Glück haben (lautet ein bekannter Auspruch ;-) und einen Bordeaux-Wein zum richtigen Zeitpunkt öffnen. Damit meine ich ein Phänomen, daß ich persönlich in dieser extremen Ausgeprägung eigentlich nur bei Bordeaux (vom linken) Ufer her kenne. Diese Weine können sich phasenweise so verschließen, daß sie einfach nicht nur mehr keinen Spaß machen, ja oftmals so sperrig, dünn und sauer wirken (und sich das auch nacht 4 Tagen in der Karaffe nur unwesentlich bessert), daß man sie nur mehr dem Gulli übergeben kann - metaphorisch gesprochen. Zuletzt passiert mit einem Cambon la Pelouse 2002 und einem Rollan de By 2000. Wenn ich's nicht wüßte, daß sich beide ganz prächtig erholen werden - die Frage ist nur wann? - müßte man glatt verzweifeln. Diese Eigenart kann einem ganz schön die Lust an Bordeaux vermiesen. Mein Rezept dagegen ist ziemlich einfach: lange genug Warten :-)
Wenige andere Weinbaugebiete der Welt vermögen im Allgemeinen so gut und problemlos zu alten wie Bordeauxs.
Glück hatte ich wie gesagt vor kurzem mit einem Calon Segur 1999, welcher sich sehr gut trinken ließ - aber auch das Gefühl hatte, daß er noch lange nicht seine wahre Identität preisgab, also noch Potential besitzt. Der Labegorce 1998 aus Margaux hingegenzeigte sich offen, mit wunderschönen Anklängen von Zeder und rotbeeriger Frucht, am Gaumen herrlich harmonisch und mit Balance, getragen zwischen reifem Tannin und einem straffen Säurekorsett, langer Abgang. Dieser Wein repräsentiert genau das, was ich am Bordelais schätze - kein lauter Wein, sondern voller Noblesse, ruhig und getragen von der Nase bis zum Abgang. Und kein dicker Wein, der einem nach dem ersten Glas "no mercy" sagen läßt.
Mehr von dieser Art, das wünsch ich mir - und euch!
Montag, 5. März 2007
Man muß ja auch einmal...
Freitag, 2. März 2007
Thema: Gläser
15 Jahre Experimente mit unterschiedlichen Gläsern mögen im Verhältnis zu einer Erfahrung, wie sie zB. Claus Riedel hat, nicht lange erscheinen, für mich sind sie aber lange genug, um Rückschlüsse für meine "Gläserpolitik" zuzulassen - davon zeugen unzählige nicht mehr benutzte Exemplare in meinen beiden Gläserschränken!
Die Mutter aller Fragen lautet ja wohl "Wieviele unterschiedliche Glasserien brauche ich wirklich?". Keine einfache Frage und daher keine einfache Antwort. Kommt d'rauf an, würde ich sagen. Erstens auf die persönlichen Vorlieben, auf die Weintrinkgewohnheiten, auf's Budget und auf den Stellenwert für Ästethik. Kompliziert? Ist es auch, denn eigentlich könnte man für jeden Wein das Beste Glas ermitteln - ist halt nur ziemlich unpraktisch! Versuchen wir's daher einfacher und mit einem pragmatischeren Ansatz. Ich habe für mich zwei Alternativen gefunden, eine Minimal- (= Radikal-) und eine Optimalvariante. Vorausschicken kann ich, daß ich für mich aus Trink-, ästethischen und haptischen Überlegungen heraus eine Vorliebe für folgende Glasserien entwickelt habe:
Die Optimalvariante (sieht's naturgemäß etwas differenzierter):
Die Mutter aller Fragen lautet ja wohl "Wieviele unterschiedliche Glasserien brauche ich wirklich?". Keine einfache Frage und daher keine einfache Antwort. Kommt d'rauf an, würde ich sagen. Erstens auf die persönlichen Vorlieben, auf die Weintrinkgewohnheiten, auf's Budget und auf den Stellenwert für Ästethik. Kompliziert? Ist es auch, denn eigentlich könnte man für jeden Wein das Beste Glas ermitteln - ist halt nur ziemlich unpraktisch! Versuchen wir's daher einfacher und mit einem pragmatischeren Ansatz. Ich habe für mich zwei Alternativen gefunden, eine Minimal- (= Radikal-) und eine Optimalvariante. Vorausschicken kann ich, daß ich für mich aus Trink-, ästethischen und haptischen Überlegungen heraus eine Vorliebe für folgende Glasserien entwickelt habe:
- Riedel Vinum (mit Einschränkungen auch Sommeliers)
- Spiegelau Grand Palais Exquisit und Wilsberger Collection
- Wein & Co Solution Serie (vom Architekten Prof. Holzbauer entworfen und von Spiegelau gefertigt), welche auch maschinengefertigt als Revolution verfügbar ist
Die Optimalvariante (sieht's naturgemäß etwas differenzierter):
- Standard- / Universalglas wie oben oder mein Liebling Spiegelau Solution Classic. Der Grund, warum ich dieses Glas so liebe, ist - neben seiner schlichten Form - vor allem die Tatsache, daß dieses Glas perfekt ausbalanciert in der Hand liegt. Dies liegt hauptsächlich am längeren, vor allem aber dickeren Hohlstiel (!)und am geringeren Gesamtgewicht im Vergleich zum Riedelglas (die Riedels neuerer Machart sind aber alle bedeutend leichter, als die Exemplare bei mir Zuhause).
- Für Gereifte Weine bzw. Bordeaux passt das Vinum Bordeaux 416/0 perfekt. Ich kenne kein besseres Glas für diesen Zweck. Das Spiegelau Solution Mature ist eine gute Alternative, welche ebenso hervorragend für Pinots (Burgund) geeignet ist, ebenso das Spiegelau Bordeaux Wilsberger Collection. Riedels Bordeaux bzw. Burgunderkelche aus der Sommelieres Grand Cru eignen sich meiner Meinung nach gut als Blumenvasen (Faßvermögen ca. 1l), aber nicht als Weintrinkgefäße; sorry, aber sie wirken in ihrer Größe für mich einfach deplaziert.
- Schaumweine trinke ich entweder aus dem Standard- / Universalglas (Riedel) oder aus einem Spiegelau Champagnerglas der Serie Grand Palais Exquisit. Mein Kriterium ist ganz einfach: mein (nicht gerade kleiner) Riechkolben muß im Glas Platz haben, es braucht Volumen! Schaumweine sind nunmal genauso Weine und duften demnach genauso gut bzw. schlecht! Dieses Glas verkörpert mit seinem ganzen Erscheinungsbild die Noblesse des Champagners - Inhalt und Form werden so eins.
- Süßweine gefallen mir am Besten aus einem Spiegelau Solution Sweet. Auch das Riedel Vinum Extreme Icewine 444/56 hat seinen Reiz und ein Suüßweinglas in klassischer Form gibt's wieder bei Spiegelau Grand Palais Exquisit.
Montag, 26. Februar 2007
Preisrecherche
Manchmal, wenn ich eine gute Flasche Wein aufmache, recherchiere ich im Internetz über die Wertentwicklung dieses Weins und kann mich dann meistens diebisch freuen. Zuletzt passiert bei einen Calon Segur 1999, welchen ich um €22 subskribiert habe, inzwischen verlangen einige Händler mehr als das Doppelte.
Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß ich Weinkauf zu spekulativen Zwecken oder Wein als Wertanlage ablehne! Als bekenndender Hedonist zählt für mich der Genuss allein - wein.genuß.pur eben ;-)
Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß ich Weinkauf zu spekulativen Zwecken oder Wein als Wertanlage ablehne! Als bekenndender Hedonist zählt für mich der Genuss allein - wein.genuß.pur eben ;-)
Dienstag, 20. Februar 2007
Chile + Argentinien
Eine Verkostung von chilenischen und argentischen Weinen brachte wieder einmal ein sehr homogenes Ergebnis. Nur ein Wein von 12 konnte bei mir keinen Stern erringen. Meine Highlights waren
- ein Torrontes (das ist die Rebsorte!) des Jahres 2005 von Lurton, Uco-Tal im Mendoza, expressive Frucht, Aromatik, sehr ähnlich einem Muskateller, trinkanimierend, voller Spaß-Faktor um € 5,50, daher **/***,
- Sauvignon Blanc 2004, Dolium (lat. für Amphore), der Name verrät auch schon das Anderssein!, kräftiges Gelb, Extrakt, balsamische Noten, welche mich anfangs irritieren, am Gaumen aber gefällig, füllig und cremig, überhaupt nicht sortentypisch, ein Wein mit minutenlangem Abgang, zum Beschäftigen und kontrovers diskutieren mit merkbarem Kontrast, trotzdem gefällig, € 12,50 *(*)-**/***,
- Malbec 2003 von Mayol, oh welch ein Wonneschauer an meinem Rücken, in der Nase eine superbe Melange aus Fruchtsüße, "riechbarer" Säure, absolut fokussierte Nase, am Gaumen dann Zwetscke, Säure, kühle Aromatik, macht sofort Lust auf einen zweiten Schluck, bravo, € 14, **(*)/***,
- Carmenere Reservado 2004 des Rosario Estates im Maipo-Tal, würzige Nase, wie ein guter Merlot, (sehr , sehr positive) grüne Töne, Cassis, saftig und ein richtiger Zungenschnalzer, mürbes Tannin und perfekter Holzeinsatz, ein wundervoller Wein um lachhafte € 8,50, **/***.
Dienstag, 13. Februar 2007
Weinzeitschriften...
...sind ja nun etliche am Markt. Dass nun ein ehemaliger Schulkollege, Oliver Krainz (Weinakademiker - endlich einmal einer, aus dem was ordentliches geworden ist :-) Produktmanager für wein.pur, hat mich dazu bewogen, über die Wein-Medien-Landschaft nachzudenken.
Im Laufe der letzten Monate hab ich zudem die Erkenntnis gewonnen, daß fast alle der vier von mir abonnierten Magazine ähnliche, um nicht zu sagen, die gleiche Information bieten. Konklusio: eine Straffung meines Portfolios tut not! Wenn's interessiert, welche Zeitschriften ich lese, bitte sehr:
vinaria (das ist - zumindestens in meiner Welt - die bessere österreichische Zeitschrift), falstaff (nicht nur Wein, sondern auch Essen und als Kontracheck zur vinaria), vinum inzwischen mit Alles über Wein fusioniert (Abo hauptsächlich wegen Bordeaux) und weinwelt (ist irgendwie (erfrischend) anders). Merum habe ich auch mal gehabt, ist gut und kritisch, aber eben nur Italien.
PS: Durch den äußerst gelungenen Relaunch bei vinaria kommt neuer Schwung und Peter Schleimer trägt auch (s)einiges bei, da bin ich noch gespannt auf die Dinge, die da kommen mögen... .
Im Laufe der letzten Monate hab ich zudem die Erkenntnis gewonnen, daß fast alle der vier von mir abonnierten Magazine ähnliche, um nicht zu sagen, die gleiche Information bieten. Konklusio: eine Straffung meines Portfolios tut not! Wenn's interessiert, welche Zeitschriften ich lese, bitte sehr:
vinaria (das ist - zumindestens in meiner Welt - die bessere österreichische Zeitschrift), falstaff (nicht nur Wein, sondern auch Essen und als Kontracheck zur vinaria), vinum inzwischen mit Alles über Wein fusioniert (Abo hauptsächlich wegen Bordeaux) und weinwelt (ist irgendwie (erfrischend) anders). Merum habe ich auch mal gehabt, ist gut und kritisch, aber eben nur Italien.
PS: Durch den äußerst gelungenen Relaunch bei vinaria kommt neuer Schwung und Peter Schleimer trägt auch (s)einiges bei, da bin ich noch gespannt auf die Dinge, die da kommen mögen... .
Dienstag, 9. Jänner 2007
Restsüße Weine
Zu Silvester feierten wir mit Freunden in einem alten Haus im Niemandsland. Als Essen einigten wir uns auf ein (Fleisch / Fisch) Fondue. Zu den teilweise sehr pikanten Saucen mit Essiggurkerl, Eiern, Kren udgl. mehr bewiesen die dazu ausgesuchten Weine mit Restzucker wieder einmal souverän ihr Können. Eine Rotgipfler Spätlese 2002 vom Weingut Alphart in Traiskirchen und der 2002er Traminer Nussbaumer der gleichnamigen Südtiroler Kellerei waren hervorragende Partner dazu, wobei mir ersterer doch noch einen Tick besser dazu schmeckte und seine Lieblichkeit ein perfektes Gegengewicht zur Säure und zum Fettgehalt der Beilagen bildete. Allen hat's vorzuglich geschmeckt, wenngleich - wie immer - zuerst einmal über restsüße Weine gematschkert werden muß! Leute, Leute, wann werdet ihr das einmal begreifen?
Sonntag, 7. Jänner 2007
Wein & Co - 20 % Rabatt
Wein & Co Angebot im Jänner: -20% auf alles!
Im Folder noch als "keine Schmähaktion" beworben, war dann doch im Geschäft etliches aus den Regalen verschwunden, zB. Weine von Knoll, Hirzberger, Niepoort-Portweine. Bei den manchmal etwas überhöhten Preisen ergeben sich somit mit den 20% realitätsnahe Weinpreise, manchmal sogar Schnäppchen - ich habe meine gefunden (zB. Quinta do Noval LBV). Es ist also nicht alles Gold was glänzt :-)
Im Folder noch als "keine Schmähaktion" beworben, war dann doch im Geschäft etliches aus den Regalen verschwunden, zB. Weine von Knoll, Hirzberger, Niepoort-Portweine. Bei den manchmal etwas überhöhten Preisen ergeben sich somit mit den 20% realitätsnahe Weinpreise, manchmal sogar Schnäppchen - ich habe meine gefunden (zB. Quinta do Noval LBV). Es ist also nicht alles Gold was glänzt :-)
Dienstag, 2. Jänner 2007
NV Champagner
In der letzten Vinaria (8/2006) war wieder einmal ein Test von NV-Champagnern drinnen. Höchst interessant, das so mit meinen persönlichen Erfahrungen abzugleichen. Kurzum, es passt überhaupt nicht mit meinen Vorlieben zusammen.
Abgesehen von der Möglichkeit, daß die Flaschenform der einzelnen Champagner im Vergleich zu meinen ca. immer 1 Jahr gelagerten so stark differiert, sollte auch der Jahrgangsfaktor aufgrund des Verschnitts nicht die entscheidende Rolle spielen.
Den am zweiten Platz gelandeten Duval-Leroy "Fleur de Champagne" Premier Brut hatte ich kurz vor Silvester mit Freunden und taf sogar nicht meinen Geschmack, da er einerseits gereifte Töne vorzuweisen hatte, andereseits am Gaumen aber auch mit Zitrusnoten zu punkten versuchte. Beides zusammen harmonierte aber nicht so recht miteinander und so entstand für mich der Eindruck, das dieser Wein sich nicht entscheiden konnte, was er denn zu sein gedenkt: Fisch oder Fleisch. Henri Goutorbe landete im passablen Mittelfeld, das schlechte Abschneiden des Nicolas Feuilatte kann ich aber nicht nachvollziehen, die Verkoster von vinum in ihrem Test übrigens auch nicht. Naja, wie immer gilt: erlaubt ist, was (persönlich) gefällt.
Abgesehen von der Möglichkeit, daß die Flaschenform der einzelnen Champagner im Vergleich zu meinen ca. immer 1 Jahr gelagerten so stark differiert, sollte auch der Jahrgangsfaktor aufgrund des Verschnitts nicht die entscheidende Rolle spielen.
Den am zweiten Platz gelandeten Duval-Leroy "Fleur de Champagne" Premier Brut hatte ich kurz vor Silvester mit Freunden und taf sogar nicht meinen Geschmack, da er einerseits gereifte Töne vorzuweisen hatte, andereseits am Gaumen aber auch mit Zitrusnoten zu punkten versuchte. Beides zusammen harmonierte aber nicht so recht miteinander und so entstand für mich der Eindruck, das dieser Wein sich nicht entscheiden konnte, was er denn zu sein gedenkt: Fisch oder Fleisch. Henri Goutorbe landete im passablen Mittelfeld, das schlechte Abschneiden des Nicolas Feuilatte kann ich aber nicht nachvollziehen, die Verkoster von vinum in ihrem Test übrigens auch nicht. Naja, wie immer gilt: erlaubt ist, was (persönlich) gefällt.
Samstag, 30. Dezember 2006
Geburtstagsfeier
Juhu, vinissimus.blogspot.com ist 1 Jahr alt geworden. Happy birthday, lieber Blog :-), und hoffen wir auf viele neue interessante Weineerlebnisse im neuen Jahr. Proooooos(i)t!
Samstag, 23. Dezember 2006
a first impression of Canadian wines
War Anfang Dezember für 2 Wochen in Toronto und hatte so ein wenig Zeit mich mit kanadischen Wein auseinanderzusetzen. Die erste Hürde gibt's ja schon einmal beim Einkaufen, da in Kanada der Alkoholausschank lizenzpflichtig ist. Einer der größten Shopbetreiber - die LCBO - ist immerhin der weltgrößte einzelne Käufer von Spirituosen! und ab und an findet man auch eine Geschäft, wo man seiner (W)Einkaufsleidenschaft fröhnen kann :-)
Wir tranken kanadischen Wein in Restaurants, auch in der angrenzenden Shopping Mall meines
Hotels um die Ecke (mit einem herrlichen BIO-Supermarkt mit warmen vegetarischen Gerichten) fand sich ein Geschäft - Vineyards Estate Wines - mit "örtlichen" Weinen aus Ontario.
Ich probierte Chardonnay und Sauvignon Blanc 2004 von Peller Estates aus der Private Reserve-Produktlinie, besonders der Sauvignon hatte prägnante Sortencharakteristik und wußte zu den Bio-Schmankeln vollauf zu überzeugen. Von Trius ließ ich mir den Red 2004 empfehlen, ein Blend nach Bordelaiser Vorbild. Ein angenehmer, nicht zu fruchtiger Wein, das Holz gut eingebunden, aber etwas Rückhalt und Struktur vermissend. Hier stellt sich einfach die Frage, wie gut Rotwein aufgrund der klimatischen Gegebenheiten im Niagaragebiet überhaupt werden kann?
Wir hatten auch Weine von Mission Hill aus British Columbia, zB. den Merlot Reserve, welcher sehr gut ware und auch einen Zweifler überzeugte. Eigenständigkeit war diesem Wein jedoch fremd und ich hätte mit Sicherheit auf Weine aus der Neuen Welt getippt.
Beim Ausflug an die Niagarafälle blieben wir auch bei einem renommierten Erzeuger stehen. Naja, so bekannt kann er nicht gewesen sein, denn ich habe mir seinen Namen nicht gemerkt. Jedenfalls war die Fülle an (europäischen!) Medaillen und Zertifikate, welche die Wände des Eingangsbereichs zierten, ziemlich beeindruckend. Die zur Verkostung dargebotenen Weiß- und
Rotweine jedoch leider weniger und fanden (nicht nur) mit meinem Gaumen keinen Anklang, sodaß ich aufgrund der Kostenpflichtigkeit (CAN$ 4 pro Glas) und der ausgeschenkten
homäopatischen Menge auf eine Verkostung der Eisweine verzichtete.
Die besseren Qualitäten liegen preislich auch deutlich über vergleichbaren österreichischen Kreszenzen und beginnen bei ca. CAN$ 40 hinauf bis CAN$ 80 pro Flasche mit 0,37l Inhalt. Interessant war auf alle Fälle, daß auch aus roten Rebsorten wie Merlot und Syrah Eiswein gemacht wird. Meine Vermutung, daß diese Rebsorten nur in den wenigsten Jahren voll ausreifen und man daher aus der Not eher eine Tugend enstanden ist.
Summa summarum weinmäßig nichts neues - wobei meine Erfahrungen keinen wirklich repräsentativen Querschnitt des kanadischen Weinbaus wiederspiegeln. Schön war's trotzdem!
Update: Siehe zu Kanadischen Weinen auch Jancis Robinsons Artikel.
Wir tranken kanadischen Wein in Restaurants, auch in der angrenzenden Shopping Mall meines
Hotels um die Ecke (mit einem herrlichen BIO-Supermarkt mit warmen vegetarischen Gerichten) fand sich ein Geschäft - Vineyards Estate Wines - mit "örtlichen" Weinen aus Ontario.
Ich probierte Chardonnay und Sauvignon Blanc 2004 von Peller Estates aus der Private Reserve-Produktlinie, besonders der Sauvignon hatte prägnante Sortencharakteristik und wußte zu den Bio-Schmankeln vollauf zu überzeugen. Von Trius ließ ich mir den Red 2004 empfehlen, ein Blend nach Bordelaiser Vorbild. Ein angenehmer, nicht zu fruchtiger Wein, das Holz gut eingebunden, aber etwas Rückhalt und Struktur vermissend. Hier stellt sich einfach die Frage, wie gut Rotwein aufgrund der klimatischen Gegebenheiten im Niagaragebiet überhaupt werden kann?
Wir hatten auch Weine von Mission Hill aus British Columbia, zB. den Merlot Reserve, welcher sehr gut ware und auch einen Zweifler überzeugte. Eigenständigkeit war diesem Wein jedoch fremd und ich hätte mit Sicherheit auf Weine aus der Neuen Welt getippt.
Beim Ausflug an die Niagarafälle blieben wir auch bei einem renommierten Erzeuger stehen. Naja, so bekannt kann er nicht gewesen sein, denn ich habe mir seinen Namen nicht gemerkt. Jedenfalls war die Fülle an (europäischen!) Medaillen und Zertifikate, welche die Wände des Eingangsbereichs zierten, ziemlich beeindruckend. Die zur Verkostung dargebotenen Weiß- und
Rotweine jedoch leider weniger und fanden (nicht nur) mit meinem Gaumen keinen Anklang, sodaß ich aufgrund der Kostenpflichtigkeit (CAN$ 4 pro Glas) und der ausgeschenkten
homäopatischen Menge auf eine Verkostung der Eisweine verzichtete.
Die besseren Qualitäten liegen preislich auch deutlich über vergleichbaren österreichischen Kreszenzen und beginnen bei ca. CAN$ 40 hinauf bis CAN$ 80 pro Flasche mit 0,37l Inhalt. Interessant war auf alle Fälle, daß auch aus roten Rebsorten wie Merlot und Syrah Eiswein gemacht wird. Meine Vermutung, daß diese Rebsorten nur in den wenigsten Jahren voll ausreifen und man daher aus der Not eher eine Tugend enstanden ist.
Summa summarum weinmäßig nichts neues - wobei meine Erfahrungen keinen wirklich repräsentativen Querschnitt des kanadischen Weinbaus wiederspiegeln. Schön war's trotzdem!
Update: Siehe zu Kanadischen Weinen auch Jancis Robinsons Artikel.
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