt euren Interpretationen.. .

Sonntag, 21. Oktober 2007

Piemont x 12

Piemont war für mich bisher immer ein schwieriges Terrain, denn alle Weine, die ich bisher aus diesem Gebiet verkostete, entsprachen nicht meinen Vorstellungen eines Idealweines - zugegebenermaßen waren das alles eher immer sehr modern gemachte Weine. Umso größer war also diesmal meine Spannung und Erwartung an die Weine - und siehe da, ich wurde nicht enttäuscht :-)
  • Tenuta Manenti, Gavi Bric Sassi 2006, fein fruchtig und erfrischend, sauber, am Gaumen korrespondierend, leicht zitroniger Touch, trinkfrertig, gut zu Fisch, */***
  • Bruno Giacosa, Roero Arneis 2006, leichte Herbe, gelbfruchtig, Mineralik, florale Aromatik, leichtes Bitterl im Abgang, sehr schön aber mit €18 auch ziemlich teuer, **/***
  • Albino Rocca, Dolcetto d'Alba Vignalung 2005, purpurviolett, sehr fruchtig, Beerenanklänge, herrlich balanciert, trinkfreudig durch seine schöne Säurestruktur, sehr lebendig, hat Spaßfaktor, (nicht nur) ein Jausenwein, *(*)/***
  • G. Vajra, Freisa Kyè 2003, DOC Langhe, wieder einmal eine neue Rebsorte für mich - Freisa - dunkler Kern, rotbeerige Frucht, tabakig, subtile Röstaromen, harmonisch reifes Tannin, sehr guter Wein, **/***
  • Elio Grasso, Barbera d'Alba Vigna Martina 2004, dicht, Mon Cherie-Nase, alkoholisch, röstig am Gaumen, kräftige Säure, mittelgewichtig und derzeit überhaupt nicht balanciert, (*)/***
  • Rocche dei Manzoni, Nebbiolo Bricco Manzoni 2001, DOC Langhe, Granatrot, subtile Nase, fast burgundisch, teerig & rauchig, Süße, Gewürze, am Gaumen rund, trinkfertig, viel reife Gerbstoffe, aus einem Guß, ist auch seit Jahren einer meiner verlässlichsten Grappalieferanten! *(*)-**/***
  • Travaglini, Gattinara 2001, DOCG Gattinara, pures Granatrot, gereifte Noten, Waldboden, wieder burgundische Dimension, kräftige Säure mit ganz leichten Gerbstoffen, gäbe einen perfekten Wein zur Gans ab, *(*)/***
  • Nera, Sasella Riserva 2000, DOCG Valtellina Superiore, helles Granatrot, Nase nach feuchtem Waldboden, wieder wunderschöne Säurestruktur, perfekt ausgewogen und harmonisch, für eine Riserva könnte es ein wenig mehr sein, *(*)-**/***
  • Alario Claudio, Nebbiolo d'Alba Cascinotto 1998, dunkles Granat, viel Depot, rauchig & teerige Noten, kräftiges Tannin, jetzt trinkfertig, wirkt etwas rustikal, */***
  • Cascina Luisin, Barbaresco Rabaja 2001, DOCG Barbaresco, Ziegelrot, gereifte Nase, der Aromatik nach wirkt er eigentlich wie ein viel älterer Wein, hochfeiner, klassischer Stil, burgundisch, kraftvoll, super Sache für jene, die eine kräftige Säurestruktur als tragendes Element eines Rotweins nicht ablehnend gegenüber stehen, für mich der Wein des Abends! **/***
  • Luigi Pira, Barolo Vigneto Margheria 1998, gereift, intensiv und offen in der Nase, strömt richtig, kräftiger Gaumen, viel Tannin, kräuterwürzig nach Maggikraut, à point, gut, *(*)/***
  • Braida, Moscato d'Asti 2006, muskatig, süß, intensiv, erholt mit nur 5% Vol. zuverläßig den Gaumen nach jeder Säure & Tanninorgie, macht Spaß!

Samstag, 20. Oktober 2007

Weinwelt Bordeaux #3

Wir bleiben mit den Weinen im Médoc, genauer gesagt im Haut-Médoc. Chateau de Gironville 2004 heißt der Wein, ein Cru Bourgeois - um ehrlich zu sein: never heard before!

Die Farbe von Herzkirschen, eine schöne und ruhig stömende Nase, auch mit Tiefe, erinnert mich an meinen ersten Bordeauxwein - das war ein Chateau Maucaillou 1989 aus Moulis - leichte Würze, dazu Frucht, Kirschanklänge, Cassis, das Holz sehr gut integriert und sehr subtil eingesetzt, präsentiert sich gut fokussiert, mittelgewichtig, saftig mit feinkörnigem Tannin, sehr geschliffer, gut gemachter, geradliniger Wein mit Bordeaux-Typizität, hat sich eine Empfehlung verdient, *(*)/*** mit Potential auf **/***, mit €13 noch im reellen Bereich.

Bildnachweis: Weinwelt Interspar

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Offtopic - Die Glühwürmchen!

Ich gestehe, wenn ein Produkt in den einschlägigen Kolumnen überall so hochgelobt wird, dann kann ich einfach nicht anders - ich muss es zwecks Selbstevaluation erstehen.
Um knapp drei Euro sind die schicken 0,33l Flascherl ja nun wirklich kein Schnäppchen. Laut der Firefly-Hompage gibt's ja schon mehrere Varianten der Glühwürmchen. Ich habe deren 4 verkostet, den Pfirsich aber gleich wieder ad acta gelegt - Frucht war noch nie meine Präferenz.

Wie schmeckt's nun? Erster Eindruck: Entäuschend! Warum? Weil ich mir ein fettes Geschmackserlebnis erhofft habe und das ist firefly nun definitiv nicht. Wieso auch? Soll ja klar & rein schmecken. Nach einer Adjustierung meiner Erwartungen (Rekalibrierung nennt man das im Fachjargon) finde nicht nur ich Gefallen an den puristischen, klaren Geschmacksaromen, sondern auch meine zwei Mädels. Meistens ist eine der Ingredenzien geschmacklich dominant, die restlichen Aromen halten sich dezent im Hintegrund. Das eröffnet für uns Weinasen ein neues Riech-Betätigungsfeld - Weinglas zum Verkosten empfohlen! De-Tox & Sharpen-Up zeigen klares Profil und der Chill-Out als Tagesausklang hat eine mollige Süsse ohne dabei pampig zu wirken. Die Gesamtkonzeption finde ich also durchaus gelungen. Ein Lifestyleprodukt? Mitnichten, greift aber zu kurz, denn hinter den Drinks steht eine Reihenfolge, den Körper im Tagesablauf mit darauf abgstimmten Kräuterextrakten zu unterstützen. Ob's hilft? Das muss jeder für sich selbst ausprobieren!

Samstag, 13. Oktober 2007

Weinwelt Bordeaux #2

Little B., eine hübsch gestylte Flasche modernerer Machart aus dem Medoc mit 2/3 Cabernet Sauvignon und 1/3 Merlot. Wer sich hinter dem Produzenten B.Secret - ich nehme an, daß die Abkürzung aufgrund einer Assoziation zur englischen Ausprachen bewußt gewählt wurde - verbirgt, erfährt man beim Ziehen des Korkens: Bruno Secret (welch ein Name ;-) - Winemaker auf Château Bournac - verwendet die jüngeren Reben eben für diesen in amerikanischer Eiche ausgebauten Wein. Im Weinwelt-Journal ist folgendes zum Wein zu lesen: "..der elegante fruchtige Medoc mit den sanften Tannin. So delikat und leichtfüßig, daß dazu Fischiges serviert wird.".

B. Secret, Little B. 2004, Medoc, Rubinrot, etwas altmodische Nase, Rumtopf, Zwetschke, trinkt sich rund und weich, mundfüllend mit feinkörnigen Gerbstoffen, die im Abgang gut haften bleiben, bietet ein unkompliziertes Trinkvergnügen, aber durchaus mit Charme, allerdings ohne regionalen Charakter, in eine Blindverkostung hätte ich eher auf einen moderneren Rioja getippt, der die Tradition noch nicht ganz abgeschüttelt hat, zeigt am zweiten Tag massives Tannin, aber (für mich noch immer) harmonisch, nun doch eher dem Bordelais zuzuordnen, gut gemacht €11 *(*)/***, mit Potential auf **/***.

Sorry liebes Weinwelt-Team, aber eure Gedanken kann ich nicht nachvollziehen! Die Redaktion des Internetshops wohl ebensowenig, denn die empfehlen "Steaks, Lamm, Gegrilltes und reichhaltige Saucen und Ragouts".

Bildnachweis: Weinwelt Interspar

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Weinwelt Bordeaux #1

Den herrlichen Sonntag Nachmittag nutzten wir nocheinmal, um den Griller anzuwerfen. Filetsteak mit Rosmarinkartoffeln und Paprika, mehr braucht's nicht zum Glücklichsein. Neben einem ordentlichen Wein natürlich. Aus den 5 erstandenen Bordeauxs wählte ich Chateau Grimont aus, da dieser lt. Beschreibung auf der Weinwelt als "ideal für gegrillte Rindfleischgerichte" beschrieben wird.
Um die Sache aber ein wenig spannend zu machen, habe ich meiner lieben Renate auch noch ein zweites Flascherl aufgemacht, einen 97er Blaufränkisch von Stefan Lang - ein Wein, der bei der kürzlich von falstaff durchgeführten 10-Jahres-Probe der österreichischen Premiumweine mangels Verfügbarkeit durch Abwesenheit glänzte. Wartete gespannt auf Renates Präferenz!
  • Chateau Grimont, Cuvee Prestige 2004, Premieres Cotes de Bordeaux, rubinrot, ein Wein mit klassischen 12,5% Vol., noch ziemlich röstige Nase, Kaffe- & Likeuraromatik, nicht jedermanns Sache aber ich hab das gerne, am Gaumen ziemlich straff, ohne Gewicht, viele Gerbstoffe, mit zunehmender Zeit zeigt sich der Wein dann am Gaumen voller, das Tannin wird engmaschiger, eher kurzer Abgang, am zweiten Tag merklich Alkohol beim Riechen, eher harter Wein, in Summe nicht unattraktiv, Realo-Bordeaux für Anfänger mit Potential, */***, € 9
  • Rotweingut Lang, Blaufränkisch Exklusiv 1997, Mittelburgenland, erstaunlich, welch jugendliche Farbe mit tiefdunklem Kern dieser Wein noch besitzt, in der Nase leicht diffus, Rumtopf, ein wenig Brombeere, Alkohol auf alle Fälle deutlich präsent, am Gaumen dann aber mit einem verführerischen Süßeschmelz, dicht verwoben, mittelang, hat was und stellt mich trotzdem nicht ganz zufrieden, */***
Renates Vorliebe? Ganz klar der Blaufränkisch! Der süßlich volle Körper harmonierte am Gaumen perfekt mit dem Steak und den Gewürzen meint sie. Mein Voting? Französische Nase mit österreichischem Unterbau ;-)

Bildnachweis: Weinwelt Interspar

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Weinralley #4 - Vulkanweine

Vulkanweine, hu, gar nicht so einfach, aber mit den Tipps von Mario Scheuermann kann man ja zuerst einmal sein Wissen dazu auffrischen. Ausgangspunkt sollte ein Überblick über die österreichische Vulkantopologie sein. Dank Google kommt man neben VHS-Kursen über die österreichischen Vulkane (leider nur in Wien) über Vulkanbastelsets bei eBay ;-) zur Transdanubischen Vulkanregion bei Wikipedia. Von dieser ist's dann auch zum Steirischen Vulkanland nur mehr ein Katzensprung. Die Übersichtskarte der südoststeirischen Vulkane eröffnet die Vielfalt der Vulkane in diesem Gebiet.
Bzgl. Vulkanweine sei auch noch auf die ERUPTION-Serie aus dem steirischen Vulkanland verwiesen, von Ploder-Rosenberg habe ich davon zwei im Frühling am Weinwunder verkostet.

Also, ab in den Keller gestiegen - als Patriot habe ich natürlich nach einem Rot-Weiss-Rotem Vulkanwein Ausschau gehalten - und zurück mit einer Flasche eines reiferen Jahrgangs, der aufgrund seiner Reife die "Vulankomponente" besser zum Ausdruck bringen sollte:

Neumeister, Sauvignon Blanc Klausen 2002, Straden, Südoststeiermark, jugendlich vitales, sehr helles Gelb, anfangs ein bißchen Exotik, dann Quitte, dahinter leichte minerlische Töne, nach ein paar Minuten beginnt sich der reife weiße Holler herauszuschälen, der steht dann aber prachtvoll und fest im Glas, am Gaumen ebenfalls noch sehr jugendlich, am Gaumen fest, gute Fülle, wirkt ruhig und in sich stimmig. Am zweiten Tag ist die Frucht zugunsten der Mineralik komplett verschwunden, der Wein wirkt straff und fokussiert, eher schlank, ziemlich gut und ziemlich imponierend! Am dritten Tag dann wieder mehr exotische Fruchtanklänge, Litschi, ein wenig Ananas, am Gaumen saftig und cremig weich, jedoch noch immer fokussiert. Viel schöner und vielschichter kann sich ein Wein nicht präsentieren, ***/***!

Als Vergleichswein habe ich die vorige Woche noch versucht, einen ausländischen roten Vulkanier zu ergattern und habe dazu 3 Vinotheken im Großraum Linz besucht. Ergebnis? Eher ernüchternd! Im ersten wurde mir zum Thema Vulkanweine Iglers Cuvee Vulcano angeboten ;-( im zweiten nach einer längeren Fachsimpelei ein Napa-Cabernet von Silverado Vineyards und der Tipp, nach Weinen der D.O.C. Etna Rosso Ausschau zu halten, im Dritten wurde meine Anfrage nur mit Erstaunen zur Kenntnis genommen und meine Telefonnummer notiert. Lapidarer Kommentar: man werde sich schlaumachen und sich melden - immerhin eine gewisse Art der Kundenorientierung. Von wegen "Tu felix Austria".
Auch mein bester Freund, sonst immer genau um diese Zeit Urlauber auf Lanzarote - bekanntermaßen ein Eiland vulkanischen Ursprungs - ließ mich ausgerechnet heuer im Stich und urlaubte in Thailand. Kein Verlaß mehr auf seine Freunde!

Sei's wie's sei. Ohnehin hege ich die Vermutung, daß Weißwein die mineralischen Komponenten von Vulkangestein besser zur Geltung bringt als dies bei Roten der Fall wäre (Stichwörter Rebsorte, Ausbau, Tannin, etc.). Lehrreich war's auf alle Fälle, auch wenn zwischen dem Vulkan am Stradner Kogel und dem Weingut Neumeister ein paar Kilometer Luftlinie vorhanden sind. Und mit dem dem Wein von Neumeister hatte ich echt mein Vergnügen - was will man also mehr?

Dienstag, 9. Oktober 2007

Weinwelt Bordeauxoffensive

In der letzten Aussendung der Weinwelt war ein kleiner Einsteigerartikel zum Thema Bordeaux mit einigen neuen Weinen im Programm innerhalb des Preisbereichs von €5 bis €20. Zeit also, sich einmal die 2004er Qualitäten um €10 zu Gemüte zu führen, dachte ich mir! Erstanden habe ich 5 Weine, welche ich in den kommenden Tagen verkosten und hier präsentieren werden.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Billa + Gesundheit

Neulich bei mir ums Eck in der frisch gestalteten Billa-Filiale (REWE) ist mir folgendes (bei meinem ersten Besuch) sofort ins Auge gesprungen:

Mein Hausverstand sagt mir: zwei Gläser eines guten Weins stillen gerade einmal den Apertif-Durst und auch Frauen schmeckt durchaus das zweites Glaserl. Andererseits würde ich bei einigen der im Regal gesichteten Weine ohnehin nicht in die Versuchung kommen, ein zweites Glas zu trinken ;-)

Bildnachweis: Billa - forumbesserleben

Stuart Pigott...

...der Gott der deutschen Weine! Nein, nun mal ernst. Er ist sicherlich ein profunder Kenner (nicht nur) der deutschen Weinszene und seine Bücher finde ich äußerst kurzweilig zu lesen. Mal sehen, was sein neuestes Werk, der Atlas "Wein spricht deutsch" hergibt (Rezension auf six-to-nine, eine zweite von schreiberswein).
Auf seiner Hompage findet sich Amüsantes - so zB. sein Lebenslauf - genauso wie Nützliches - zB. Pigotts 5 Gesetze des Weins oder die 10 größten Irrtümer den Wein betreffend, zu finden unter der Weinschule.
Mein Lieblingsgesetz (etwas verfeinert): beim Wein existiert (ab einem gewissen Preisbereich) keine Korrelation (mehr) zwischen Preis und Qualität!
Daß dies natürlich nicht für die €1,99 Weine aus dem Supermarkt gelten kann, versteht sich wohl von selbst! Nachvollziehbar ist aber, daß es etliche Weine um vergleichsweise günstiges Geld gibt, deren Genuß auch von Weinen um das Dreifache nicht übertroffen wird!

Bildnachweis: Homepage Stuart Pigott

Freitag, 5. Oktober 2007

Preiswerte Bordeaux

Eine Auswahl von einer nicht näher spezifizierten Jury hat 100 preiswerte Bordeaux-Weine ausgewählt - diese findet sich auf bordeaux.com. Eine paar alte Bekannte sind darunter ebenfalls auszumachen. Die Herausforderung wird wohl aber eher darin liegen, den einen oder anderen dieser Weine aufzutreiben!
Übrigens, Chateau d'Aurilhac 2003 gibt's derzeit bei der Weinwelt Interspar um €11, ein Schnäppchen, das ist sogar unter dem damaligen Subskritionspreis. Zugreifen!

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Ein ? bei der Auszeichnung der Österreichweine

In der Zeitschrift News 35/2007 findet sich ab Seite 114 eine Zusammenfassung jener 100 österreichischen (50 Weiß- / 40 Rot- / 10 Süß-) Weine, welche in den Magazinen falstaff bzw. vinaria Spitzenplatzierungen bekommen haben bzw. in den SALON österreichischer Weine aufgenommen wurden.
Interessant an dieser Zusammenfassung ist jedenfalls, daß sich die Jury bei der Beurteilung nicht immer einig ist - wie sonst ist es zu erklären, daß von den 50 Weißweinen nur 10 Weine von beiden Magazinen geadelt wurden, und nur ein(!) Wein aus der SALON-Gruppe auch von einem anderen der beiden Magazinen eine Auszeichnung bekommt; das bei 36 Empfehlungen von vinaria und "nur" 19 von falstaff.
Bei den 40 Roten gibt es 23 Auszeichnung von vinaria, 20 von falstaff, 6 SALON-Weine, aber nur 6 Weine, die beides besitzen. Einen Wein gibt es - Umathums Pinot Noir Unter den Terrassen zu Jois - der von allen 3 Institutionen als Spitzenwein tituliert wird. Bei den Süßen haben Immerhin 6 von 10 Weinen die Gaumen der Verkoster beider Zeitschriften überzeugt.
Die Konklusio daraus zu ziehen, fällt nicht wirklich schwer, oder?

Die Feinschmeckerbande

Bin ja schon länger auf der Suche nach einem guten Cartoon zum Thema Wein bzw. Kulinarik. Bisher aber immer eine eher trostlose Angelegenheit. Heute bin ich fündig geworden, endlich mal was zum Schmunzeln - Die Feinschmeckerbande!

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Wer ist Sommelier?

Eine ganz nette - aber nicht ganz neue - Idee für einen Weinabend mit Freunden. Verfügbar zu unterschiedlichen Themen. 3 Veltliner - finde ich spannend!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Sherry - vergessener Wein?

Wenn die Kraft der Sonne nachläßt, greife ich dafür gerne zu etwas kräftigeren Weinen. Ja, ja, auch Sherry ist Wein und mein Liebelingsmanzanilla ist eine der bekannteren und fast an jeder Ecke erhältlich: La Guita aus Sanlucar, so herrlich betörend die Nase, dank dieser feinen Florhefe, am Gaumen leicht nußig, seidig, so harmonisch und cremig rinnt das Zeugs den Magen hinunter, daß es eine wahre Freude ist, minutenlanger Abgang. Wonneschauer!
Mehr Infos dazu gibt's ua. bei Belvini, in Österreich ist La Guita bei Spar in der 0,375l Flasche erhältlich. Ein herrliches Glas zur nachmittäglichen Europajause mit südtiroler Speck und italienischer Fenchelsalami, Bio-Bergkäse aus dem Bregenzer Wald, griechischem grünem Spitzpaprika und dem herrlich mit Fett vom Managalizaschwein angebruzzeltem roten Paprika vom Stekovics aus dem Burgenland. Das Schlaraffenland kann nicht schöner sein!

Montag, 1. Oktober 2007

Weinmomente im September

  • Chateau Roquefort "Les Genets" 2005, Blanc de Provence, aus der Provence habe ich schon so fabelhafte Weisse getrunken, wild in den Aromen, ungestüm und ehrlich und dabei immer zugänglich. Diese Flasche aus den Rebsorten Clairette und Ribolle zeigt sehr verhalten, ein bißchen Heublumen, aber keine Kräuterwürze, auch keine Ungestümheit und kein saftiger Abgang, dafür eine dem österreichischen Gaumen adequate (?), fast forsch wirkende Säure. Ein Sommerterrassenwein für die Nachmittagshitze, nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut, */***
  • Setzer, Grüner Veltliner "8000" 2004, Weinviertel, jugendliche Farbe,helle Nase, Honigaromen, reif, aber fokussiert, zeigt sich sehr harmonisch, internationale Stilistik (soll heißen: sehr balanciert bzgl. Säure - wahrscheinlich hat da aber der Kunstoffkorken seiniges dazu beigetragen), sehr guter Trinkfluß, macht (trotzdem? bzw. noch immer!) herrlichen Spaß, **/***.
  • Josef Tesch, Blaufränkisch DAC Hochberg 2005, Mittelburgenland, hat mir im Frühling sehr gut gefallen, enthält dieses Jahr auch das Selektionsmaterial des Titan, dunkelwürzig, Himbeere, streng am Gaumen, Säure, derzeit ziemlich ernst, ja verschlossen, läßt sein Potential nur erahnen, braucht viel Luft, zeigt sich am zweiten Tag erstmals zugänglicher, viel Struktur, ein Potentialwein, denn Tesch-Weine sind niemals frühe Blender, derzeit *(*)/***
  • Adam-Lieleg, Welschriesling Classic 2005, Südsteiermark, attraktive, für einen Welsch ziemlich expressive Nase, grüne Äpfel, viel Extrakt, bewundernswerte Säurestruktur, knochentrocken, trinkanimierend und trotzdem nicht so fordernd, wer sagt da noch, daß solche Weine nicht auch im zweiten Jahr nach der Lese noch Spaß machen? **/***
  • Maglock-Nagel, Grüner Veltliner Gaisberg 2006, Kamptal, faszinierende und hochfeine Nase, minütlich sich ändernde Aomatik, cremig und dicht, leichte mineralische Noten, jeden Tag neue Facetten zeigend, dabei auch immer blitzsauber und animierend, für €5 ein wahres Schnäppchen, **(*)/***
  • Holger Koch, Grauburgunder 2006 "Edition Holzfass", Baaden, anfangs sehr reduktiv, Zitrusnoten, blitzsauber, niemals hätte ich diesen Wein der Gruppe "spontan vergoren" zugerechnet, braucht ein wenig Luft, das Gegenteil eines klassischen (= schweren) Grauburgunders, aber auch des Graupert vom Weingut Michelits, *(*)/***
  • Glatzer, Zweigelt Dornenvogel 2006, Carnuntum, kräftige, aber hochfeine Röstung, dunkelfruchtig, Teeanklänge, Kaffeearomen, für Nasentrinker, trinkt sich fast leichtfüssig, dabei mit Hilfe der richtigen Dosis reifer Tannine gute Struktur zeigend, zeigt sich in seiner Reife harmonisch rund und weich, ein Glas ist nicht genug, seit Jahren ein fixer Tipp und ein herrlich gemachter Wein, der seine Qualität aber nur am ersten Tag voll ausspielte, **/***
  • Laurenz V Moser, Friendly Grüner Veltliner 2006, Kamptal, der von Fred Loimer vinifizierte Wein mach seinem Namen alle Ehre, denn dieser Wein ist wirklich freundlich (zu trinken) und eher in internatilionaler Stilistik mit noble Säurestruktur gehalten, hübsche Fruchtnase, welche bei allen sofort Anklang findet, kein (wie soft in 2006) fetter Wein, sondern einer mit Finesse, besitzt Charme, bravo, **/*** (€10)
  • Krutzler, Blaufränkisch Weinberg 2000, Südburgenland, eine herrlich vielschichtige Weintrinkernase mit mineralischen Noten, terroirbetont, ein wenig Zedernholz, balsamische Anklängen, mittelgewichtig, aber fein strukturiert, noch immer sehr schöne Fruchtsüsse, in Summe aber nicht ganz homogen, ist gut gereift, sollte getrunken werden, *(*)/***
  • Weixelbaum, Sauvignon Blanc Wahre Werte 2003, Kamptal, schon die Nase kündigt einen Kraftlackl an, anfangs nicht sehr sortentypisch, Grappa-Nase, ein wenig Holler, gelbe Früchte, zeigt sich fest strukturiert, mit viel Schmelz, Abgang könnte länger sein, für Freunde, die's im Glas gerne krachen lassen, wird in ein paar Jahren aber Top dastehen (so wie schon der 2000er auch), *(*)/***
  • Liegenfeld, Grüner Veltliner Leithaberg 2005, Neusiedlersee-Hügelland, GV aus dem Burgenland, das hat schon was ketzerisches, oder? Nicht aber in Donnerskirchen, denn dort hat die Sorte quasi ihr burgenländisches zuhause. Sehr subtile Aromatik, zarte Würznoten, hinten etwas Zitrus, nervig und straff, rinnt so herrlich fokussiert über die Zunge, wieder Zitrus im Abgang, minerlischer Typus, vom Schiefer geprägt, ja, gefällt mir gut, wie überhaupt das ganze Leithabergprojekt, wünsch mir aber noch das Quentchen mehr "Extra" in diesem Wein, vielleicht kommt's ja noch? Erstmals **/***.

Sonntag, 30. September 2007

Des Teufels Wein: jüngste Ausgabe!


Auf der Geburtstagsfeier eines lieben Freundes gab's den Cabernet Sauvignon Casillero del Diabolo 2006 von Concha y Toro zu trinken: nicht zu üppig und saftig wie andere Chilenen, dabei feine Cassisaromen, ganz die Rebsorte, eher fein strukturiert, schöne Säure mit moderatem Tannin, ein passabler Trinkwein, *(*)/***. Übrigens, die Website von Casilero del Diabolo ist einen Besuch wert, alleine schon, um die Legende vom Teufelskeller zu erfahren!