Posts mit dem Label Wineshows werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wineshows werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. April 2011

Weinfrühling 2011

Zum 4. Mal war ich Gast beim kleinen Linzer Weinfrühling im Alten Rathaus, der es einem Weinfreund zeitnah ermöglicht, die im letzten Weinjahr entstandene Qualität über einen Großteil der österreichischen Weinbaugebiete grob einzuordnen.

Der 2010er Jahrgang war aufgrund seines nasskalten Witterungsverlaufes ja bereits mannigfaltig im Vorfeld unter Verruf geraten - auch wenn es dazu einige Gegenstimmen gab, die doch einmal zum Abwarten und zum Verkosten des Endprodukts mahnten, bevor dem Jahrgang ein negatives Attribut angedichtet wird.

Als Konklusio der Verkostung kann ich den Stimmen dieser "Rufer in der Wüste" nur Recht geben.
Der 2010er zeigt sich jugendlich beschwingt, fruchtbetont und auch von den Säurewerten her durchaus dem österreichischen Gaumen zugetan. Zuwarten mit der Lese lohnte sich vielerorts und brachte bzgl. Extrakt und Aromenvielfalt einen willkommenen Gegenspieler zur reschen Säure.
Auch wenn einige der früh gelesenen Weißen sogar die 10g/l-Säureschwelle nahmen, konnte sich Dank der technischen Hilfsmittel zur Entsäuerung - die Bernhard Fiedler in seiner Serie "Der gläserene Wein" gut verständlich dokumentiert hat - der Großteil der jungen Weine bezogen auf die Säurestruktur sehr harmonisch und trinkanimierend präsentieren.
Einige Winzer haben bzgl. Säurereduktion wohl ein wenig über's Ziel hinausgeschossen - paradoxerweise gab es auch Weine, die ich trotz eines solchen Jahrgangs dann als fad und zu lasch empfand. Auch Joghurttöne von der malolaktischen Gärung waren tlw. noch bei den gereichten Weinen auszumachen.

Ein weiterer Wehrmutstropfen im Weinjahr 2010 ist sicherlich die geringe Menge, einige Winzer - wie zB. am Wagram - hat es nach Hagelausfällen 2009 mit einer kleinen Ernte nun bereits das zweite Jahr in Folge getroffen. Dass dies bei Einbußen auch jenseits(!) der 50% einer Normalerntemenge schnell an die Substanz gehen kann, ist leicht nachvollziehbar. Die Konsumenten sind hier wohl eindeutig in der glücklichen Ausgangslage, trägt doch das Risiko in diesem Fall zu 100% der Produzent.

Nachfolgend sind ein paar jener Weine gelistet, die mir gut gefallen haben:

- Fam. Rosenberger, zwei "schöne" Rieslinge, offen, straff, animierend der Lössterrassen, komplexer, mineralischer, exotischer, straffer der Exklusiv, und ein ansprechender, sortentypischer Sauvignon Blanc, Cassis pur mit grünem Paprika, nervige, straffe, den Speichelfluß förderne Säure, fein,
- Fam. Reinberger, ein kühler und aromatischer Grüner Veltliner Brenner, ebenso die Rose Grün mit gutem Extrakt und zarten Minznoten,
- Joe Bauer, tolle, nervige und trinkanimierende Säurestruktur (die beste von allen Winzern) beim Grünen Veltliner Katharina, zusätzlich noch wuchtiger Extrakt beim GV Spiegel Alte Reben, einiges an Potential,
- Norbert Bauer, ein fülliger Roter Veltliner Hinternberg mit feiner Frucht und verspieltem Süße-Säure-Dialog - alle Weine aus der Weinbaueregion Wagram!

- Weingut Thell in burgenländischen Seewinkel Apetlon mit einer feinen, bereits toll runden 2010er Spätlese aus der Rebsorte Muskat Ottonel, ein Wein, der zu asiatisch scharfen Gerichten einen vorzüglichen Begleiter gibt, noch prachtvoller der Welschriesling Eiswein aus dem heißen Jahr 2003, à point, superber Süße-Säure-Dialog, Orangenzesten, ein fettes und dabei doch hochelegantes Elixier.

Aus der Thermenregion gab es feine Weine aus dem sehr burgundischen Jahrgang 2008 von zwei (mir) altbekannten Weingüter zu verkosten:
- Johann Gisperg, sehr feine, weiche, zugängliche und mit viel Fruchtcharme ausgestattete Pinot Noirs (sowohl Classic als auch Exklusiv und Reserve), auch die beiden St. Laurent Exklusiv und Reserve können mit burgundischem Charme, gekonntem Holzeinsatz, Struktur und Offenheit punkten,
- Fam. Schneider, toller, finessenreicher Der Pinot (Burgundermacher), mehr Würze und Struktur zeigt dann die Reserve, für die empfehlenswerte Cuvée Kräutergarten gilt "nomen est omen", zeigt trotz aller Würze und Struktur noch immer die burgundische Dimension, St. Laurent Reserve, sehr maskulin und herb, Schokotouch, fokussiert, schlank, viel Potential.

Nicht verschweigen will ich aber auch, daß es von einigen, in den letzten Jahren immer verlässliche Weinqualitäten produzierende Güter, diesmal nur Mittelmaß zu verkosten gab. Ihnen allen fehlte die strahlende, blitzsaubere Frucht und waren mit einer leicht herb-dumpfen Note überlagert.

So bleibt abschließend eigentlich nur festzustellen, dass es auch aus dem schwierigen Weinjahrgang 2010 sehr gute Weinqualitäten geben wird, die durch ansprechende Frucht und Trinkanimo wohl nicht all zulange ein "Kellerdasein" fristen müssen :-)

Mittwoch, 23. Juni 2010

Carnuntum Experience

Wine & Partners lud zu einem Carnuntum-Expertenvortrag mit Fach-Degustation in das Restaurant "Schlossberg 1a" des Linzer Schlosses.
Eine informative Veranstaltung mit geleogischem Hintergrundwissen, 4 3er-Flights (bestehend aus den heimischen Sorten Grüner Veltliner, St. Laurent, Zweigelt und Blaufränkisch) aus unterschiedlichen Carnuntumer Lagen und der anschließenden Möglichkeit, 54 Weine der Region zu verkosten.

Wird von den österreichischen Top-Rotweinen gesprochen, so kommt man schwerlich an den Weinen aus dem Carnuntum vorbei. Diese Rotweininsel im niederösterreichischen Weißweinland - fälschlicherweise aufgrund der Lage südlich der Donau oftmals dem Burgenland zugerechnet - beherbergt einige in Wettbewerben sehr erfolgreichen Betriebe:
  • Pittnauer, Markowitsch, Glatzer, Grassl, Muhr-Van der Niepoort, Edlmann, Trapl, Artner, Pimpl, Taferner, um nur einige zu nennen..
Amüsant fand ich den klimatischen Vergleich Carnuntums mit Bordeaux und der Toskana. Ein Kunstgriff, mit Hilfe dessen die heimische Region als "Cool Climate"-Weinregion dargestellt werden kann. Interessant insofern, als ich (und einige andere Fachbesucher ebenso) das Carnuntum bisher eher als österreichische Antwort auf die Weine der Neue Welt wahrgenommen haben, nicht nur stilistisch gesehen, sondern auch aufgrund des Rebsortenspiegels und der vielen Cuvées mit Cabernet, Merlot und Syrah.


Bei der Verkostung einiger Weine wurde deutlich, daß der derzeit vorherrschende Trend zu schlankeren, feiner und fruchtigeren Weinen auch im Carnuntum Einzug gehalten hat - ein Glück - ohne deswegen auf Attribute wie Struktur und Saftigkeit verzichten zu müssen.

Gerade auch im mittleren Segment wie zB. bei den Rubin Carnuntum, welche seit 1992 als regionale Markengemeinschaft besteht, waren einige wirklich sehr gute Weine dabei. Exemplarisch möchte ich hier einmal zwei noch nicht so bekannten Betriebe erwähnen:
  • Christian Dietrich, Prellenkirchen (Spitzerberg 2007)
  • Leo Jahner, Wildungsmauer (Rubin Carnuntum 2008, Wild Wall 2007)
Aber auch Rote Erde 2007 von Dorli Muhr-Van der Niepoort und Philipp Grassls Rubin Carnuntum 2009 waren sehr ansprechend, genauso wie Lukas Markowitschs Sauvignon Blanc 2009, der Grüne Veltliner Alte Reben 2009 von Gerhard Markowitsch, sowie GV Holzweg vom Bio-Weingut Hans Artner, alle drei aus Göttelsbrunn und auch der GV Spitzerberg vom Weingut Schenzel aus Bruck / Leitha machte eine harmonische Figur im Glas.


Also, auf ins Carnuntum, zumal mit dem im August stattfindenden Carnuntum Experience ein tolles regionales Programm dem Wein zur Seite gestellt wird!

Dienstag, 4. Mai 2010

Jahrgangspräsentation DAC Krems-, Kamp- & Traisental

Erstmalig gab es heuer eine gemeinsame DAC Jahrgangspräsentation der niederösterreichischen Weinregionen Traisental, Krems- & Kamptal im Linzer Design Center Linz.
Mit 140 Betrieben war (fast) alles vertreten, was Rang und Namen in einer der 3 Weinregionen besitzt. Nach den wirklich übervollen Veranstaltungen des Jahrgangspräsentationen des Burgenlands bzw. DAC-Weinviertel ging es diesmal erfreulich beschaulich zu, was auch das eine oder andere vertiefende Gespräch mit den Betrieben zuließ.
Nach gut 60 verkosteten DAC Weinen aus den beiden zugelassenen Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling (und ein paar - aus DAC-Sicht - sortenfremden Exemplaren) kann ich für mich folgendes Resümee ziehen.
  • '09 präsentiert sich in Summe als Rieslingjahr - bei den meisten Betrieben ist der Riesling doch deutlich besser gelungen als der (in gleicher Qualitätsstufe korrespondierende) Grüne Veltliner - einige Ausnahmen bestätigen den Regelfall,
  • die Rieslinge der "Classic"-Linie zeigen sich mit guter Frucht, aromatischen Nuancen, balanciert, zwar rassig aber doch nicht mit jener schneidigen, jugendlichen Säure wie im Vorjahr und bereits mit gutem Trinkcharme ausgestattet, die der Grüne Veltliner teilweise doch (noch) vermissen läßt,
  • zudem existiert bei den Riesling-Exemplaren eine breite Masse an guten bis sehr guten Weinen, daher kann getrost von einem wirklich guten Jahr gesprochen werden.
    Ob der eine oder andere DAC Reserve einmal das Potential zum großen Wein hat, wird sich zeigen. Einem Überflieger im Jugendstadium bin ich nicht begegnet - knapp vorbei zumindestens, denn die Weine eines einzelnen Weingutes (Geyerhof) haben mich alle vollends überzeugt und bei beiden Rebsorten gleichermaßen!
  • Einige Betriebe prägen durch ihre Stilistik die Weine deutlich stärker (als dies der Jahrgang vermochte) und heben sich somit wohltuend von der breiten Masse ab - auch wenn diese durchaus einen (technisch einwandfreien und) gefälligen Stil respektive gute Weine offeriert.
Kosttipps:
  • "klassisch" zB. von Birgit Eichinger, Riesling Gaisberg DAC 2009, der auch im profil DAC-Paket vertreten ist, wunderbar filigrane Nase, aromatisches Bukett, weißer Pfirsich, parfumiert, nervige Säure, gute Balance, Weingut Hiedler, Riesling Steinhaus DAC Reserve 2009, ganz ähnlich dem Gaisberg, jedoch zusätzlich mit mineralischer Prägung, Weingut Aigner, hier hat mir der Grüne Veltliner Weinzierlberg DAC 2009 sehr gut gefallen, wirkt bereits trinkfertig, mit Charme und guter Balance,
  • etwas "gelassener", runder und reifer zB. vom Weingut Rabl, Güner Veltliner Spiegel DAC 2009 & Vinum Optimum DAC Reserve 2009, etwas Tabak, reife Gelbfrucht, ein weiches und rundes Mundgefühl, harmonisch zu trinken, mollig ohne breit zu wirken, genauso die Weinpalette der Familie Kirchmayer,
  • vom Weingut Berger der Riesling Steingraben DAC Reserve 2009, feine Fruchtnoten, nicht aufgringlich, nervig, die klassischen Pfirsicharomen kommen erst am Gaumen, sehr balanciert und souverän,
  • im "High End"-Segment ist wie immer das Schloß Gobelsburg mit seinem Grünen Veltliner Lamm DAC Reserve 2008 vertreten, mächtiger Extrakt, druckvoll und gebündelt, beste Anlagen, großes Potential,
  • das Highlight der Präsentation war für mich Ilse Maier vom Geyerhof. Zum einen zeigten sich die Weine in bezug auf Sortenvergleich ebenbürtig, zum anderen lagen die Weine des Bioweingutes mit ihrer schneidig straffen und mineralisch geprägten Art genau auf auf meiner bevorzugten Linie. Die 5 degustierten Exemplare - GV Hoher Rain & Steinleithn, Rs Sprinzenberg, Johannisberg & Kirchensteig 2008 - spiegeln auf höchst individuelle Weise ihr Terroir wieder, niemals zuvor hatte ich das bei einem Betrieb (und dem Grünen Veltliner) so intensiv erlebt. Sie zeigten sich souverän, teilweise recht fordernd und eigenständig. Wie hat es ein Teilnehmer so treffend formuliert? Diese Weine waren in ihrer Kindheit (am Stock), wohlbehütet, brauchten niemals Furcht zu haben (Trockenstress, Nährstoffengpässe udgl. mehr), wuchsen in einer intakten Umwelt auf und deswegen sind aus ihnen heute vor Selbstbewußtsein strotzende, höchst individuelle Geschöpfe erwachsen. Biowein at its best!

Mittwoch, 21. April 2010

Weinlandschaft

Am 07. und 08. Mai findet im "Freiraum" des Lentos Kunstmuseums in Linz erstmals eine Weinveranstaltung der besonderen Art statt.

Wein & Landschaft werden dabei untrennbar miteinander verknüpft und auf mehreren Ebenen zum Leitmotiv der Veranstaltung.
Unter dem Titel wein.landschaft gestalten junge Architekten den Rahmen der Weinverkostung, in der 25 Winzer aus allen Weinregionen Österreichs die Vielfalt der heimischen Weine präsentieren.
Im Eintritt ist der Besuch der Ausstellung im Lentos Kunstmuseum inkludiert. Vorverkaufskarten gibt es im Lentos und beim Hotel zum Schwarzen Bären.

Mittwoch, 31. März 2010

Weinverkostungstermine in Linz im April

Die alljährlich stattfindende Jahrgangspräsentation der Steiermark am 7. April (16-21h) im Linzer Palais Kaufmännischer Verein. Zur Verkostung kommen neben den Weinen des neuen Jahrgangs diesmal auch die Lagenweinen der vorangegangenen Jahre.

Erstmalig gibt es eine gemeinsame DAC Jahrgangspräsentation der niederösterreichischen Regionen Traisental, Krems- & Kamptal am Dienstag, 20. April im Design Center Linz (ab 16h öffentlich, vorher Fachpublikum), welche Dorli Muhrs Wine-PR-Team Wine & Partners ausgerichtet wird. Rund 600 Weine von 150 Betrieben gibt es zu verkosten - es heißt also früh anzufangen ;-)

Am Freitag den 24. April findet wiederum von 14-21h die traditionelle Linzer Frühlingsweinkost der ARGE Weinpromotion / Klaus Stummvoll im Palais Kaufmännischer Verein statt. Wie immer gibt es vom OÖ Sommeliersverein einen besonderen Gast, diesmal das Weingut Reichsrat von Buhl aus Deidesheim / Pfalz.

Dienstag, 9. März 2010

Grüner Veltliner DAC Weinviertel

Da war ja ziemlich was los, auf der diesjährigen Vorstellung der Weinviertler DAC-Weine im Linzer Design-Center. Ein ganz ähnliches Bild wie bei der Burgenlandpräsentation. Da frage ich mich, wovon dieses (wachsende)(lokale) Interesse am Wein wohl genährt wird? Die Winzer jedenfalls freute der Ansturm.

Bildquellennachweis: Weinviertel DAC

Es war meine erste Weinviertel DAC Verkostung. Und diesmal ein Pflichttermin. Denn das, was ich im Herbst des Vorjahrs in der westlichen Region des Weinviertels um Retz gesehen und erlebt hat, nahm mich unmittelbar gefangen. Ruhe, weites Land, freundliche Leute, gute Weine - Entschleunigung für Geist und Körper. Zuneigung und Liebe auf den ersten Blick.

Das Weinviertel ist immer ein bißchen auch eine Reise in vergangene Tage, in Zeiten, wo Weininteressierte stolz vom "ihrem" Weinbauern erzählen, regelmäßig dort zu Besuch erscheinen und mehr oder weniger intensiv am Winzer(familien)leben Teil nehmen.
Von diesem persönlichen Nahverhältnis ist auf einigen Ständen viel zu spüren. Ein wenig zuhören offenbart auch gleich die Erwartungshaltungen vieler Besucher:
  • ein wenig über den neuen Weinjahrgang und seine die Eigenheiten plaudern,
  • ein paar saubere, frische Glaserl Wein zu trinken bzw. zu verkosten und so
  • die besten Bouteillen um anständige €5-6 zu finden.
So einfach ist das für die Meisten.

Da ist es einleuchtend, daß für viele Betriebe der mit dem 2009er erstmals auftauchende DAC Reserve zum Problem wird. €12 (und darüber) soll sie kosten, eine Flasche der Reserve. Viele Betriebe haben keinen Wein in dieser Liga im Angebot. Und selbst wenn - ihr Kundenstock wär nicht bereit soviel für eine Flasche "Grünen" auszugeben!
Und somit wird's wohl zukünftig eine Zwei-Klassen-Weingesellschaft geben, im schönen Weinviertel.

Das Weinviertel zu verstehen ist nicht schwierig und das ist gut so! Da stehen Landwirte & Weingärtner an den Ständen, keine Marketingprofis. Ein flüchtiger Blick auf kräftige Arbeitshände genügt - Winzer und Winzerinnen mit Leib & Seele. Das macht mir diese Region doppelt sympathisch. Zudem gibt es immer noch tolle Weinqualitäten zum konkurrenzlosen Preis zu entdecken!

Der Jahrgang 2009 selbst ist sehr gut gelungen, und das, obwohl es Herausforderungen zur Genüge gab:
  • einen langen Winter,
  • Verrieselung im Frühjahr, besonders bei den Burgundersorten,
  • einen feuchter Sommer - in einigen Regionen ergoß sich an einem Tag streckenweise die Regenmenge eines Jahres und
  • Hagelschäden, die teilweise lokal furchtbar wüteten!
In Summe sorgte das bei einigen Betrieben für eine Halbierung(!) der Erntemenge! Wäre da nicht ein traumhafter Altweibersommer und Herbst gewesen, welcher der Aromenausbildung förderlich war, würde wohl keiner ein lachendes Gesicht machen? So aber waren alle durchwegs angetan, sogar begeistert, von den Qualitäten, die dieser Jahrgang anzubieten hat.

In Summe gibt es somit die Grünen Veltliner in einigen feinen, jedoch unterschiedlichen Stilistiken:
  • Schlanke, saubere, den Appetit stimulierende, auch von nerviger Säure getragene Fruchtbomben (der Klassiker sozusagen) wie zB. der DAC Hundspoint vom Weinhof Edlinger oder der DAC Classic vom Weingut E. Gruber (beide aus Röschitz)
  • Jene wunderbar balancierten Exemplare, von nichts zu wenig oder zuviel vorhanden war, in sich stimmig und alle mit einer Extraportion Finesse ausgestattet, zB. der DAC Classic und DAC Steinparz vom Weingut Hindler (Schrattenthal), der DAC vom Weingut Seher (Platt) bzw. DAC von Josef Seifried (Oberstinkenbrunn) sowie der DAC Ausstich vom Weingut Setzer (Hohenwart)
  • Einige, bei denen die höhere Reifere (zum) auch deutlich in der Stilistik durchschlägt, schön am Gaumen zu erfühlen beim DAC Blickenberg vom Weinbau Greilinger (Schöngrabern) oder den beiden DAC Weinen Classic und von der Riede Steinviertel von Heinzl-Gettinger (Deinzendorf) oder aber auch beim Weingut Schwarzböck aus Hagenbrunn mit dem GV der Ried Schachern, ganz extrem diesmal die die barocke, opulente Stilistik bei den Pfaffels (Stetten) mit DAC Zeiseneck und DAC Haidviertel und auch der DAC vom Schloß Bockfließ von sandiger Lage. Am Besten von allen ein paar Flaschen kaufen, weglegen und sich in 5 Jahren daran erfreuen!
  • Und dann gibt es da noch den Wein der Veranstaltung, welcher abseits der Primärfrucht Aromatik, Balance und Finesse und zudem auch noch eine Spannung in Form von puren mineralischen Noten in Glas bringt: der DAC Phelling vom Pollerhof in Röschitz aus 30-40 Jahre alten Rebbestand ist mir mehr als nur positiv im Gedächnis geblieben!

Da sollte für jeden was dabei sein - auch für jene, die auf der Suche nach dem vielbeworbenen Pfefferl sind.. ;-)

Sonntag, 28. Februar 2010

Burgenlandweinpräsentation

Im für diese Veranstaltung bereits bewährten Linzer Designcenter fand am 25.2. die Präsentation der aktuelle burgenländische Weinpalette in Weiß-Rot & Süß zur Verkostung bereit.
65 Weingüter mit im Schnitt 5 Weinen sorgten für die ganze Bandbreite burgenländischer Winzerkunst - ganz klar, daß der Konsument daraus nur einen kleinen Ausschnitt verkosten kann. Am Besucherinteresse gemessen kann dem Abend jedenfalls ein toller Erfolg zugesprochen werden.

Licht und Schatten lagen nahe beieinander - mein Kurzresummée fällt wie folgt aus:
Nichts Großes, dafür viele wirklich gute Weine, aber auch etliches Enttäuschendes, teilweise sogar von renommierten Betrieben - darüber gab es einen klaren Konsens mit vielen Weinfreunden.

Besonders erfreulich war diesmal jedoch, daß ich Winzer und Bloggerkollege Bernhard Fiedler persönlich kenngelernt habe. Jemanden die Hand zu schütteln und mit ihm eine gute Dreiviertelstunde zu plaudern hat doch eine andere Qualität - nicht immer nur Kommentare zu Blogbeiträgen zu verfassen. Und das, obwohl ich Bernhards Beiträge wegen ihrer klar strukturierten Wissensvermittlung für Weininteressierte und klaren Sprache mehr als schätze.

Bernhard Fiedler (rechts) vom Grenzhof Fiedler aus Mörbisch, Burgenland

So hatte ich auch gleich einmal die Möglichkeit, einen Ausschnitt aus der Weinpalette vom Grenzhof Fiedler verkosten zu können und etwas von Bernhards Weinverständnis und -interpretation vermittelt zu bekommen. Allesamt sind sie blitzsauber, zeigen eine feine Frucht und Balance am Gaumen, keine Blender, sondern grundsolides, wohlüberlegtes Winzerhandwerk. Weine, die guten Trinkspaß besitzen und auch leise Zwischentöne zum Hineinhorchen offerieren.
Besonders zugesagt haben mir 2 Weine, einerseits der 2009er Muskat Ottonel, eine traditionsreiche Rebe im Burgenland, vital traubig, sommerlich leicht & beschwingt, trocken, wirkt wegen seine aromatischen Art sehr zugänglich, mit einer harmonische Säurestruktur und zum Zweiten ein vielschichtiger 2006er Cabernet Sauvignon, herrliches Toasting und Röstaromatik, Kaffee, zarte Cassisaromen, fließt mit großer Finesse über die Zunge, eher schlank, reife Gerbstoffstruktur, paprizierend im Nachgeschmack, wirkt noch jung, ist aber bereits mit Genuß zu trinken, Potential!

***
Was gibt es sonst noch zu bemerken?
Schade, daß es keinen gemeinsamen Auftritt der Leithabergwinzer (so wie vor zwei Jahren) gegeben hat. Eine vergebene Chance, die Weine der künftigen DAC Leithaberg (ab Jahrgang 2009) von Anfang an gleich in das richtige Licht zu setzen und Marketing im Vorfeld zu betreiben.
Geschlossener agierten hier die Weinbaukollegen vom Eisenberg, welche zukünftig ebenfalls mit einer eigenen DAC bedacht wurden (ab 2009, Reserve-Weine ab Jahrgang 2008) und zumindestens die Leitbetriebe der Region unter einem gemeinsamen Vermarktungskonzept "Deutsch-Schützener Six-Pack" ihre Blaufränkisch zur Verkostung anboten. Unter dem Slogan „Mit der Kraft der südburgenländischen Erde“ zeigen die Weingüter Kopfensteiner, Krutzler, Schützenhof, Wachter-Wiesler, Wallner und Weber einmal mehr, welches tolles Potential als eigenständige Terroirlage rechtfertigt.

Viele 2007er Rotweine präsentieren sich in toller Verfassung und gerade bei Betrieben, welche eine eher kraftvolle Stilistik pflegen, zeigen sich die Vertreter des Nachfolgejahrgangs oftmals durchwegs balancierter und mit besserem Trinkfluß ausgestattet.

Weine, die ich - und der mich begleitenden Weinfreund Richard Touzimsky - positiv vermerkt haben:
  • ein frisch feiner, traubiger und von Riesling geprägter Frizzante Cuvée 2008 der Sektkellerei Gebrüder Szigeti,
  • ein feiner 2008er Imperial Weiß der Schloßkellerei Halbturn, Finesse, fein verwobenes Holz, wirkt komplett, gute Balance zeigt ebenso der 2006er Koenigsegg Rot, viel Fruchtcharme aus einer Cuvée aus Zweigelt, Blaufränkisch und St. Laurent mit 1/3 neuem Holz, erhaben der 2007er Imperial Rot, noble Bordeaux-Stilistik, mit viel Würze, sehr geschliffen, tolle Harmonie, gute Länge,
  • ein toller, messerscharfer '09er Muskateller vom Weingut Mariell, frisch, mit viel Zitus, glockenklar und blitzsauber, wer braucht da noch einen Südsteirer ;-)
  • Günter Triebaumer zeigt einen diesmal etwas fetteren, nicht ganz durchgegorenen, dafür intensiveren 2009er Furmint, lang, ein versprechen für die Zukunft, ein wiederum toller '09er Sauvignon Blanc, frisch, guter Extrakt im Glas, rot paprizierend, aber nicht vorlaut und ein hochfeiner 2007er Blaufränkisch Reserve, Kaffee und Likör, süßer Fruchtgaumen, gute Säurestruktur, im Dialog mit reifen Gerbstoffen, toller Wein!
  • mit Potential die Faßprobe vom 2008er Blaufränkisch Biiri des Weingut Igler, süße Kirsche, etwas Rumtopf, kräftiges Tannin, derzeit aber auch noch nicht ganz balanciert, gute Anlagen,
  • ein diesmal fast ziviler 2007er Titan vom Weingut Tesch, süße Frucht, Holz, Palisander, gute, feste Struktur zeigend, dabei am Gaumen fast schmeichelnd weich, macht bereits richtig Spaß zu trinken, ein Titan mit Charme :-)
  • seit 2008 neu im Programm beim Weingut Johann Heinrich ist der Alpha, Blaufränkisch trifft hier auf Nebbiolo, der '09er zeigt sich bei feiner rotbeeriger Frucht sehr balanciert am Gaumen, weich, gute Säure, ansprechend schlanker und unkomplizierter Trinkspaß, das pure Gegenteil der hedonistische Blaufränkisch Goldberg Reserve 2007, Würze, viel Struktur, Zwetschke, weich, saftig im Mundgefühl, feuriger Abgang mit guter Länge,
  • Vinum Ferreum, Cuvée Saeculum 2006, Blaufränkisch, Zweigelt und Merlot, würzig, engmaschig und am Gaumen und doch mit Spiel, feiner Dialog von Gerbstoffe und Säure ergeben einen durch & durch spannenden Wein,
  • gelungen ist der 2007er Blaufränkisch Weinberg vom Weingut Kopfensteiner, zeigt Finesse, ist warm im Mund, Säurebalance und Tannin, sehr schön auch der 2007er Blaufränkisch Eisenberg Selektion, fokussiert, weicher Fruchtgaumen, Holz gut integriert, Mineralik im Abgang, fest, terroirbezogen, gute Balance,
  • Weinbau Weber zeigt einen festen '07er Centaurus, kraftvolle Struktur und viele, viele Gerbstoffe, noch etwas bitter hintennach, zuwarten, prachtvoll der 2007er Vinea, eine Cuvée aus Cabernet, Blaufränkisch und Merlot, Kaffee, Mokka, tiefe Struktur, viel Power, vitale Säure, harmonischer als der Centaurus, Charakterwein,
  • superb auch die 2008er Faßprobe des Perwolffs von Reinhold Krutzler, violett, dunkles Fruchtconfit, Schokotouch, mittelgewichtig, wunderbar ausbalanciert, bereits animierender Dialog zwischen Säure und Tannin, zeigt beste Anlagen, wie immer ein toller Stoff!
Nächster Halt bei der Weinviertel DAC-Verkostung in KW9.

Sonntag, 10. Mai 2009

Too Young to Die! - Die Problematik der Jungweinverkostung beim Weinfrühling Linz

Fixpunkt im Linzer Weinjahresablauf ist der Weinfrühling & (Herbst) im stilvollen Ambiente des Palais Kaufmännischer Verein Ende April.

Wen es interessiert, einführend ein paar Worte zum nicht ganz einfachen österreichischen o8er Weinjahr aus der vinaria-Presse.

Als untypischer österreichischer (Weiß-)Weinkonsument - also einer, der einem Teil seiner Weine auch die notwendige Reifezeit zur Entfaltung des Potentials ermöglicht - hat sich bei dieser Jungweinverkostung wieder einmal die Diskrepanz zwischen Wollen und Tun gezeigt.
Einmal mehr präsentierten sich der Großteil der Lagenweine - entweder gerade gefüllt oder noch als Faßproben - als schwierig beurteilbar, weil verschlossen, verkapselt und unbalanciert. Und ohne Frucht und ohne Charme eben kein Tringvergnügen!
Natürlich haben diese Weine allesamt Potential, nur gleicht eine seriöse Einschätzung dieser einem Lesen im Weinstein. Höre ich da nicht wieder die Stimmen der Professionellen, daß alles eben nur eine Frage der Erfahrung sei?
In Diskussionen mit den jeweiligen Vertretern der anwesenden Weingüter gab's zum Statement der derzeit schwierigen Beurteilung (für die nicht immer erfahrenen) Konsumenten fast ausnahmslos Zustimmung: "..ein Riese, aber gerade erst gefüllt..", "..wird erst im Herbst das wahre Potential offenlegen..", "..viel zu jung.." usw.

Warum - so frage ich (mich) dann - werden die Weine denn schon präsentiert? Wenn ich die Winzer dazu ermutige, die Konsumenten auch zur Einhaltung der Reifezeit zu "erziehen", stoße ich meistens auf ablehnende Argumente wie "..das geht nicht..", "..die wollen immer alles sofort..", "..wenn ich die Weine nicht habe, kaufen sie woanders..", "..haben wir immer so gemacht..", usw. Womit das eingangs erwähnte Volk der Jungwein-Trinker manifestiert ist!

Klar gibt's Schwierigkeiten, den Lagenwein im Herbst zu verkaufen, wenn viele bereits nervös auf das Erscheinen des neuen Jahrgangs zB. in Form des steirischen Junkers warten. Aber mal ehrlich - die entweder / oder Weintrinker sind erstens ohnehin nicht das richtige Zielpublikum für Lagenweine, zweitens kann man Äpfel (Jungwein) nicht mit Birnen (Lagenwein) vergleichen und drittens sind die Lagenweine zumeist quantitätsmäßig im Weinangebot nicht für das Überleben der Betriebe zuständig, viel eher für das Renommée.
Warum soll ein Winzer seine Qualitätsanstrengungen, welche einen Wein zu dem machen, was er ist, durch die Wahl eines falschen Präsentationszeitpunkts (subjektiv) mindern - meines Erachtens völlig unverständlich, warum jemand das freiwillig tun sollte.

Dabei ist die Lösung, welche beide Parteien zufriedenstellt, ganz einfach zu realisieren. Einfach durch den direkten Vergleich zum Vorgängerjahrgang. Der muß einfach ermöglicht werden. Dann gibt's die Aha-Erlebnisse zu mehr Frucht, zu einer reiferen Aromatik, zu harmonischerem Trinkvergnügen, zu mehr Balance und Tiefe im Gesamtbild.
Das alles natürlich nur dann - und hier beginnt das Spiel leider von vorne - wenn noch einige Flaschen des Vorgängerjahrgangs verfügbar sind. Was wiederum bedingt, daß nicht alle Flaschen im Frühling an die Ungeduldigen verscherbelt werden, was wiederum bedingt, daß die Weinfreunde sich erstmals am in Ruhe entwickelten Vorjahreswein genüßlich erquicken, was wiederum bedingt, daß die Winzer die Konsumenten.......... und-so-fort!

Wenden wir uns den einfacheren Dingen zu - im Groben meine Erkenntnisse des diesjährigen Weinfrühlings:
  • wie bereits erwähnt, viele zu junge Weine,
  • welche dann oftmals auch noch bis zur Schmerzgrenze eiskalt auf "Eiswein-Temperatur" runtergekühlt ausgeschenkt wurden.
  • Die Rieslinge zeigten sich im Vergleich zu den Grünen Veltlinern bereits zugänglicher, mit ausgeprägterer Fruchtaromatik - was natürlich auch an der Rebsorte selbst liegt - dafür aber mit (geschmacklich empfundenen) Säurewerten an der Grenze des Harmonischen. Analytisch liegen die Werte lt. Auskunft einiger Winzer "nur" 0.2 -0.5 g/l über den Werten des 2007er Jahrgangs, welcher in meinem Empfinden bereits ein typisch resch-österreichischer Jahrgang war. Genau mit diesem Argument wird aber der "Säureschiefstand" gerechtfertigt.
Positives zu berichten gab's von Josef Fritz, der eine tolle Serie hinlegte, angefangen von beiden Roten Veltlinern Wagramterassen 2008 und Steinberg 2007, wuchtige, druckvolle und aromatische Weine, über die Grünen Veltliner Schafberg mit vom Löß geprägten feinen Aromatik und Himmelreich 2008, voll, dicht, Tabak, salziges(!) Finish zu den beiden klasse Traminern Trausatz 2008, duftig, blitzsauber und eine Konkurrenz zur Südoststeiermark sowie der barriquegeprägten Grande Reserve Trausatz 2007, ein Wein für die nächste Dekade. Auch der faßgelagterte Chardonnay Grande Reserve 2007 vom Steinberg ein strömender, balancierter Hedonistentraum für die nächsten 10 Jahre - Bravo!

Wie immer ein guter Tipp ist der Sauvignon Blanc Wahre Werte von der Riede Sandgrube, Weingut Weixelbaum in Strass, Cassis pur, süß-süffig, intensiv, mit gutem Säure-Fruchtdialog, ebenso die Peter Skoff'schen Sauvignon Blancs vom Kranachberg in der Südsteiermark, paprika, grasig, eher schlank, aber fein balanciert, die holzgeschulterte Reserve 2007, druckvoll, die Frucht noch etwas maskiert, ein Sommerhit auch der duftig aromatische und trinkanimierende Gemischte Satz 2008.
Feiner Sauvignon Blanc Fohrhof Collection auch von der Kellerei Kurtatsch in Südtirol, grasig mit viel Bennesselaromatik, fein fokussiert, auch der Weißburgunder Hofstatt, ein Bilderbuch-Spargelwein!

Wine of the Show
war ein Grüner Veltliner Käferberg 1998 von Bründlmayer, dargeboten wie immer von meinem Schulkollegen und nunmehrigen Produktmanager vom Weinmagazin wein.pur, Oliver Krainz, wirkt absolut jugendlich, steht prachtvoll offen im Glas, sehr mineralisch, Tabak, im Mund voll der Würze, leicht salzig, endlos langer Abgang - wauoah - Danke Oliver, danke wein.pur!

Freitag, 20. März 2009

Weinfrühling im Alten Linzer Rathaus

Wie immer ermöglicht der überschaubare Rahmen - diesmal waren so viele Leute wie noch nie! - eine erste Standortbestimmung des aktuellen Weinjahrgangs, insbesonders bei den Grünen Veltlinern (GV).
  • Die Winzer waren iA mit ihren Qualitäten sehr zufrieden - andererseits, wann sind sie das nicht?
  • Die Weine zeigen sich harmonisch, in der Säure optimal, dh. von 5 bis 6g / l im Kabinettbereich und damit fast gleichauf zu 2007,
  • Positiv ist mir aufgefallen, daß die meisten Weine um ein halbes Volumsprozent niedriger im Alkohol zu den Vorjahresvertretern liegen, und dennoch eine guter Struktur besitzen!
  • Einige Winzer hatten ihre 2007er-Topweine mit und ermöglichten so einen schönen Vergleich, was ein Jahr Reife in dieser Gewichtsklasse ausmacht. Diese Weine hatten ohnehin leichtes Spiel, denn besonders die 2008er Weine in den höheren Graduationen vom Veltliner waren Faßproben, schwer einzuschätzen und ohne wirklichen Genuß zu verkosten.
    Meine unablässige Bitte an die Winzer, die Konsumenten doch etwas in Richtung "Reife" zu erziehen, scheint doch vereinzelt auf ein offenes Ohr zu stoßen. Es erscheint mir ohnehin kontraproduktiv, Weine, welche erst im Herbst erhältlich sein werden, in diesem jungen und unfertigen Stadium den Konsumenten vorzusetzen.
Nachfolgende meine Empfehlungen:
  • Weingut Aigner, Kremstal, angenehm der GV Weinzierlberg, ein klassischer, frischer Sommerveltliner, nochdazu ohne das von mir so verabscheute Eiszuckerl, am Besten von allen kräftigen Veltliner - und damit für mich der Star des Abends - war der Veltliner Sandgrube Privat 07 Reserve DAC, unglaublich tiefe Noten, nach Kaffee und Mokka, dabei hat der Wein kein Holz gesehen, feste Struktur zeigend, gut harmonisch, auch die Säure, lang, viel Potential, ein Top-Vertreter, nicht minder fein der Gelber Muskateller, eigentlich ganz die steirische Classic-Linie, viel vibrierende Frucht, nervige Säure und trocken am Gaumen, ein Aperitif-Klassiker,
  • Wie immmer ist auch auf das Weingut Maglock-Nagel in Strass, Kamptal verlaß, sehr primärfruchtig ausgebaute Weine, ein guter Riesling Gaisberg, glockenklare, herbe Frucht, mineralisch, vibrierend, noch einen Tick traumhafter zeigt sich der Riesling Wechselberg, frisch, viel Marille, nervige Säure, sehr trinkanimierend, feine Balance, wirkt bereits fertig, auch beide leichteren Veltliner konnten überzeugen, der DAC Hasel nicht ganz so primärfruchtig, mit feiner Harmonie, der GV vom Wechselberg stilistisch extrem fruchtig, mit gutem Sortentypus, sehr balanciert,
  • Weingut Franz Anton Mayer, Königsbrunn, Wagram, unter den Veltlinern gefällt mir der GV Ried Bromberg am Besten, sehr fokussiert, aber die Hormonie ob seiner Jugend noch nicht ganz erreicht, Sauvignon Blanc, das ist Cassis pur im Glas, harmonisch, breit (etwas Restzucker!), aber auch Säure, ein Kraftlackel von Wein,
  • Joe Bauer, Feuersbrunn, Wagram, sehr schöner GV Spiegel Alte Reben, mit viel Tabak, wirkt sehr stoffig, straff und dicht, die Balance noch nicht ganz erreicht, ebenso ein feiner Rosé aus Saftabzug (Saignée), gute Würzenase, herb, sehr harmonische Säure, feines Fruchtsüße im Abgang,
  • Weingut Lutzer, Haugsdorf, Weinviertel, wiederum eine komplett gelungene Serie, keine Überflieger, aber allesamt ehrliche Winzerweine auf handwerklich gutem Niveau, ein feinziselierter Rosé-Frizzante, gut balanciert und belebend, GV Weinviertel DAC Hasenecken, mineralische Noten, schlank und fokussiert, der GV DAC Gerichtsberg ist mehr fruchtbetont, zeigt gutes Volumen im Mund, erfrischende Säure, auch der Sauvignon Blanc ist mit feiner, grasigen Aromatik ausgestattet, nerviger Säurestruktur, gut zu trinken, ein herrlich süffiger Blauer Portugieser 2007, ohne wirklichen Anspruch, aber rund, reif und geschmeidig, einfach einfach easy drinking, der St. Laurent 2006 ist dicht, fruchtig nach Sauerkirsche, besitzt eine gute Säure, alles Weine ohne Reue um weniger als € 6!
  • Johann Gisperg, Teesdorf, Thermenregion, zwei meiner Meinung nach sehr gute Weine, der St.Laurent und Pinot Noir Reserve 2006, derzeit noch mit viel Holz behaftet, trotzdem verführerische Nase, Kaffee, Liköraromatik, wirken extrem fokussiert, forsches Säuregerüst, sehr jung und mit viel Anlagen für die Zukunft, für mich Klasse! aber auch kontroversiell als schwierige Stilistik beurteilt,
  • Weingut Heggenberger, Tattendorf, Thermenregion, ein feiner, burgundisch wirkender Pinot Noir 2006 Reserve, zeigt viel Struktur und Tannin, ebenso der St.Laurent Reserve 2006, gut füllig, schöne Säurebalance, das ganze Potential der Thermenregion,
  • Weingut Schneider, Tattendorf, Thermenregion, zeigt eine andere, unmittelbar zugängliche Art der Thermenregionweine im Vergleich zu den beiden Vorgängern, ein runder und fülliger, ja fast weicher St.Laurent ermöglicht unkomplizierten Trinkgenuß, Pinot Noir 2006 Reserve, kräuterwürzige Nase, gute Struktur, mittelgewichtig, Würze im Abgang, geschmeidig rund.
Nachlese Weinfrühling 2008 | 2007 | 2006

Samstag, 3. Mai 2008

Burgendland in Weiß.Rot.Süß

Die Präsentation ausgewählter Weine des Burgenlands im Linzer Design Center liegt ja jetzt schon ein paar Tage zurück. Ich konzentriere mich in meiner Zusammenfassung auf jene Weine (in zufälliger Reihenfolge), die mir positiv in Erinnerung geblieben sind.
  • Als Einstieg der Muskat Ottonell Sekt 2006 von der Sektkellerei Szigeti, gute Muskataromatik, viel Volumen, aber auch CO2,
  • Günter Triebaumer, Rust, ein herrlicher Furmit 2007, eine leider viel zu unbekannte und unterstätze Rebsorte (im trockenen Ausbau!), Heu, Blumenwiese, Äpel, vielschichtig & mit wundervoller Säure, ein Winner ebenso der Muskateller, steirische Stilistik, viel Zitrus, knochentrocken, gelungen & macht Spaß (meinte auch kürzlich die Zeitschrift vinaria),
  • Merlot Schneiderteil 2005, Esterhazy Wein, viel Frucht, gute Struktur und Trinkanimo, auch der Estoras 2006, eine Cuvée aus 2/3 Blaufränkisch und Cabernet zeigte sich fruchtbetont, hatte Charme, aber auch viel Tannin, etwas austrocknend hintennach,
  • Weingut Feiler-Artinger, fruchtig-süß der Blaufränkisch 2006, mit weichem Tannin, macht Spaß, ebenso der röstige Cabernet Sauvignon 2005, feste Struktur gepaart mit feiner Säure, harmonisch & gut,
  • die Weißen aus der 2006er-Serie der Leithaberg-Winzer waren für mich die überzeugensten Weine - eine durchgehend feine Serie (annähernd) aller beteiligten Betriebe. Nirgendswo in Österreich gibt es derzeit soviel gebündeltes Terroir. Interessant war's die Silistikunterschiede der Chardonnay und Grüne Veltliner-Weine auf unterschiedlichem Boden (Urgesteinsböden - Kalk, Schiefer) zu erkosten. Bester Vertreter für mich war der Chardonnay von Hans Nittnaus, extreme Mineralik, sehr lebendig, perfekt balanciert mit dem richtigen Säurebiß, ein sehr, sehr guter Wein, ebenso der vom Weißburgunder LeithabergWeingut Prieler, Mineralik, Feuerstein, feine Blance, nervige Struktur, fast ähnlich der Grüne Veltliner vom Weingut Sommer in Donnerskirchen, gut auch die Vertreter vom Weingut Nehrer in St. Georgen, Erbhof Bayer in Donnerskirchen, Birgit Braunstein aus Purbach, eher internationale Stilistik mit gut eingebundenem Holz, ebenso der etwas lebendigere Leithaberg Weiß des Weingut Gmeiner aus Purbach (alle Chardonnay), die Cuvée aus Weißurgunder & Neuburger(!) vom Weingut Tinhof und Toni Hartls Cuvée aus Chardonnay und Grünem Veltliner in einer bemerkenswerten Harmonie, die Vorzüge beider Sorten vereinend.
    Von den roten Leithabergweinen konnte mich keiner so wirklich überzegen, zu karg & schlank sind manche Weine, unbalanciert mit überprportional viel Tannin, gesamtheitlich gesehen zu unheitlich die Stilistik, viele (derzeit) ohne Balance, akzeptabel die Weine der Weingüter Mariell, Hartl & (na klar :-) Nittnaus.
  • Weingut Strehn, Deutschkreutz, ein feiner Blaufränkisch Joseph 2005, erdig & dunkelwürzig, engmaschig & mineralisch
  • im guten Mittelfeld waren die Weine von Weniger, Frau Weninger wirkte zum Schluß der Veranstaltung sehr müde, am Besten gefiel mir der Pinot Noir Kalkofen 2005, sehr sortentypisch und mit guter Länge,
  • sehr fein - wie immer - präsentierten sich auch die Weine quer durch die Bank vom Weingut Giefing in Rust, Notizen bereits am PlusCity-Festival gepostet,
  • und als guter Abschluß ein mit viel Holz und kräftiger Struktur versehener Blaufränkisch Juwel 2004 von einem verwaisten Stand des Rotweinguts Prickler in Lutzmannsburg, zu Recht im Salon 2007 und mit viel Potential.
Resumierend vermerke ich , daß mich viele rote Weine nicht überzeugen konnten und angesichts der Preisschilder der Weine frag' ich mich schon, woher die Winzer die Chuzpe nehmen, so an der Preisschraube zu drehen. Einigen Konsumenten fehlt anscheinend der internationale Vergleich, denn sonst würden sie ihr Geldbörsel desöfteren im Hosensack belassen. Erwähnenswert aber auch, daß genügend burgenländische Weingüter existieren, die gute Weine zu sehr fairen Preisen vertreiben.

Somit sollte die Überschrift des Blogeintrags eigentlich folgendermaßen lauten:

Weiß ja! rot schwierig und süß - leider aus ;-)

Samstag, 29. März 2008

Weinfrühling im Alten Rathaus

Mit 35 Ausstellern - zu 3/4 aus den Regionen Kremstal, Kamptal und Wagram, der Rest aus der Thermenregion, dem Neusiedlersee und der Steiermark - ein angenehmer und vor allem überschaubarer Rahmen. Die (nicht von allen WinzerInnen eingehaltene ;-) Vorgabe von 5 Weinen sorgt dabei für eine überschaubare und vor allem verkostbare Menge.
Die Probe war vom Umfang her sicherlich nicht repräsentativ für einen österreichischen Gesamtquerschnitt, bot mir dennoch einen guten ersten Einblick in die (ev. regionale) Gegebenheiten des aktuelle Jahrgangs - mein Fokus lag dabei vorwiegend auf den Grünen Veltlinern (GV).
  • Positiv, daß sich die 2007er GVs im Kabinettbereich bereits sehr zugänglich und harmonisch präsentieren und eine der Gastronomie zugute kommende Stilistik zeigen. Im Vergleich zum Vorgängerjahrgang - ein sehr gutes Jahr für den GV - zeigt sich der 2007er Jahrgang bereits weiter fortgeschritten in seiner Entwicklung.
  • Es gibt sie wieder, die (Sommer)Weine mit niedrigem Alkohlolgehalt um die 12% Vol., auch die "Granaten" liegen gut ein Volumsprozent unter dem Vorjahresniveau.
  • Jene Weine im Spätlese bzw. Smaragdbereich, welche bereits verkostet werden konnten, zeigten sich bereits durchaus antrinkbar, wirken derzeit aber eher eindimensional und fern der Beurteilbarkeit, Potential für schöne Weine besitzt der Jahrgang allemal.
  • Manchmal lag die Säure niedrig, die Exemplare wirken dadurch flach und lassen somit den Trinkfluß vermissen. Ebenso zeigten einige GVs eine sortenuntypische - zB. sauvignoneske - Aromatik, was dem Trinkspaß per se aber nicht entgegensteht.
Zu gefallen wussten heuer:
  • Weingut Rudolf Fritz, Thallern, Kremstal, eine bestechend schöne Kollektion, die beiden GVs Herrentrost und Frauengrund präsentieren sich mit vibrierender Frucht, sehr trinkanimierend und mit einer herrlichen Säurestruktur, der Riesling Steinhagen steht den Grünen Veltlinern nicht nach, auch die Kostprobe des Top-Veltliners aus der Lage Schwerer Zapfen zeigt viel Potential, alles in allem ist Rudolf Fritz heuer eine sichere Bank!
  • Weinhof Parzer, Furth-Göttweig, Kremstal, sehr schön der runde und vollmundige GV Reserve, eine Selektion aus den besten Trauben von Urgesteins- und Lößlagen,
  • bei den Weinen des Weinguts Schlamberger überzeugte besonders der GV Premier Grü Sandgrube (Krems), volle, klare Nase, lebhaft mit feiner Mineralik, auch die beiden Veltliner Dürnstein und vom Pfaffenberg aus der Wachau gefielen mir, erster etwas milder in seiner Säure,
  • Weinhof Arndorfer, Strass, Kamptal, ein herrlicher GV Dionysos Taufwein, kräftiges Goldgelb, viel Würze, wuchtige, runde Struktur, viel eigener Charakter, empfehlenswert auch der sortentypische Sauvignon Blanc Strass, weisser Holler gepaart mit nerviger Säure, ebenfalls ein Genuß ist es ob ihrer Begeisterungsfähigkeit mit der charmanten Dame des Hauses zu plaudern,
  • Verlaß ob der Qualität ist auch auf das Weingut Maglock-Nagel in Strass, Kamptal, sehr primärfruchtig ausgebaute Weine, ein wundervoller Riesling Wechselberg, glockenklare Frucht, frisch, zitronig im Abgang, sehr trinkfertig auch bereits der kräftige, parfumierte Veltliner vom Gaisberg, jener vom Wechselberg tendiert stilistisch heuer mehr Richtung Sauvignon, aber mit viel Trinkanimo,
  • Weingut Rosenberger, Rohrendorf, Kremstal, angenehm der GV Nachtfalter, ein klassischer Leicht + Trocken Sommerveltliner, am Besten schmeckte mir der Veltliner Kellerweingarten mit glockenklaren Zitrusnoten und nerviger, feiner Säurestruktur,
  • Reinberger, Grafenwörth, Wagram, erfrischend der Veltliner Rose Grün, leicht pfeffrig, sehr fein auch der Rote Veltliner, frischer Exotiktouch, durch eine leichte Süße am Gaumen gut gepuffert, feiner Säuredialog, sehr harmonisch,
  • Weingut Franz Anton Mayer, Königsbrunn, Wagram, ein prachtvoll kräftiger 2006er Veltliner Rainmacher, wuchtig, mit feinem, integrierten Holz, ein intensiver Sauvignon Blanc, Cassis pur im Glas, harmonisch, aber was für ein Kraftlackel, ganz der Winzer selbst ;-)
  • Weingut Reiterer, Wies, Südweststeiermark, der Schilcherspezialist, am schönsten war für mich jener der Lage Lamberg, schöne Erdbeerfrucht, klar, rassige Säure, ein Klassiker, zivilisierter und somit internationaler die Variante vom Engelweingarten, auch der Sekt hat was, mir persönlich aber etwas zu künstlich von der Aromatik und vielzuviel CO2,
  • Johann Gisperg, Teesdorf, Thermenregion, zeigt ebnfalls eine bestechende Linie , seine Stilistik ist über alle Rotweine gut erkennbar, der Gaumen eher schlank, aber engmaschig, immer mit guter Fruchtsüße und reifem, mürben Gerbstoffen, am Besten der Pinot Noir Reserve 2005, Cabernet Sauvignon 2005 und die Cuvèe Terroir de Pierre 2005 aus CS und St.Laurent, alles schöne und fair bepreiste Weine,
  • Weingut Heggenberger, Tattendorf, Thermenregion, ein prachtvoller klassischer Pinot Noir 2005 von den Burgundermachern, mit viel Sortentypizität in der Nase, rund, fruchtig, balanciert, mundfüllend, feiner und unkomplizierter Trinkspaß, auch die Reserve vom Pinot 2005 ist gut gelungen, diese wirkt seriöser, strenger und fokusiereter.
Nachlese Weinfrühling 2007

Donnerstag, 13. März 2008

Stressige Zeiten für Linzer Weinfreunde

Der Frühling steht vor der Tür und damit geht's Schlag auf Schlag! Nachfolgend die anstehenden Verkostungstermine für Linzer Weininteressierte - sieht nach viel Arbeit aus :-)

Dienstag, 27. November 2007

Linzer Weinherbst

Der Linzer Weinfrühling und sein jahreszeitliches Pendant - der Weinherbst - sind zwei Fixpunkte im Jahresablauf der oberösterreichischen Weinfreunde.
Gut ein Drittel der anwesenden Weinbaubetriebe bzw. Vertriebsmarken habe ich besucht, meistens um die 5 Weine probiert - bei dieser Menge ist (m)ein Spittoo obligatorisch. Der Großteil der Weine war (trotz einiger renommierten Betriebe) belangloser Durchschnitt, nur wenige Weine konnten mich überzeugen, ua.
  • der St. Laurent 2006 von Julius Steiner aus dem großen Holzfaß, Erdbeer- & Himbeeraromatik, würzig, gute Säure,
  • die meisten 2005er Rotweine der Leithabergwinzer waren entäuschend, fehlendes Profil, wirkten zu breit und zu wenig fokussiert, Ausnahmen bildeten die Weine von John Nittnaus (wie immer), Birgit Braunstein und Leo Sommer, trotzdem, um €20 gibt's massig Alternativen (nicht nur in Österreich),
  • Stefan Langs Weine haben an Profil gewonnen, mehr Richtung Finesse und weniger Extraktion, gefallen haben mir der Pinot Noir Reserve 2005, sortentypisch und doch kräftig, auch der feingliedrig 2005 Blaufränkisch Reserve DAC und die gute strukturierte, mit einer herrlichen Fruchtsüße ausgestattete Cuvee Excelsior 2005,
  • Körper-Faulhamers Zweigelt 2006 aus der Ried Ratschen, sehr fruchtig und doch mit einer gesunden Portion Tannin, feuerigem Abgang,
  • die beste Kollektion zeigte Vinum Ferreum, ein Traum der 2005er Blaufränkisch Classic, weiche Nase, harter Kern, straff und fest, harmonisch, völlig konträr die 2004er Reserve vom Blaufränkisch, samtig, feinkörniges, weiches Tannin, trinkfertig,
  • Rubin Carnuntum 2006 von Birgit Wiederstein, strukturiert und fest und doch grazil leicht wirkend, ebenso gut der 2006er Pinot Noir Die Diva, sehr burgundisch und fein,
  • der Klöcher Traminer 2006 von Lamprecht, herrliche Aromatik, sotentypisch, zeigt schon eine schöne Balance,
  • das einzig wirkliche Highlight war der Riesling Loibenberg Solist 1992 vom Weingut Kirchmayr, expressive Nase, Mineralik, noch immer quicklebendig, sensationeller Wein mit meditativem Charakter und weiterem Potential für die Zukunft, mit € 19 fair bepreist, auch ein 1983er Traminer war von hervorragender Qualität,
  • am wein.pur-Stand gab's außerdem gereifte Weine aus den Privatbeständen der Autoren - ein super Idee und ein toller Abschluß!
Aufallend war diesmal, daß das Publikum vermehrt gekommen war, um ein gutes Glas Wein zu trinken, die wenigsten suchten aber mit den Winzern und ihren Weinen das Gespräch - manchmal glich's an den Tischen schon einer Massenabfertigung! CU@Weinfrühling!

Dienstag, 13. November 2007

Plus City Weinfestival

Das alljährlich in der Plus City stattfindende Weinfestival ist nun nicht gerade ein Topereignis in der heimischen Weinlandschaft, bietet aber durch die Location in einer der größten Shopping Malls Österreichs einem breiten Publikum die Möglichkeit, sich in einer entspannten Athmospäre intensiver mit den unterschiedlichen heimischen Weinregionen und -stilen auseinanderzusetzen. Neben Top-Winzern wie Bründlmayer, Jurtschitsch, Opitz, Giefing und Tement lassen sich auch jedes Jahr eine neue Namen mit hervorragenden Qualitäten entdecken. Nachfolgend ein paar Impressionen von einem angenehmen Samstag-Nachmittag:
  • Terra Gomeliz, Sebastian Lerchl, Südsteiermark, ein junges Weingut, sehr gut gefallen haben mir die Cuvée Gomeliz 2006, ein fruchtiger Allrounder, gut balanciert, ein hübscher Wein, ebenso der Sauvignon Blanc 2006, sortentypisch mit viel weißem Holler, Traminer 2006, klassischer Rosenduft, wirkt fest strukturiert und doch grazil, wunderschön harmonisch, ein Tipp!
  • Weingut Grebenz, Südsteiermark, der schönste Wein war der Muskateller 2006, ganz sortentypisch, trocken ausgebaut und doch mit einem cremigen Schmelz im Abgang behaftet, sehr angenehm!
  • Weingut Spätrot, Thermenregion, die Weißen sind Gumpoldskirchner Königsweine, das heißt, Cuvees aus Zierpfandler und Rotgipfler zu annähernd gleichen Teilen. Die Nase bei allen 3 Weinen eher verhalten, die Klassik 2006 und Reserve 2005 (für mich ungewohnt) säurebetont, die Spätlese aus gleichem Jahr dafür im faszinierenden Spannungsfeld von Süße und Säure fein ausklingend.
  • Winzerhof Landauer-Gisperg, der Sieger des falstaff 2006 Zweigelt Grand Prix (den es leider nicht zu verkosten gab), einen herrlich frischen und aromatischen Gemischten Satz 2006, man tippt auf anteiligen Muskateller, jedoch kommt diese saftige Aromatik hier vom Grünen Veltliner und Traminer, herrlich unkomplizierter Trinkgenuß, diesen bietet ebenfalls der fruchtige Pinot Noir 2006 der Serie "Die Burgundermacher", nicht ohne Finesse, der St.Laurent Selektion und die Cuvee Neptun sind falstaff prämierte Weine, kräftig, wirken auf mich aber derzeit ein wenig alkoholisch, sind aber noch sehr jung und werden sich harmonisieren.
  • Schuster-Wimmer, Halbturn, Neusiedlersee, ebenfalls Sieger des falstaff 2006 Zweigelt Grand Prix, und den es auch nicht zu verkosten gab :-(, die anderen Weine machten das aber wett, wine 9 nine 2006, eine Cuvee aus 4 verschiedenen Rebsorten, weich und harmonisch, aber mit Anspruch, sehr gefällig, der Blaufränkisch 2006 präsentierte sich mit tiefer Frucht, sehr rund, mit Balance, hat auch im Mittelbau was zu bieten, feines Tannin, so geschmeidig, wie ich es normalerweise nur vom Zweigelt kenne, SALON-Wein, um wohlfeile € 5,50, fest strukturiert auch der Rot vom Heideboden 2006, rotbeerig, feiner Holzeinsatz, eine rundherum harmonische Sache, sehr gutes Preis- / Genußverhältnis um knapp über € 10
  • Weingut Hufnagel, Neckenmarkt, Mittelburgenland = Blaufränkischland, ein eher harter und dünner Blaufränkisch Ried Sonnensteig 2006, viel besser der Blaufränkisch Nyék-Classic 2006, feine Röstnoten, harmonisch, gute Struktur, gutes PLV, € 5,50, ebenfalls ein Winner der Blaufränkisch 2005, Goldmedaille der burgenländischen Landesprämierung, SALON-Wein 2007, vielschichtig, guter Körper, reifes Tannin, € 9,50, sein großer Bruder der Blaufränkisch Ried Neuberg 2006, SALON-Sieger 2007 zeigt sich eher hart am Gaumen, verschlossen viel Tannin, zum Abschluß der Shiraz 2004, sehr rund und fruchtige Nase, offen, aber fehlende Struktur, im Finish leicht austrocknendes Tannin, € 15, war das einzige Weingut, das sich die Kostproben trotz Bestellung bezahlen ließ, dafür aber für die Lieferung keine Versandkosten berrechnete!
  • Weingut Hundsdorfer, Neckenmarkt, Mittelburgenland = Blaufränkischland, alle verkosteten Weine - Zweigelt & St. Laurent Classic 2006, Pinot Noir 2005 Classic, Cuvee Canis & Cabernet Sauvignon 2004, Blaufränkisch Juwel 2003 - präsentieren sich (derzeit) eher hart, mit viel Tannin und schlankem Körper, fade Nase, schade, von diesem Weingut habe ich schon tolle Weine verkostet, die Ausnahme bildet diesmal der Zweiglt Barrique 2004, hübsche Nase, alle in Balance mit viel Struktur und feinen Gerbstoffen, Fr. Hundstorfer teilte meine Meinung über ihre Weine übrigens nicht und reagierte etwas schroff!
  • Erich Giefing, Rust, Neusiedlersee-Hügelland, Selbstbewußtsein hat er schon, der Hr. Giefing, aus hervorragenden Palette gefällt mir besonders der Zweigelt Reserve 2004, ein runder, stoffiger Wein mit hervorragender Struktur, ebenso der Bordeaux-Blend Cabernet Sauvignon / Merlot 2005, bereits sehr offen, immer einer meiner Favoriten der Cavallo 2003, Pinot Noir vom feinsten, feine Nase, balanciert und superbes Gerbstoffgerüst, auch der Blaufränkisch Reserve 2003, gut antrinkbarer Wein mit gutem Potential, ebenso die Cuvee Cardinal 2003, auch schon zugänglicher, alles stimmig, in Summe hohe Qualität wenngleich auch zu (angemessenen) hohen Preisen (€14 - 29)

Dienstag, 3. April 2007

Wakolbingers Weinwunder, Lederfabrik, Linz

Ein richtiger Promi-Event mit ziemlichen Andrang und in manchen Ecken war einerseits ob des in der Luft schwebemden Parfumduftes der schönsten Linzer Frauen, andererseits ob des Zigarettenqualmes an seriöses Probieren nicht zu denken - ob das der Wein verdient hat?

In Summe hat sich das bestätigt, was sich bei der Burgenland schon abgezeichnet hat: teilweise sehr gute Serien gehen Hand in Hand mit einigen Flops und hie und da erlebt man echte Highlights ;-)

Entäuschend
  • waren für mich die meisten österreichischen Rotweine der Jahrgänge 04 /05 , das inkludiert so illustre Namen / Weine wie Heinrichs Gabarinza 05 / Pannobile 04, Paul Achs Ungerberg 04, auch die Claus Preisingers Heideboden und Pannobile 05 aber auch ausländische Weine wie Montevertine CC 03 / Le Pergole Torte 01
  • allesamt mit vielzuviel Holz, breit in der Nase, verschlossen und sperrig am Gaumen, einige richtiggehend dünn, aber mit kräftigen Gerbstoffen, welche sich nicht harmonisch ins Gesamtbild einfügen - wo bleibt die Frucht, wo die Würze gepaart mit kühler Mineralik?
  • einige Weißweine wie zB. Steininger (lasch, fehlende Säure), Angerer (sehr verhalten und eher schlank) - das alles kann natürlich auch nur von meiner eigenen Unfähigkeit Wein im gegenwärtigen, jungem Stadium zu beurteilen liegen, alleine der Vergleich mit anderen Weingütern dieser Tage läßt mich daran zweifeln ;-)
Schwierig
  • einige Faßmuster wie zB. Bucheggers Riesling Moosburgerin 06 und GV Pfarrweingarten 06, beide mit erkennbarem Potential, aber im gegenwärtigen embryonalen Zustand sehr zwiespältig
Gut / Sehr gut
  • Steiningers Sekte (Sauvignon / Grüner Veltliner)
  • Hans Setzers Rote Veltliner und der Grüner Veltliner 8000, bei den leichteren GVs schwingt immer ein wenig Eiszuckerlaromatik mit)
  • Bucheggers Riesling Tiefenthal 06
  • Ploder-Rosenberg, ein wundererbar erfrischender Rosa Rot, auch der Muskateller sehr ordentlich, sowie der rote Eruption
  • Paul Kerschbaums Blaufränkisch Dürrau 04
  • Heribert Bayers In Signo Sagittari und Leonis, auch der Tauri war sehr gut (alle 05)
Das Highlight
  • des Abends waren sicherlich die Weine des Moselweinguts Schmitges - eine wundervolle Serie über alle Qualitäten, stimmige Harmonie und Trinkfluß bereits in des Basisqualitäten - das müsste einigen österreichischen Kollegen augenblicklich die Schamesröte ins Gesicht treiben, besser kann man den Konsumenten die Auswirkungen einer einzigen Rebsorte auf unterschiedlichem Terroir gar nicht anschaulich machen - meinen Respekt und Chapeau Herr Schmitges!