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Mittwoch, 28. Oktober 2009

Ein toskanischer Klassiker

Es gibt immer wieder Weine, die einem ab und an begegnen, eigentlich gut munden, zuweilen sogar erstaunen, es aber trotzdem nicht auf den persönlichen Wein-Radarschirm bzw. ins Weingedächnis - Abteilung "Einkaufsliste" - schaffen.

Einer dieser Weine ist die Villa Antinori vom gleichnamigen Weingut, der es nicht zuletzt ob seiner leichten Beschaffbarkeit - er findet sich in jedem besser sortierten Supermarktregal - öfters bei Einladungen von Freunden auf dem Tisch steht.

Die tiefdunkle Farbe mit leichten Reifenuancen am Rand in Kombination mit dieser offenen, warmen und so typischen Sangiovesenase sorgt beim 2003er-Exemplar sofort für dieses "Zuhause-im Urlaub-Gefühl", vermittelt Geborgenheit und ist mit seiner zivilen Kraft im Glas genau der richtige Trunk für die beginnende kalte Jahreszeit. Hat alles, was ein anständiger Wein benötigt, Frucht, Säure und reife Gerbstoffe und alles im richtigen Verhältnis, *(*)/***

Hatte ich den Villa Antinori bisher immer als Chianti Classico DOCG Riserva im Gedächtnis, zeigt doch schnell ein Blick auf's Etikett, daß er seit 2001 unter IGT Toscana firmiert, wohl nicht zuletzt, weil er seine Zugänglichkeit einem Schuß Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah (alles urtypische Rebsorten Mittelitaliens ;-) verdankt - in Summe immerhin mit 40% am Gesamtinhalt, Tendenz steigend!

Dieser Wein empfiehlt sich, weil er sofort offen und zugänglich ist und deshalb ohne Reue und Enttäuschung genossen werden kann und eine qualitative Messlatte hat (welche bei einem €15-Preisschild aber auch vom Konsumenten verlangt werden kann).
Zudem ist der Wein für alle Arten von Weintrinkern bestens geeignet: für den Etikettentrinker, den Otto-Normal-Weintrinker, den Pseudo-Weinkenner und den ambitionierten Weinliebhaber ist er gleichermaßen zufriedenstellend wie für den Sommelier.

Von wievielen Weinen kann dies schon behauptet werden?

Samstag, 8. März 2008

Weinrallye #9 - Alltagsweine

Folge 9 der Weinrallye wird vom Weingut Steffens-Keß mit Thema "Alltagsweine, einfach (&) unkompliziert" vorgegeben.

Für vinissimus ist das Thema der Alltagsweine aber eigentlich kein Thema, denn in meinem Keller finden sich gerade eine Handvoll Weine, welche die Anzahl 3 erreichen oder überschreiten.

Was läßt sich nun daraus schlußfolgern?
Ganz einfach! Erstens liebe ich die Vielfalt, zuviele Flaschen von einem Wein lassen bald einmal Langeweile aufkommen. Zugegebenermaßen ist meine Neugierde samt Verlockung der önologischen Vielfalt einfach viel zu groß. Zweitens - hier bestätigt die Ausnahme die Regel - finde ich, daß es nur wenige Weine wirklich rechtfertigen, davon ein paar Flaschen zur Seite zu legen. Von diesen kann man dann aber gar nicht genug haben - ein Beispiel aus dem heimischen Rebberg: John Nittnaus' Pannobile 2000 - einfach Weltklasse! Drittens ist dies ein wichtiger Schutzmechanismus um den Weinkeller nicht ob meiner (W)Einkaufslust aus allen Nähten platzen zu lassen - vom Schrumpfungsprozess in meiner Geldbörse will ich da gar nicht erst sprechen ;-)
Ergo dessen ist bei mir eigentlich fast jeder Wein ein Kanditat zum Alltagswein, wenngleich die meisten auch nicht der klassischen Definition eines solchen entsprechen.

Ab und zu stolpere ich aber dann bei meinen Verkostungstouren doch über Weine, die mich unmittelbar ansprechen, leicht, ohne Reue auch einmal in Durstquantitäten und zudem mit großem Genuss zu konsumieren sind. Auch das Preisschild in Anbetracht der gebotenen Qualität erscheint mehr als passend. Gaumen, was willst du da mehr erwarten? Da schreit das Hirn - was das Bauchgefühl doch schon lange weiß - geradezu: Zugreifen! Und auch vor seiner Liebsten sind solche Einkäufe ob der Ratio - falls notwendig - recht überzeugend zu vertreten.

Zwei Weine, bei denen mir das kürzlich passiert ist und ein schäumender Dauerbrenner, die daher *derzeit * mein Alltagswein-Mascherl umgehängt bekommen haben, bilden das folgende Trio. Warum's gleich drei sein müssen, ist schnell erklärt: erstens für die unterschiedlichen Vorlieben der Gäste - ja, ja, auch bzw. genau denen will man auch seine Alltagsweine vorsetzen und schließlich habe ich einige Bekannte, welche zB. ausschließlich Weißwein trinken - und zweitens für den eigenen Gusto je nach Lust & Laune:
  • SCHÄUMEND der Canella Spumante, ganz egal ob klassisch als Prosecco di Conegliano DOC oder alternativ auch der "neue" Rosé von Canella (dann natürlich nicht vom Prosecco)! Von diesen zweien hab' ich immer ein paar Flaschen vorrätig und beide Vertreter - zugegebenermaßen ein Massenprodukt - schmeckt mit seiner cremigen Art auch anspruchsvollen Zeitgenossen, um €6 eine wahrlich erfrischende Alternative zu heimischen Sekten im Einsteiger-Preis-Segment und vor allem leicht zu bekommen,
  • in WEISS vom Winzerhof Landauer-Gisperg, Tattendorf, Thermenregion, ein herrlich frischer und aromatischer Gemischter Satz 2007, herrlich unkomplizierter Trinkgenuß mit saftiger Aromatik vom Grünen Veltliner und Traminer, ein "Schmeckerter" im besten Sinne, guter Säurebiß und moderater Alkoholgehalt prädestinieren ihn zu einem perfekten Aperitif, ein guter Weinwert mit Schrauber - so bleibt die Frucht schön sauber und der Korkteufel draußen! - zum Spartarif um € 5,
  • und in ROT der Blaufränkisch Nyék-Classic 2006 vom Weingut Hufnagel in Neckenmarkt, Mittelburgenland, fein würzig fruchtige Noten, zarte Holznuancen, dabei rund und saftig am Gaumen, harmonische, mittlere Struktur, der ansprechende Säurebiß sorgt auch für die Lust auf ein zweites Glas, mit € 5,50 ein mehr als überzugendes Preis-Genuß-Verhältnis.
Es muß nicht immer Premier Cru aus Bordeaux sein! Aber schön wär's schon, gell ;-)