Heuer war wieder einmal Camping angesagt, in der landschaftlich wundervollen Region um den Idro-See. Zu meinem Leidwesen - bis auf eine Ausnahme - kulinarische Pampas!
Aus Erfahrung schon bin ich immer gut mit (heimischen) Köstlichkeiten am Weinsektor bestückt - alleine schon um die oftmals vielbelächelte Aussage "Österreich spiele weinmäßig in der obersten Liga" beweisen zu können. Mit autochtonen Rebsorten wie Muskateller, GV und Cuvees aus Zweigelt und Blaufränkisch kein Problem. Dies war auch gut so, denn erstens bin ich mit den regionalen Weinen Bardolino und Valpolicella nie so richtig warm geworden - Secco Bertani im Speziellen und Amarone im Generellen mal ausgenommen - und zweitens waren Weine um € 4 in den Einkaufstempeln die Spitze der Qualitätspryramide :-(, nicht wirklich berauschend, oder?
Auch ein nette abendliche Plauderei mit unseren Nachbarn am Campingplatz aus der Nähe von Hannover dauerte nur ein knappes Achterl, den deren heimischer Sauerampfer (Pardon - auf dem Etikett stand Spätburgunder) ließ keine Rechte Freude aufkommen. Geschlafen habe ich trotzdem hervorragend, denn seine Säure war der perfekte Digestiv für die perfekteste Pizza an die ich mich jemals erinnern kann. Dünner knuspriger Boden, ein Käse, welcher bis zum Schluß Fäden zog und nicht, wie sonst überall üblich, nach 2 Minuten bereits zum Magengranit mutiert, in der richtigen Menge belegt - nicht als Wolkenkratzer - und bruzzelnd heiß!! 7 Minuten nach Bestellung!! serviert. Perfekt - also ab sofort alle Pizzaköche ab in die Lehre nach Lemprato in die Pizzeria Rio! Das war dann aber schon die Ausnahme, bis auf den wundervollen Speck aus Alto Adige, welcher herrlich mürb in dünnen Scheiben immer schon morgens auf meinem Frühstückstisch landete - danke Jolly Market in Crone.
Erwähnenswert noch ein Weißweinrisotto - das puritanischste und nach Marcella Hazan - das ist die italienische Kochmama - heikelste Risotto - meiner lieben Renate, welche auf mein Geheiß sich im lokalen Shop einen Kochwein für Risotto empfehlen ließ und mit einer Literflasche Vino da Tavola mit Schrauber um €1,90 zurückkam! Oh Schreck! Dies sei ein guter Kochwein verkündete sie - nun, da gab's für mich kein Halten mehr... . Zu meiner eigenen Überraschung wurde das Risotto ganz vorzüglich, zum Essen gab's aber dann doch einen mir vetrauten Wein - Eva Clüsseraths Riesling 2004 Vom Schiefer.
Alles in allem ein erholsamer Urlaub mit akzeptablen Wetter am Pool, ein paar Gipfeln und einer Empfehlung für die Nichtbesichtigung von Brescia - bekommt von uns das Prädikat "oddest city ever visited" verliehen - zugunsten der Weiterfahrt nach Bergamo!
Freitag, 25. August 2006
Donnerstag, 10. August 2006
Reiner Wein
Das (vielleicht nicht allen bekannte) Weinmagazin Merum hat eine Umfrage zum Thema "Wie rein soll wein sein?" gestartet. Huntergrund ist sicherlich auch das kürzlich mit den USA unterzeichnete Abkommen der EU bzgl. zufässiger Weinbereitungsmethoden. Wen's interessiert, hier die Auswertung. SDas Ergebnis - nicht überraschend, aber informativ, was an korrigierenden Eingriffsmöglichkeiten heutzutage im Weinbau so alles zur Verfügung steht.
Passend zum Thema "Charta des reinen Weins":
Einer Positivkennzeichnung als Kennung besonders hoher Qualität ist sicherlich zu befürworten. Schade finde ich dabei aber, daß dies Kennzeichnungen meistens die einzige Möglichkeit für Konsumenten zur Differenzierung ist. Zielführender wäre meines Erachtens, daß ein Nichteinhalten bestimmter "Grundregeln" auf dem Produkt klar und deutlich vermerkt werden soll (= Deklarationspflicht!) - zB. als verpflichtender Aufdruck "enthält gentechnisch veränderte Zutaten".
Passend zum Thema "Charta des reinen Weins":
Einer Positivkennzeichnung als Kennung besonders hoher Qualität ist sicherlich zu befürworten. Schade finde ich dabei aber, daß dies Kennzeichnungen meistens die einzige Möglichkeit für Konsumenten zur Differenzierung ist. Zielführender wäre meines Erachtens, daß ein Nichteinhalten bestimmter "Grundregeln" auf dem Produkt klar und deutlich vermerkt werden soll (= Deklarationspflicht!) - zB. als verpflichtender Aufdruck "enthält gentechnisch veränderte Zutaten".
Sonntag, 6. August 2006
Weingastronomische Ärgernisse
Es ist doch immer das Gleiche. Entweder bekommt man den zum Hauptgang georderten Wein bereits zur Suppe oder Vorspeise - was insbesonders bei Weißweinen im Sommer dann nicht gerade der Erfrischung zuträglich ist - oder man ist bereits annähernd mit dem Hauptgang fertig und sitzt trotz dreimaliger Urgenz noch immer auf dem Trockenen.
Drum merk's Gastronomie: Wein gehört *zum* Essen!
Abhilfe schafft hier nur das Ordern einer ganzen Flasche - was aber leider aufgrund verschiedener Personen mit unterschiedlichen Gerichten und verschiedenen Geschmäckern bzw. Weinvorlieben bei teils horrender Preiskalkulation nicht immer möglich, zielführend bzw. erwünscht ist - Seufz.
Drum merk's Gastronomie: Wein gehört *zum* Essen!
Abhilfe schafft hier nur das Ordern einer ganzen Flasche - was aber leider aufgrund verschiedener Personen mit unterschiedlichen Gerichten und verschiedenen Geschmäckern bzw. Weinvorlieben bei teils horrender Preiskalkulation nicht immer möglich, zielführend bzw. erwünscht ist - Seufz.
Dienstag, 1. August 2006
Erkenntnisse II
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Das hat sich heuer bei mir bei der Bordeaux Subskription wieder einmal bestätigt. Völlig umsonst habe ich mir wie jedes Jahr die Mühe gemacht habe, die Ergüsse und Bewertungen der namhaften Weinkritiker zwecks Überblick zusammenzufassen, denn die irrwitzige Preisgestaltung der Bordelaiser haben mich erstens Weine kaufen lassen, von denen die Gurus bisher nicht Notiz genommen haben und zweitens die BlueChips im Cru Bourgeois Bereich, welche über die Jahre gesehen sowieso eine moderate - vor allem aber nachvollziehbare - Preisgestaltung haben. Also wozu die ganze Aufregung? Falls die Qualität des Jahrgangs auch nur annäherend der versprochenen nahekommt, werde ich mit Genuß 5 Kisten herrlichsten Rebensaftes hinuntergurgeln und die Preise, die ich dafür bezahlt habe werden meinen Genuß nochmals verdoppeln.
Die Konsequenz daraus? Zurücklehnen und die dargebotenen Clownereien im großen Zirkusspiel genußvoll betrachten und zukünftiger Verzicht auf alle Kaffeesudleseversuche soll heißen: Bewertungspunkte aus Faßproben als das nehmen was sie sind, nämlich Momentaufnahmen.
Spannend bleibt es trotzdem - alleine schon wegen dem bisherigen Wetterverlauf und einem dem 2005er eventuell nachfolgenden, weiteren Jahunderjahrgang ;-)
Das hat sich heuer bei mir bei der Bordeaux Subskription wieder einmal bestätigt. Völlig umsonst habe ich mir wie jedes Jahr die Mühe gemacht habe, die Ergüsse und Bewertungen der namhaften Weinkritiker zwecks Überblick zusammenzufassen, denn die irrwitzige Preisgestaltung der Bordelaiser haben mich erstens Weine kaufen lassen, von denen die Gurus bisher nicht Notiz genommen haben und zweitens die BlueChips im Cru Bourgeois Bereich, welche über die Jahre gesehen sowieso eine moderate - vor allem aber nachvollziehbare - Preisgestaltung haben. Also wozu die ganze Aufregung? Falls die Qualität des Jahrgangs auch nur annäherend der versprochenen nahekommt, werde ich mit Genuß 5 Kisten herrlichsten Rebensaftes hinuntergurgeln und die Preise, die ich dafür bezahlt habe werden meinen Genuß nochmals verdoppeln.
Die Konsequenz daraus? Zurücklehnen und die dargebotenen Clownereien im großen Zirkusspiel genußvoll betrachten und zukünftiger Verzicht auf alle Kaffeesudleseversuche soll heißen: Bewertungspunkte aus Faßproben als das nehmen was sie sind, nämlich Momentaufnahmen.
Spannend bleibt es trotzdem - alleine schon wegen dem bisherigen Wetterverlauf und einem dem 2005er eventuell nachfolgenden, weiteren Jahunderjahrgang ;-)
Mittwoch, 26. Juli 2006
Schweizer Weinerlebnis
War kürzlich wieder dienstlich in der Schweiz in Zug am Zugersee und habe - so wie ich es im Ausland immer halte - den regionalen und örtlichen Produkten zugesprochen, wobei ich mir immer etwas empfehlen ließ, da ich bei den Schweizer Weinbezeichnungen noch Lernpotential habe. Die Bedienung am ersten Abend in Menghini's Freihof in Baar war kompetent - aber gestresst und leicht unwirsch - und empfahl einen Chasselas (natürlich, was sonst) Dezaléy aus dem Waadtland. Überrascht war ich von der Üppigkeit und Kraft dieses Weins, der ohne Probleme perfekt auf dem Parkett internationaler Weine mitspielen konnte. Ein sehr guter Wein und eine gelungene Überraschung.
Das andere Mal (Theater Casino) wirkte die Bedienung im Zusammenhang mit Wein ziemlich hilflos und so probierten wir einen Merlot Bianco Chiar di Luna von Delea; das hatte Neuheitscharakter und wollte unbedingt ausprobiert werden. Der Wein selbst war sauber und frisch, mit einer sehr zurückhaltenden Aromatik, vergleichbar mit einem Welschriesling aus einem heißen Jahr, hinterließ zum Fisch aber keinen bleibenden Eindruck.
Das andere Mal (Theater Casino) wirkte die Bedienung im Zusammenhang mit Wein ziemlich hilflos und so probierten wir einen Merlot Bianco Chiar di Luna von Delea; das hatte Neuheitscharakter und wollte unbedingt ausprobiert werden. Der Wein selbst war sauber und frisch, mit einer sehr zurückhaltenden Aromatik, vergleichbar mit einem Welschriesling aus einem heißen Jahr, hinterließ zum Fisch aber keinen bleibenden Eindruck.
Alternative Flaschenverschlüsse
Meine erst kürzlich georderten Weißeine vom Weingut Rosenberger in Rohrendorf und Weingut Buchegger sind durchwegs alle mit einem Schraub- bzw. Drehverschluß (Stelvin) verschlossen. Recht so! Mir war diese Art des Verschlusses von Anfang an sympathisch - "rrratsch" und offen, "rrratsch" und wieder geschlossen - und zurück in den Frigo damit. Mit der Ästhetik habe ich - keine Probleme. Auch wenn ich den VinoLok - den Glasstöpsel - optisch ansprechender finde, bevorzuge ich in der Handhabung doch den Schrauber.
Hauptsache der Wein hat seine Frische und Frucht behalten und ist nicht durch einen Korkfehler maskiert, denn die sind oftmals so subtil, daß sie einfach der Weinqualität - und somit dem Winzer - zu Unrecht angelastet werden. Zum Glück setzen immer mehr ToP-Betriebe auf alternative Verschlüsse, denn das wirkz sich positiv auf die Akzeptanz der Kunden aus (Motto: "...wird schon was aufsich haben, wenn die das auch machen...").
Dem Kunsstoffkorken weine ich nicht nach, da erstens der Screwpulls bei den geschäumten Versionen versagt - auch wenn ich schon lange keinen Screwpull mehr zum Öffnen verwende, zweitens einige Korken nicht mehr ohne Brachialgewalt wieder in die Flasche zu bringen sind und wenn, sie sich dann oftmals nach einigen Minuten wieder mit einem lauten "Plopp" aus dem Flaschenhals verabschieden. Und dann ist da noch das Sulfit-Problem, das angeblich durch vermehrten "Verzehr" des Schwefels zu einer drastischen Verminderung der Lagerfähigkeit führt.
Bei Kronenkorken - sowie bei Peter Jakob Kühn geschickt unter einer dicken Stanniolkapsel versteckt - schaudert's mich immer, aber auch immer nur kurz, denn um eine eventuelle Beeinträchtigung des Weins muß ich mir trotzdem keine Sorgen machen und schließlich kaufe ich den Wein nicht aufgrund seiner Verpackung.
Für Rote bevorzuge ich nachwievor einen Premium-Naturkork. Die teilweise in den Medien genannten horrenden Korkler-Quoten bei Verkostungen kann ich bei mir nicht nachvollziehen. Aber wie heiß es so schön: Man muß ja auch mal Glück haben!
Hauptsache der Wein hat seine Frische und Frucht behalten und ist nicht durch einen Korkfehler maskiert, denn die sind oftmals so subtil, daß sie einfach der Weinqualität - und somit dem Winzer - zu Unrecht angelastet werden. Zum Glück setzen immer mehr ToP-Betriebe auf alternative Verschlüsse, denn das wirkz sich positiv auf die Akzeptanz der Kunden aus (Motto: "...wird schon was aufsich haben, wenn die das auch machen...").
Dem Kunsstoffkorken weine ich nicht nach, da erstens der Screwpulls bei den geschäumten Versionen versagt - auch wenn ich schon lange keinen Screwpull mehr zum Öffnen verwende, zweitens einige Korken nicht mehr ohne Brachialgewalt wieder in die Flasche zu bringen sind und wenn, sie sich dann oftmals nach einigen Minuten wieder mit einem lauten "Plopp" aus dem Flaschenhals verabschieden. Und dann ist da noch das Sulfit-Problem, das angeblich durch vermehrten "Verzehr" des Schwefels zu einer drastischen Verminderung der Lagerfähigkeit führt.
Bei Kronenkorken - sowie bei Peter Jakob Kühn geschickt unter einer dicken Stanniolkapsel versteckt - schaudert's mich immer, aber auch immer nur kurz, denn um eine eventuelle Beeinträchtigung des Weins muß ich mir trotzdem keine Sorgen machen und schließlich kaufe ich den Wein nicht aufgrund seiner Verpackung.
Für Rote bevorzuge ich nachwievor einen Premium-Naturkork. Die teilweise in den Medien genannten horrenden Korkler-Quoten bei Verkostungen kann ich bei mir nicht nachvollziehen. Aber wie heiß es so schön: Man muß ja auch mal Glück haben!
Sommerfreuden
Bei Temperaturen jenseits der 30°C gibt es ja eine Vielzahl an herrlichen Erfrischungen - abseits der schon fast obligatorischen gepflegten Seideln natürlich. Ein Klassiker, der jedem, aber auch absolut jedem bisher ein anerkennendes "Mmmmh" entlockte ist der Prosecco Spumante von Canella - man beachte den feinen Unterschied: Spumante - also nach der klassischen Champagnermethode hergestellt! - nicht Frizzante. Ein wunderbar weicher und cremiger, ja fast üppiger Gaumenschmeichler, um ca. €9 zu beziehen zB. im PRO in Linz Urfahr bzw. bei Wein & Co.
Und weil ich sowieso der Meinung bin, daß in unserm (weißweindominierten) Land im Sommer vielzuwenig vom erfrischenden "Schaumwein" konsumiert wird hier gleich noch ein Tipp: Rotari Brut von der gleichnamigen, architektonisch sehr sehenswerten Kellerei im Trentino in Mezzocorona. Präsentiert sich frisch, etwas lebhafter als der Prosecco, mit feinen Zitrusnoten, ein idealer Aperitif, um ca. €9 bei Weinwelt Interspar.
Damit hier auch die heimischen (Winzer)Sekte gebührend Erwähnung finden, nochmals der Verweis auf Karl Steiningers köstliche reinsortige Sekte; mein Liebling ist eindeutig der Traminersekt, dann gefolgt von GV und Sauvignon Blanc. Jeden Cent wert!
Und weil ich sowieso der Meinung bin, daß in unserm (weißweindominierten) Land im Sommer vielzuwenig vom erfrischenden "Schaumwein" konsumiert wird hier gleich noch ein Tipp: Rotari Brut von der gleichnamigen, architektonisch sehr sehenswerten Kellerei im Trentino in Mezzocorona. Präsentiert sich frisch, etwas lebhafter als der Prosecco, mit feinen Zitrusnoten, ein idealer Aperitif, um ca. €9 bei Weinwelt Interspar.
Damit hier auch die heimischen (Winzer)Sekte gebührend Erwähnung finden, nochmals der Verweis auf Karl Steiningers köstliche reinsortige Sekte; mein Liebling ist eindeutig der Traminersekt, dann gefolgt von GV und Sauvignon Blanc. Jeden Cent wert!
Freitag, 16. Juni 2006
Erkenntnisse I
Seit 1996 nehme ich nun an der Bordeaux-Subskription teil und haben mich meistens aus Mangel an eigener Erfahrung an den Vergleichen und Punktebewertungen der Journalisten orientiert. Als Aufnahmekriterium in meine Auswahlliste gilt die einfache Mehrheit von positiven Beurteilungen eines Weines, somit war hier genügend Spielraum gegenüber zB. der Abneigung eines Jounalisten gegenüber dem Stil eines speziellen Weinguts oder einfach nur ein schlechtes Faßmuster oder eine schlechte Tagesverfassung gegeben.
Eigentlich bin ich bisher damit ganz gut gefahren, sicher den einen oder anderen Ausrutscher hat es schon gegeben, aber der überwiegende Teil der bisher geöffneten Flaschen hat die Bewertungen bestätigt.
Negativ schlägt sich natürlich der Aufwand zu Buche und die Wissenserkenntnis steigt nicht proportional zu der Menge an Bewertungen!
Interessant ist auch, daß es so viele konträre Meinungen zu Weinen gibt, Phelan Segur - eines meines Lieblingsweine und zugleich ungemein beständig - fällt mir hier als Beispiel ein. Zwar bekommt er gute Benotungen, aber nur Rolf Bichsel von Vinum äußerte sich bei den letzten Jahrgängen ähnlich euphorisch wie ich das eben auch empfinde - außer bei 2005 - aber in diesem Jahrgang gelten sowieso eigene Gesetze. Ist das vielleicht nur "part of the game", um die Hierarchien und somit Preise rechtfertigen zu können? Wein ist "big business", erst recht in Bordeaux und dessen muß man sich auch bewußt sein. Außerdem halte ich es sowieso vermessen, zu behaupten, daß man den Unterschied zwischen 90 und 92 Punkten nachvollziehen kann, nochdazu bei einem Faßmuster!! Ja, für den Verkoster kann das schon gelten, aber nicht in meiner Welt; da führen stilistische Unterschiede einzelner Regionen oder Weingüter schon zu Abweichungen in einer viel größeren Bandbreite, es gibt eben keinen objektiven Geschmack. Viele Konsumenten selektieren aber beim Kauf genau nach diesem (vernachlässigbaren) 2 Punkte Unterschied. Die meiner Meinung nach einzig vertretbare Bewertung ist jene der 3 Sterne, wie sie zB. bei der Zeitschrift Vinaria praktiziert wird.
Ohnehin habe ich in der letzten Dekade soviele hervorragende Weine getrunken, die keine gute Bewertung bekommen haben und mir trotzdem so ungeheuren Spaß vermittelt haben, daß ich jetzt (schlechte) Bewertungen von Weinen viel lockerer sehe.
Auch der Erfahrungsschatz steigt mit jeder Flasche und in Erinnerung bleiben sowieso nur Weine mit Ecken und Kanten, mit Profil und Mut zur Differenzierung. Das gilt für Österreich genauso wie für Bordeaux und den Rest der Weinwelt.
Eigentlich bin ich bisher damit ganz gut gefahren, sicher den einen oder anderen Ausrutscher hat es schon gegeben, aber der überwiegende Teil der bisher geöffneten Flaschen hat die Bewertungen bestätigt.
Negativ schlägt sich natürlich der Aufwand zu Buche und die Wissenserkenntnis steigt nicht proportional zu der Menge an Bewertungen!
Interessant ist auch, daß es so viele konträre Meinungen zu Weinen gibt, Phelan Segur - eines meines Lieblingsweine und zugleich ungemein beständig - fällt mir hier als Beispiel ein. Zwar bekommt er gute Benotungen, aber nur Rolf Bichsel von Vinum äußerte sich bei den letzten Jahrgängen ähnlich euphorisch wie ich das eben auch empfinde - außer bei 2005 - aber in diesem Jahrgang gelten sowieso eigene Gesetze. Ist das vielleicht nur "part of the game", um die Hierarchien und somit Preise rechtfertigen zu können? Wein ist "big business", erst recht in Bordeaux und dessen muß man sich auch bewußt sein. Außerdem halte ich es sowieso vermessen, zu behaupten, daß man den Unterschied zwischen 90 und 92 Punkten nachvollziehen kann, nochdazu bei einem Faßmuster!! Ja, für den Verkoster kann das schon gelten, aber nicht in meiner Welt; da führen stilistische Unterschiede einzelner Regionen oder Weingüter schon zu Abweichungen in einer viel größeren Bandbreite, es gibt eben keinen objektiven Geschmack. Viele Konsumenten selektieren aber beim Kauf genau nach diesem (vernachlässigbaren) 2 Punkte Unterschied. Die meiner Meinung nach einzig vertretbare Bewertung ist jene der 3 Sterne, wie sie zB. bei der Zeitschrift Vinaria praktiziert wird.
Ohnehin habe ich in der letzten Dekade soviele hervorragende Weine getrunken, die keine gute Bewertung bekommen haben und mir trotzdem so ungeheuren Spaß vermittelt haben, daß ich jetzt (schlechte) Bewertungen von Weinen viel lockerer sehe.
Auch der Erfahrungsschatz steigt mit jeder Flasche und in Erinnerung bleiben sowieso nur Weine mit Ecken und Kanten, mit Profil und Mut zur Differenzierung. Das gilt für Österreich genauso wie für Bordeaux und den Rest der Weinwelt.
Donnerstag, 15. Juni 2006
Die spinnen im Bordelais
In Bordeaux ist heuer der preisliche Wahnsinn ausgebrochen. Es war ja zu befürchten, das dies eintreffen wird, aber in diesem Ausmaß war es nicht vorhersehbar. Ich verlaße mich heuer auf die Empfehlungen meines Weinhändlers meines Vertrauens - Martin Kössler von der Weinhalle - von dem ich schon so viele grandiose Weine von unbekannten Winzern bezogen habe und dem ich nicht nur annähernd blind vertraue, sondern der mir mit seinen auf den Punkt gebrachten, kritischen Kommentaren auf seiner superben und informativen Website auch so oft aus der Seele spricht!
Als, hier geht's zu seinem lesenswerten Bordeauxtagebuch und seinen empfehlenswerten Weinen.
Der Irrwitz geht soweit, daß die Händler nun die Preise für den (in der Presse kontroversiell be urteilten) Vorgängerjahrgang drastisch anheben wollen, um die heurigen Preisaufschläge in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Ich naiver Mensch habe geglaubt, bei Erscheinen des 2004er Jahrgangs im nächsten Frühling preiswerte Weine erstehen zu können und habe deshalb noch keine 2004er subskribiert.
Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, daß es auch im Hochpreisjahr 2005 eine Menge superber Weine von unbekannten Weingütern zu sehr fairen Preisen gibt - und das stimmt dann doch wieder versöhnlich.
Als, hier geht's zu seinem lesenswerten Bordeauxtagebuch und seinen empfehlenswerten Weinen.
Der Irrwitz geht soweit, daß die Händler nun die Preise für den (in der Presse kontroversiell be urteilten) Vorgängerjahrgang drastisch anheben wollen, um die heurigen Preisaufschläge in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Ich naiver Mensch habe geglaubt, bei Erscheinen des 2004er Jahrgangs im nächsten Frühling preiswerte Weine erstehen zu können und habe deshalb noch keine 2004er subskribiert.
Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, daß es auch im Hochpreisjahr 2005 eine Menge superber Weine von unbekannten Weingütern zu sehr fairen Preisen gibt - und das stimmt dann doch wieder versöhnlich.
Samstag, 20. Mai 2006
Tempranillo & Rioja
Wenn ich in die Vergangenheit blicke, so hat sich Rioja für mich immer von anderen renommierten Weinbauregionen unterschieden, hatte immer etwas Magisches an sich. Auch heute kann ich nicht genau sagen, was denn dieses magische damals genau war - Rioja hatte einfach den Nimbus des Besonderen. Punkt.
Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich wirklich gute Riojas zu trinken bekommen habe. Eines hat dieses Gebiet mit seinen Weinen aber seit damals für mich immer bereitgehalten: das Gefühl "zuhause" zu sein; ein Glas Rioja war wie ein Seelentröster, vermittelte Wärme und ein Gefühl der Geborgenheit. So wie es immer war und immer sein wird. Das galt zumindestens für mein Bild vor der Jahrtausendwende. Unser Besuch in Rioja 1999 hat mein Bild ein wenig verändert. Ein engagierte Weinhändler in Haro, von dem ich mich beraten ließ, hat mich mit folgenden Worten verabschieded: After drinking these wines, your picture of Rioja will never be the same. Wie recht er hatte - nur er meinte es vermutlich im positiven Sinn.
Die Weine waren gut - zweifelfrei, modern gemacht, aber beliebig austauschbar, und schon gar nicht dem Rioja zuordenbar. Verlust von Authentiziät nenne ich das. Seither bin ich vorsichtig geworden bei Weinen aus La Rioja.
Das man aber auch heute noch unverkennbare Rioja Weine findet und diese auch in respektabler Menge, beweist ein Glas Crianza 1998 der Bodegas Lan, welches ich beim Schreiben dieser Zeilen trinke. Typische Nase, Frucht und Holz in schöner Symbiose, rund und harmonisch, schmeichelnde Süße, ein wundervoller Vertreter des klassischen Stils in der heutigen Zeit, *(*)/*** um € 10.
Manchmal schafft man auch den Spagat zwischen Moderne und Tradition. So habe ich das beim Senorio de San Vicente 2001 erlebt, einem dichten und homogenen Wein, der weich ist und trotzdem genug Tannin aufweist, sehr, sehr gut, **/***, €30.
Die Weine von La Rioja Alta wie Vina Ardanza bzw. 904 oder Vina Tondonia Lopez del Heredia zeigen auch heute unverändert die klassische Welt des Rioja, meine Welt des Rioja.
Beruhigend zu wissen, das das Magische in einem guten Glas Rioja noch immer vorhanden ist :-)
Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich wirklich gute Riojas zu trinken bekommen habe. Eines hat dieses Gebiet mit seinen Weinen aber seit damals für mich immer bereitgehalten: das Gefühl "zuhause" zu sein; ein Glas Rioja war wie ein Seelentröster, vermittelte Wärme und ein Gefühl der Geborgenheit. So wie es immer war und immer sein wird. Das galt zumindestens für mein Bild vor der Jahrtausendwende. Unser Besuch in Rioja 1999 hat mein Bild ein wenig verändert. Ein engagierte Weinhändler in Haro, von dem ich mich beraten ließ, hat mich mit folgenden Worten verabschieded: After drinking these wines, your picture of Rioja will never be the same. Wie recht er hatte - nur er meinte es vermutlich im positiven Sinn.
Die Weine waren gut - zweifelfrei, modern gemacht, aber beliebig austauschbar, und schon gar nicht dem Rioja zuordenbar. Verlust von Authentiziät nenne ich das. Seither bin ich vorsichtig geworden bei Weinen aus La Rioja.
Das man aber auch heute noch unverkennbare Rioja Weine findet und diese auch in respektabler Menge, beweist ein Glas Crianza 1998 der Bodegas Lan, welches ich beim Schreiben dieser Zeilen trinke. Typische Nase, Frucht und Holz in schöner Symbiose, rund und harmonisch, schmeichelnde Süße, ein wundervoller Vertreter des klassischen Stils in der heutigen Zeit, *(*)/*** um € 10.
Manchmal schafft man auch den Spagat zwischen Moderne und Tradition. So habe ich das beim Senorio de San Vicente 2001 erlebt, einem dichten und homogenen Wein, der weich ist und trotzdem genug Tannin aufweist, sehr, sehr gut, **/***, €30.
Die Weine von La Rioja Alta wie Vina Ardanza bzw. 904 oder Vina Tondonia Lopez del Heredia zeigen auch heute unverändert die klassische Welt des Rioja, meine Welt des Rioja.
Beruhigend zu wissen, das das Magische in einem guten Glas Rioja noch immer vorhanden ist :-)
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