Donnerstag, 15. Juli 2010
BordeauxWahn(ohne)sinn
Eine Flasche Lafite-Rothschild um schlappe eintausend_und_fünfhundert Euro! Das ist doch der blanke Wahnsinn! Dagegen macht sich ein Mouton-Rothschild oder Haut-Brion um € 850,- fast wie ein SuperSonderangebot mit 40% Preisabschlag aus! Aber eben nur scheinbar.
Egal, die freie Marktwirtschaft (und der Shareholdervalue) macht's möglich und ich habe ohnehin bei Eur 300 zu zählen aufgehört. Gelacht haben wir auch damals schon, bei der 1994er Subskription, wo eine Flasche knapp 600 Schilling (€ 43) gekostet hat, Montrose 60% weniger und die bürgerlichen Gewächse weniger als ein Drittel - eine faire Preisstaffelung.
Ein Glück, daß in meiner Bordeauxwelt die (Preis-Wert)Realität noch immer vorhanden ist, denn ein Charmail, Villars oder Croix de Gay sind auch heute noch bezahlbar, mit einem akzeptablen Preissteigerungsfaktor von 1.3 seit 1994 im Vergleich zum 20(!)-fachen des Mouton.
Die Aussagen zur Qualität des 2009er Jahrgangs stimmen ja doch ganz optimistisch, obwohl ich skeptisch bin, hat doch bisher kein einziger hochgelobter 2000 wirklich brilliert. Obwohl, ich mag auch kräftige fruchtsüße Chilenen. Die sind allerdings um deutlich weniger Euronen als die Franzosen zu beziehen - abwarten und sich einstweilen am Kellerbestand erfreuen!
Mittwoch, 7. Juli 2010
Mission Bordeaux 2007
Während sich alle Welt am neuen Jahrhundertjahrgang erfreut - nach 2000, 2003 und 2005 eh' erst der vierte(!) in dieser Dekade - und sich gleichzeitig über die absurden Preisgestaltungen der arrivierten Châteaus mokieren - wieso eigentlich, ist doch das gleiche bigotte Schauspiel wie jedes Jahr? - ist es an der Zeit, sich an den noch "frischen" (und preiswerten) 2007er Weine zu erfreuen.Schon lange habe ich es aufgegeben, den traditionellen Jahrgangsbewertungen wie ein Lemming zu folgen, zu angenehme Weine aus kleinen Jahrgängen habe ich schon im Glas gehabt. Und das ohne 20-jährige Bordeauxerfahrung, ohne Teilnahme an Primeurvertkostungen und auch ganz ohne Premiers Crus!
Ja ich wage sogar die Behauptung, daß bei sorgfältiger Auswahl der Flaschen ein ebenso großer Trinkspaß wie bei den sogenannten Topjahrgängen garantiert ist - alleine schon wegen der entspannteren Erwartungshaltung dem Flascheninhalt gegenüber. Die Schonung der eigenen Geldbörse inkludiert!
2 außerordentliche und 3 wirklich gute Weine - allesamt noch in ihrer ansprechenden Fruchtphase behaftet - haben mich sehr positiv überrascht! So soll's sein und das ist mit ein Grund, warum sich (preislich angemessener) Bordeaux nachwievor in meinem Keller findet!
Château Rol Valentin 2007, St. Emilion, Rubinrot, hochfeine und expressive Nase, tolle Röstaromen, Kaffeelikör. Milchschokolade, Brombeere, wirkt sehr kühl, korrespondierende Aromatik am Gaumen, sehr zivile Stilistik, Noblesse, mittelgewichtig, gut saftig, balanciert, zeigt schon gute, fruchtbetonter Abgang, die Gerbstoffe im Hintergrund, recht harmonisch, mittellanger Abgang, macht Spaß, **/***, Potential!
Château la Grave 2007, Pomerol, ein Wein aus dem Stall von Jean Pierre Moueix, mitteldichtes Rubinrot, erster Eindruck beim Reinriechen: pures Cassis / Johannisbeer, zweiter Eindruck: ich bin falsch in Bordeaux - viel eher ist das hier Merlot aus Chile, tiefe, strömende Würze & Gewürze, das Holz perfekt integriert, ein wenig zitronig, dunkle Schokolade, am Gaumen saftig (und so wie in Übersee) leicht feurig, hat Pepp, balanciert mit reifem Tannin, insgesamt macht der Wein Spaß, hat für mich aber ein Identitätsproblem! Wirkt insgesamt geschliffener als die Weine aus der neuen Welt, aber Bordeaux ist das trotzdem nicht. Obwohl, was weiß ich schon von Pomerol? Entwickelt am dritten Tag dann balsamische Noten, Teer, wirkt seriöser, wiederum Anklänge an Zitrus, toller, weil richtig hedonistisch reifer Stoff! **-**(*)/***
Château Barde Haut 2007, St. Emilion Grand Cru, leuchtendes, aber nicht allzu dichtes Rubinrot, sehr getragene, attraktive Nase, Heidelbeere und Brombeere, Zwetschke, Milchschokolade, leicht parfumiert, straffes Mundgefühl, wirkt kompakt, gute Balance, fokussiert zum Abgang immer mehr, engmaschig, herrliche, feinnervige Säurestruktur stützt den Wein, minutenlanger Abgang, geschmeidiger Extrakt und Säure umkleidet den Gaumen! Zeigt am zweiten Tag eine Tolle Textur, ätherische Noten von Eukalyptus, Veilchen, insgesamt sehr vielschichtig, reifes und weiches Tannin, feurige, bleibt immer engmaschig und wirkt niemals fett oder gar breit, viel Potential, toller Stoff zum attraktiven Preis! **-**(*)/***
Château Belgrave 2007, Haut Medoc, sattes Rubinrot, anfangs feine Röstaromatik, Tropenholz, die Frucht im Hintergrund, wirkt etwas "spröde", aber nicht unharmonisch, am dritten Tage dann das blühende Leben, die Holznoten sind komplett eingebunden, Himbeere, ganz zart Brombeernoten, Zwetschkenkonfit, dunkle Schokolade, am Gaumen fest, der Cabernet-Anteil ist merkbar, und doch so runder Fruchtgaumen, wunderbar balanciert, reife Gerbstofftextur macht den Wein angenehm stoffig, kühler Weingenuß bis in den mittellangen Abgang, bereitet gutes Trinkvergnügen und bietet viel Wein für's Geld, **/***
Domaine de Chevalier 2007, Pessac-Leognan, Rubinrot mit dunklem Kern, rotbeerige, ansprechende Fruchtnoten, die Holzunterstützung fast nicht merkbar, feiner Gaumen, zurückhaltend, aber trotzdem gute Struktur zeigend, reifes Tannin, alles in feiner Harmonie, nach 3 Tagen zeigt der Wein viel Würze, schwarzer Pfeffer, erdige Komponenten, schöne Balance zwischen Fülle und Säure, zeigt eine superbe Balance und ist wiederum ein gelungenes Beispiel dafür, warum ich Bordeaux so mag - zivilisierte Kraft in "a perfect shape", ist aber am Ende des Tages (für sein Preisetikett) auch ein wenig (zu) einfach gestrickt! Zuwarten, *(*)-**/***
Donnerstag, 22. April 2010
TYA 1999 (4) - Bordeaux
- Château d'Armailhac, Cinquième Grand Cru Classé 1999, Pauillac, hat noch eine sehr jugendliche Farbe, eine fein komplexe Nase (weil für mich schwierig zu beschreiben), Brombeere, Aromen vom Faß, aber auch mineralische Noten zieren die Nase, der Wein zeigt sich anfangs verschlossen, wirkt bestenfalls mittelgeichtig am Gaumen, ja sogar hart. Nach 2 Tagen ist der Wein dann offen, hat alles Spröde abgeschüttelt, mit viel Fruchtcharme, sehr rund, reife, gut verwobene Gerbstoffe, zugängliche Stilistik mit Potential für die nächsten 10 Jahre, **/***
- Château Phelan Segur, Cru Bourgeois 1999, St. Estephe, die leere Flasche ist stummer Zeuge, daß wir sie getrunken haben, alleine fehlt mir die Notiz dazu :-(
Was mir noch im Gedächtnis geblieben ist, sind immer die gleichen Gedanken beim Öffnen einer Flasche Phelan Segur: ein zuverlässiger Weinwert, summa summarum immer harmonisch und balanciert und ergo mit großem Genuß zu trinken. - Château Calon Segur 1999, 5eme Cru Classé, St. Estephe, ziegelrot, intensiv harmonische, nach rotberigen Früchtigen duftende Nase, fein verwobene Holzwürze, voll offen, am Gaumen rund mit enorm saftiger Textur, mundfüllende Fruchtsüsse, gut proportionierte, reifen Gerbstoffe im Abgang, ein gut balancierter Abgang paßt hervorragend ins Gesamtbild dieses Weins, der in voller Blüte seines Lebens steht, feiner, aber nicht allzulanger Nachhall, mit großem Genuß zu trinken, vor zwei Jahren präsentierte sich dieser Jahrgang noch deutlich härter im Glas, eine sympathische Flasche in der sehr guter Form, **-**(*)/***

- Château La Croix de Gay 1999, Pomerol, Bordeaux, komischerweise gibt es Exemplare, die eigentlich alles richtig machen und einem trotzdem nicht im Gedächtnis haften bleiben, der Croix de Gay ist ein solches Exemplar, Granatrot mit dunklem Kern im Glas, die gereifte Nase wird vom schon leicht marmeladigen Merlot dominiert, aber auch kühle, expressive Würze, am Gaumen geschmeidig mit genau der richtigen Portion Gerbstoffen, wird im Abgang immer engmaschiger, feine rotbeerige Noten und Überraschung: mineralische Noten, umrahmt und von ziselierter Säure getragen, eine feine Stilistik, gediegener Essensbegleiter, **/***
- Château Clos l'Eglise 1999, Cotes du Castillon, Rubinrot, vegetal kräuterwürzige Aromen, anfangs rund und weich, gewinnt dann aber rasch an Gerbstoff-Struktur, recht balanciert am Gaumen, dann drängt sich Cassis in den Vordergrund, erinnert mich ein wenig an meine ersten Chilen, etwas Rumtopf im Abgang, wiederum die vegetabilen Noten, noch gut zu trinken, hat seinen Höhepunkt aber bereits gehabt, als Speisebegleiter ganz passabel, *(*)/***
- Château Haut-Carles 1999, Fronsac, erstaunlich jugendliches Kirschrot, feine Würze, perfekt integriertes Holz sorgt für eine attraktive (Tropenholz)Nase, erdiger Grundton, eine gewisse (seröse) Strenge im Charakter kann dieser Wein nicht leugnen, mittlere Körper, das Tannin in kräftiger Menge vorhanden, im Finish ein wenig austrocknend, der zweite Tag bringt ein deutlich feineres Gesamtbild, zum Riechen Schokolade und Teernoten, die Gerbstoffe im schönen Spannungsfeld mit einer Säure, noch immer maskulin, aber richtiggehend balanciert, ein guter Wert zum abgelegen Stück (Grill)Fleisch, valueable Bordeaux mit noch reichlich Potential für die Zukunft, *(*)-**/***
- Château Marsau 1999, Fronsac gibt's hier nachzulesen (VKN aus 2008)
- Château Poujeaux 1999, Moulis
- Château Tour de Pez 1999, St. Estephe
Sonntag, 28. Juni 2009
Bordeaux-Primeur?
Nun haben sie alle Weinmagazine wieder durch, die Bordeaux-Primeur-Notizen. (Fast) Jedes Jahr die gleiche Aufregung, nur eben aus einem anderen Grund. Überhöhte Preise, vermeintliche Jahrhundertjahrgänge, die Bewertungspunkte des Herren aus Maryland - was auch immer - für Diskussionsstoff ist reichlich gesorgt.
Nun mag es viele Weinfreunde geben, die diesen Notizen folgend ihre Einkaufskorb füllen. Zu behaupten, daß ich gegen eine Beeinflussung von diesen Notizen resistent bin, wäre gelogen. Jedoch bin ich mir sehr wohl der Tatsache bewußt, daß sie nur eine (verfrühte) Momentaufnahme zum Lebensanfang der Weine darstellen. Gerade aber in durchwachsenen Jahren mit inhomogener Qualität, so wie eben in den letzten 3 Jahren, frage ich mich aber, warum keine Weinzeitschrift eine erneute Verkostung im Jahr der Arrivage - sprich nach der Auslieferung - durchführt?
Eine Bestandsaufnahme fertiger - weil gefüllten Weine - hätte im Gegensatz zur Bewertung der frühen Fassproben für uns private Weinliebhaber deutlich mehr Aussagekraft. Und auch der Preisanstieg in solchen Jahren zwischen Primeur- & Arrivagekauf ist zugunsten einer "gesicherteren" Qualitätsaussage vertretbar, ja, bei einigen Gütern sogar überhaupt nicht vorhanden, sodaß es eben nicht immer en primeur sein muß! Auch an Verkostungsmöglichkeiten kann es wohl kaum scheitern. Hat es nicht eine Veranstaltungen zum bordelaiser Weinjahr 2006 auf der ProWein gegeben? Und selbst wenn! Es läge wohl auch am Journalismus bzw. den Fachhändlern Druck aufzubauen und eine von offiziellen Seite organisierten Veranstaltung - ähnlich der Primeurverkostung - einzufordern!
Aber herrjeh! - ich vergaß - da sind die Euro ja schon über die Theke gerollt - verrücktes Handelssystem, oder? Ist das noch zeitgemäß! Über die Aussichten auf Erfolg will ich.. - ach, was soll's, genug gesponnen!
Zudem werden auch immer die gleichen 50 Châteaus präsentiert, obwohl es sicherlich bei den Tausenden von Weinbaubetrieben dieser Region mehr als nur ein paar Preis-/ Leistungsgranaten zu entdecken gäbe, denn keine andere Weinbauregion der Welt hat eine ähnliche Dichte und somit eine solche Masse an Konkurrenten vorzuweisen. Ein paar Höchstleistungen abseits der Technikverliebtheit von Ms. Rolland und Konsorten sollten sich doch jedes Jahr aufspüren lassen. Ihnen gebührt die Bühne, nicht dem hundertsten Aufguß der Premier Crus.
Warum geht hier keine Weinzeitschrift einmal mit gutem Beispiel voran? Nur Mut, oder folgen alle bloß den Lemmingen gleich dem ewigselben Einheitsbrei?
Aber klar, da kommt wieder das Prestige einiger weniger Châteaus ins Spiel, die glänzende Aura, der Nimbus des Unantastbaren, in dem schlußendlich dann doch wieder nur das Mascherl samt Top-Score einiger weniger Experten zählt.
Sonntag, 3. Mai 2009
Bordeaux 2006
Da will ich doch gleich mal die Qualitäten meiner subskribierten 2006er-Weine austesten, von denen einige bereits seit Oktober(!) des Vorjahres in meinem Keller schlummern - der am frühsten ausgelieferte Jahrgang, an den ich mich erinnern kann.
Ohnehin kein leichtes Spiel für die Weine nach dem Jahrhunderjahrgang 2005. Wetterkapriolen, eine überteuerte Subskriptionskampagne im Jahr Eins nach 2005 und totz allgemeiner Einschätzung eines mittelmäßigen Jahrgangs recht hohe Parker-Punkte.
Aber gerade in schwierigen Jahrgängen trennt sich die Spreu vom Weizen, beweist sich die Klasse der Winzer und wirklich schlechten Wein gibt es dank der Fortschritte der Önologie auch in kleinen Jahrgängen nicht mehr, oder?
Seit dem 2004-Jahrgang habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, nach Erhalt der Lieferung - und einer angemessenenen Ruhephase nach dem Transport - sofort eine Flasche je Château dem unmittelbaren Genuß zuzuführen - und meistens auch ohne Reue! Also, ab an die Flaschen.. .
Vignobles Dourthe, Château Belgrave 2006, Cinquième Grand Cru Classé, Haut-Medoc
Dunkler Kern mit violettem Rand, kühle Aromatik, wundervolle Röstnoten, Edelhölzer, dahinter rote Fruchtnoten, balsamische Noten, Teer, balanciert und mittelgewichtig am Gaumen, sehr konzentriert, trinkfreudig durch eine präsentes Säurerückrat und einer reifen Tanninstruktur, feiner, harmonischer Abgang, die 18 Punkte von Gabriel sind nicht überzogen, hat doch das Weingut seit Jahren ein sehr beständige Qualität anzubieten, bravo, durch & durch eine Empfehlung mit sehr gutem Preis- / Genußverhältnis **(*)/***
Mitteldichtes Purpur, verhaltene Nase, am ehesten noch Richtung roten Beeren, mittelgewichtig am Gaumen, aber mit feinen Gerbstoffen, balanciert, hat durchaus Charme, ein "gastronomischer" Stil, zartherbes Bitterl, mittellang im Abgang, wird schon bald mit Genuß gut zu genießen sein, am zweiten Tag dann eine hochfeine Nase, rootbeerige Frucht, dahinter welke Teeblätter, Rosenblüten, am Gaumen sehr feinziseliert, Noblesse zeigend, seidig, aber eher kurz und das Tannin präsent, unkompliziertes Trinkvergnügen vom rechten Ufer, *(*)/***
Purpur mit tiefschwarzem Kern, offeriert eine vielschichtige Nase, komplexer Aromamix aus roten Beeren, Würze, weißem Pfeffer, Milchschokolade, ein wenig Minze, am Gaumen mittelgewichtig, zeigt wenig Fruchtsüsse, dafür eine kräftige, reife Gerbstoffstruktur, anfangs sehr herb, ja richtiggehend bitter, aber im Finish und Nachgeschmack ganz harmonisch, macht eigentlich vieles richtig und trotzdem hab' ich nach einem Glas genug, hat sicherlich gutes Lagerpotential, derzeit nur *(*)/***
Charmail, für mich seit 1997 annähernd jedes Jahr immer ein reeller Weinwert - auch preislich - entäuschte nie und ist daher einer jener Weine, die ich auch blind kaufe.Helles Purpur, sehr verhaltene Nase, ein wenig rotbeerige Frucht, leicht würzige Note, stimmig, am Gaumen eher schlank, dann genau wie Moulin Haut Laroque spröde Gerbstoffe, die hart und bitter im Abgang wirken, dazu gesellt sich ein unharmonischer Bitterton!
Wurde hier vielleicht der Concentrateur über Gebühr strapaziert? Für eine Cuvée mit dominierendem Merlotanteil nicht wirklich statthaft, die Gesamtharmonie des Weins leidet unter dieser Stilistik, im derzeitigen Zustand würde ich diesen Wein so nicht weiterempfehlen, schade, oW.
Die Verkostungsnotiz des WeinWissers bei Pinard de Picard kann ich nicht nachvollziehen!
Nach den bisherigen Up- & Downs der 06er-Flaschen erwarte ich von diesem Wein eine solide Leistung. Die vorherigen Jahrgänge jedenfalls waren ein Garant für eine erstklassige - vor allem subtile! - Qualität. Genau deshalb ist der Phélan-Ségur einer meiner Lieblingsweine.. .Rubingranat, zarter Wasserrand, eine verführerische Nase mit feinen Röstnoten, Kaffelikör, mitelgewichtig mit einer schönen Dichte am Gaumen, feine Gerbstoffstruktur, alles im Lot, und sauber, ohne Ecken und Kanten vinifiiert, ein solider Wein, zwar noch ohne Charme, dafür aber kein grünes Konzentrat an Bitterstoffen.
Tag 2 offenbart eine herbe Kräuterwürze im Glas, fleischig feste Stilistik im Mund, volle Struktur mit einigem an Fruchtcharme, wirkt reif, die Tannine nocht etwas ruppig, zeigt aber ebenso ein (geschmacklich vertretbares) zart-herbes Bitterl im Abgang, kann qualitativ (im Kontext des Jahrgangs) gut an seine Vorgänger anschließen, hat Potential und ist daher für mich wiederum eine 06er-Empfehlung wert! **/***
Also Licht und Schatten eng zusammen - und wie immer alles nur eine Momentaufnahme!
Bildquellennachweis: c & d
Donnerstag, 19. März 2009
Bordeaux 2005 (5)
Klares Weinrot, anfangs eher verhaltene Nase, warme, aber "gezähmte" rotbeerige Fruchtanklänge, viel Würze, auch Mineralik, am Gaumen rund und harmonisch, mit einer kräftigen, sehr reifen Gernstoffstruktur, bleibt lange haften und wird im Abgang mit feiner Säure begleitet, mit Spaß zu trinken, die Finesse der Tannine wird aber noch ein paar Jaare brauchen - soweit der Initialeindruck am Tag 1!
Am dritten Tag gibt der Wein ein komplett anderes Bild ab, äußerst raffinierte und besonders kühle Nase, wirkt sehr gebündelt, läßt auf einen extrem konzentrierten Gaumen hoffen und erfüllt diese Erwartung dann auch, dicht und fokussiert, wiederum sehr kühle Aromatik, die Gerbstoffe sind nun weniger vordergründig, grandiose Säurebalance, eine wirklich genußvolle Flasche, feiner Weinwert **-**(*)/***
Teil 1 (Lussac | Bellisle Mondotte | Jacquemeau)
Teil 2 (Veyry | Phélan Ségur)
Teil 3 (Charmail | de Crabitey)
Teil 4 (Cambon Pelouse | d'Aurilhac | d'Escurac)
Sonntag, 26. Oktober 2008
Bordeaux 2005 (4)
13.5% Vol, normalerweise sind's aus dem Medoc in diesem Jahr zumindesten 14% Vol., brilliantes leutendes Rubinrot, kleiner Wasserrand, rote Beeren, Brombeer, Palisander, ein wenig Rumtopf, am Gaumen voller Harmonie, gut mundfüllend, reife Gerbstoffe, feiner, mittellanger Abgang, nicht sonderlich komplex, aber voller Balance, am zweiten Tag hat sich der Wein dann ganz geöffnet, viel Frucht, feine Röstnoten, alles gut verwoben, dabei immer alles wunderbare im Lot, viel reifes Tannin, ein perfekter Begleiter zum Steak vom Grill, Top-Weinwert, **(*)/***x
Strahlendes purpur, ernster Grundton, Brombeer- und Heidelbeeraromen, würzig & mineralisch, Schokospäne, ziemlich füllig am Gaumen, aber zum Glück nicht die befürchtete Überextraktion - der d'Aurilhac ist nämlich auch sonst immer ein sehr kräftiger Bursche, wirkt von Anfang an erstaunlich zugänglich, eine so intensive Nase kenne ich bei diesem Wein sonst nicht, auch diesmal wieder sehr, sehr kräftige, leicht trockene Gerbstoffe, summa summarum mit viel Potential, wird sich mit etwas Geduld fein entwickeln, ein guter Wert, aber mindestens einen Tag voher dekantieren! Erst dann kommt die Fruchtsüsse zum Vorschein und das feste Tannin wird etwas zahm(er), zeigt viel Struktur, aber derzeit sicherlich kein Charmeur! *(*)/***
Dunkles Rubin, rotbeerige Nase, zart gemüsig, merklich Alkohol in der Nase (14% Vol.), gut balanciert, mittlerer Körper, feines Tannin, erst der 3. Tag zeigt dann das wahre Potential auf, Holler- und Brombeerbouquet, gut integrierte Röstung, köstliche Früchtsüsse am Gaumen, viel Würze, subtile Fülle, der Alkohol schön integriert, alles wunderbar reif, harmonisches und langes Finish, sensationelle Gerbstoffe im Duett mit seidiger Säure, ja, ja liebe Weinschwestern, da kommt Freude auf - Danke Monsieur Jean-Marc Landuron!
Hier hat Gabriel meiner Meinung nach um einen Punkt zu tief gegriffen, **-**(*)/***
Was ist noch offen? Chateau Kirwan, Tour Haut Caussan und d'Agassac.
Die bisherigen Highlights? Orange eingefärbt!
Teil 1 (Lussac | Bellisle Mondotte | Jacquemeau)
Teil 2 (Veyry | Phélan Ségur)
Teil 3 (Charmail | de Crabitey)
Teil 4 (Cambon Pelouse | d'Aurilhac | d'Escurac)
Bildnachweis: c&d insider wine blogg
Sonntag, 21. September 2008
Bordeaux 2005 (3)
Ein Blend aus 45% Merlot und 35% Cabernet Sauvignon, der Rest ist Cabernet Franc und Petit Verdot, relativ dunkles Rubin, die Nase sehr verhalten, Röstaromen dominieren, dahinter Rumtopf & Dörrzwetschke, breit angelegt und etwas alkoholisch, auch am Gaumen leicht brandig und ingesamt sehr leichtgewichtig, dabei rund, fast weich, leicht austrocknende Gerbstoffe dominieren den Abgang. Am 2. & 3. Tag ein wenig Edelhölzer, leicht parfumiert, der Alkohol ist deutlich harmonischer eingebunden, ebenso wirkt der Wein am Gaumen jetzt voller, wiederum kräftiges, trockenes Tannin, das sich aber mit der Zeit einbinden wird. Weit besser als am ersten Tag.Naja, das ist trotzdem nicht gerade das, was ich erwartet habe und schon gar nicht was ich bisher von Eigentümer Olivier Sèze verkosten konnte, die 90 Parker und 18 Gabriel-Punkte für den 2005er erscheinen mir (derzeit) zu hoch, schließlich kratzt der Wein preislich bereits an der € 30-Marke, verrückt! Wie immer aber kann es sein, daß sich der Wein gerade in einer schwierigen Phase zeigt.
Derzeit ist er jedenfalls ein sehr roher Bursche ohne wirklichen Charme, fast ein wenig zuviel des Guten bei der Extraktion, ohne jegliche Frische und Trnkfreude, an der Grenze der Überextraktion. Ich behaupte, er leidet an den Folgen des (zu) guten Jahrgangs, fraglich, ob sich das zukünftig alles zu einer Balance zusammenfindet? */***
Eine warme Empfehlung des Weinhändlers meines Vertrauens während der Subskriptionsphase (ja genau der, welcher auch den Veyry empfohlen hat), leuchtendes Rot (zwischen Purpur und Rubin) mit dunklem Kern, am ersten Tag noch etwas verkapselt, aber bereits mit Druck, das Potential nur angedeutet, am zweiten Tag dann wie verwandelt, zeigt sich subtil und nuanciert, mit Frucht und Holz in perfekter Symbiose, viel Preiselbeeraromatik, rotbeerige Würze, tief, am Gaumen ein Schmeichler, weich aber nicht lasch, perfekte Säurestruktur gepaart mit einer feinen, reifen Menge an Gerbstoff, harmonisch und seidig lange auf der Zunge ausklingend, das ist wahre Klasse, so muß Bordeaux-Wein aus einem guten Weinjahr sein, hat zum Phélan-Ségur eine gewisse Affinität, bravo, zeigt sich auch noch am Tag 3 fein, die Nuancen sind aber dahin, **(*)/***Für Interessierte gibt es hier Teil 1 & 2 nachzulesen.
Sonntag, 17. August 2008
Bordeaux 2005 (2)
Chateau Veyry 2005, Côtes de Castillion, aufgrund der vollmundigen Beschreibung des Weinhändlers meines Vertrauens (ua. "Prachtstück") habe ich diesen Weines subskribiert, Christian Veyry, der sein Handwerk bei Michel Rolland erlernte, ist (derzeit) sowas wie der Darling der alternativen Bordeaux-Szene (was auch immer sich hinter einem solchen Begriff verbergen mag), purpur mit dunklem Kern, viel Würze und fein röstige Nase, Zedernholz, Brandy-Kirsche, eine gewisse "Kühle" ist dem Wein nicht abzusprechen, die 14.5% Vol. lauern aber gleich dahinter, am 3. Tag viel Maggikraut, am Gaumen balanciert aber in Summe unspektakulär, ja fast schlank und ohne Fruchtsüße ausgestattet, merklich Alkohol und etwas austrocknende Gerbstoffe im Finish, erinnert mich ein wenig an die Weine von Capaia, naja, das braucht wohl noch, bei den Analysten heißt das erst einmal: "hold", o.W.
Im übrigen gibt's hier ein paar Worte zu diesem Wein; meine Flaschen ziert übrigens ein viel hübscheres Etikett.
Château Phélan Ségur 2005, St. Estèphe, ein Wein, der mich bisher noch nie entäuscht hat und dies bewahrheitet sich einmal mehr auch mit dem aktuellen Jahrgang. Helles, leuchtendes rubinrot, eine hochfeine Nase mit Tiefe, röstig, nach Kaffee und Edelhölzer, dahinter von rotbeeriger Frucht getragen, am Gaumen sehr stimmig und ausgewogen, Säure und die wohldosierten, reifen Gerbstoffe in balancierter und harmonischer Zweisamkeit, mit Druck, aber alles andere als ein Kraftprotz, ein Gentleman's Claret wie aus dem Bilderbuch, **(*)/***Die Einstufung als Cru Bourgeois Exceptionnel ist schlichtweg ein Witz, die Weine befinden sich meiner Meinung nach qualitätsmäßig locker auf Augenhöhe mit den Nachbarn Calon-Segur (Troisième) und Montrose (Deuxième Grand Cru Classé) - aber die Klassifikation ist für Weinliebhaber, die ihren eigenen Sinnen (ver)trauen, ohnehin nur schmuckes Beiwerk ;-)
Nett finde ich die Idee, daß der Wein seinen Namen im & am Boden der Flasche trägt - ein Luxus, der mir bisher noch bei keinem anderen Hersteller aufgefallen ist.
Was liegt noch in der Kiste? Kirwan, Charmail, d'Aurilhac, Valmengaux, d'Escurac, La Serre und Bel-Air La Royère.
Sonntag, 29. Juni 2008
(Bewährungs-)Probe von Gabriels Bordeaux-Empfehlung 2005
Nicht immer aber rechtfertigen diese (schon fast inflationären) Jahrhundertjahrgänge ihre Vorschußlorbeeren. In ihrer Jugend noch mit allen Tugenden ausgestattet, fehlt ihnen im weiteren Reifeverlauf oftmals die Fokussiertheit, die Weine werden breit, manchmal marmeladig und verlieren ihre Spannung auf der Zunge.
Grund für mein Mißtrauen gegenüber den Hypes sind die bisher (von mir aus meinem Bestand) verkostetet Weine (nicht nur französischen Ursprungs) der ebenfalls hoch bewerteten Jahrgänge 2000 und 2003, welche bisher ihre Stärken nicht ausspielen konnten. Am Potential scheitert es nicht, wohl aber den richtigen Trinkzeitpunkt dieser manchmal leider viel zu kapriziösen Diven zu finden ;-) Im Gegenzug zeigen die kleineren Jahrgänge wie zB. 2001 und 2004 meistens eine weit bessere Leistung, als in ihnen anfangs zugestanden wurde und so findet auch mein Gaumen diese Weine oftmals viel befriedigender.
2005 habe ich gemäß dem Motto "Großer Jahrgang, kleine Weingüter" gehandelt und bin ua. den Empfehlungen (des rechten Ufers) von René Gabriel bei Mövenpick Wein gefolgt - der Lussac wurde breit beworben. Die Weine sind nun eingetroffen und müssen sich sogleich im Glas beweisen, solange ich mir noch sicher sein kann, sie in ihrer Fruchtphase zu erwischen.
80% Merlot, 20% Cabernet Franc, dichte, sehr dunke Farbe, betörende subtile Aromatik, anfangs stehen balsamische Noten im Vordergrund, Teer, Leder, dann Flieder, Brombeeren, immer getragen von der teerigen Textur, am Gaumen dicht, mit Unmengen an reifen Gerbstoffen, das lehrt sogar den Tannatweinen des Südens das Fürchten, das "beißt" im Mund und ist bereits hart an der Schmerzgrenze, am zweiten Tage wird die Sache etwas ziviler, noch immer kräftiges Tannin, jedoch viel homogener, viel engmaschiger gepaart mit einer feinen Fruchtsüße, jedoch niemals opulent wirkend, guter Ausklang, das Pelzige der Tannine weicht einer feinen Säure, harmonisch ausklingend, **(*)/***Ein Merlot-domiertes "Tannin-Monster" - vom Cabernet Franc? - so was habe ich in dieser Art noch nicht erlebt. Für Gerbstoff-Fanatiker - ich kann Gerbstoffe auch in höherer Dosage ganz gut leiden, solange sie nicht im Mund austrocknend sind - und einer genügend langen Dekantierzeit macht der Wein aber bereits jetzt schon viel Spaß, ein gelungener Einstieg in die 2005er Weine, besonders die intensive und volle Aromatik hat dazu beigetragen. Alles ist mehr als reichlich und im Überfluß vorhanden, ob sich das in einer Dekade aber hin zu mehr Subtilität entwickeln wird - ich weiß es nicht. Zumindestens mit dieser Flasche sind die Lobeshymnen meinerseits nachvollziehbar, auch wenn diese Art der Weinstilistik sicherlich bei manchen auf Vorbehalte stoßt.
Alleine schon die Eigentümerfamilie de Boüard de Laforest (Château Angélus) und der "diensthabende" Önologe Stéphane Derenoncourt sollten ein Grant für eine ausgezeichnete Qualität sein.
Ein wunderschönes, klares und brilliantes, aber eher helles Purpur, die Nase nicht zu überschwenglich, feine Kräuterwürze, zarte Schwarzfruchtaromen, viel geschliffener und seidiger als der Lussac, mehr Sir als Muskelmann, feine Gerbstoffe, am Gaumen mittelgewichtig, die Tanninstruktur verstärkt sich zunehmend mit dem Sauerstoffkontakt, bleibt aber immer fein balanciert, zum Lussac ziemlich konträre Stilistik, wird sich mit ein paar Jahren Geduld zu einem feinen Wein (ähnlich dem 99er Marsau) entwicklen. Daß der Wein geschätzt wird, zeigt auch sein Preisprung von über einem Drittel bei Arrivage, *(*)-**/***
70% Merlot, 20% Cabernet Sauvignon, 10% Malbec, klare Farbe zwischen Rubin und Purpur, hübsche Nase nach Himbeeren und Brombeeren, das Holz sehr schön verwoben, wirkt leicht alkoholisch, am Gaumen rund & offen, zeigt sicht richtiggehend trinkfertig, mittelgewichtig, etwas breit und warm, gefällig im Abgang, etwas strukturlos, in den einschlägigen Zeitschriften würden wir von einem "gastronomischen Wein" lesen, (derzeit) ohne Komplexität und IMHO durch die Klasse der beiden Vorgänger für diesen tollen Jahrgang zu wenig, */***
Unter Berücksichtung des Einstandpreises - die drei Weine haben in der Subskription fast bis auf den Cent das Gleiche gekostet (€ 16) - bietet der Lussac neben seiner beeindruckenden Performance und Potentials wegen wohl das beste Preis-Genuß-Verhältnis. Somit geht René Gabriels Empfehlung für diesen Wein mehr als in Ordnung!
Bildnachweis: Mövenpick Wein
Freitag, 13. Juni 2008
Seidiger Seelenbalsam
- Chateau Marsau 1999, Fronsac, Bordeaux, noch jugendliche Farbe, würziges Maggikraut, Tropenhölzer, eine wunderschöne Seidigkeit am Gaumen sorgt für einen feinen Trinkfluß, ganz feinmaschiges Tannin, wirkt in sich ruhig und strömend, erstaunlich langer Abgang, am zweiten Tag ist der Wein voll offen, nun mit kraftvollem, mürben Gerbstoffen, hält sich prachtvoll über 4 Tage, ein mustergültiges Beispiel eines Realobordeaux aus dem Fronsac, der vielen arrivierten Bordelaiser Güter angesicht der gebotenen Qualität zum Preis von ca. €15 ihre Arroganz austreiben müsste, ein leiser Wein, ein famoser Begleiter, der sich seiner Qualität ("der Petrus der Cotes de Francs" Zitat R.P.) durchaus bewußt ist und es daher nicht nötig hat, marktschreierisch aufzutreten, Seelenbalsam, Chapeau Ms. Mathieu Chadronnier, Chapeau! **(*)/***
Samstag, 19. April 2008
Orientierungshilfe für Bordeaux
Du wolltest doch dem ganzen Bewertungs-Krims-Krams abgeschwören, antwortest du mir, Erwischt! Habe ich auch, antworte ich - einmal & zweimal.
Aber neben den absoluten Punkten, welche nur diesmal eben nur nebensächlicher Betrachtungsgegenstand sind, lassen sich eine ganze Reihe anderer nützlicher Informationen erkunden, so zB.
- bei welchen Weinen sich die Expertinnen & Experten so gar nicht einig sind,
- welche Verkoster meine Favoriten gut bewertet hat - ev. eine gute Orientierungshilfe für die Zukunft bzw. für unbekanntere Weingüter,
- die Tendenz eines Weingutes bezüglich der Qualität - jeweils bezogen auf einen Experten und der Vergangenheit - unter der Annahme, daß der Experte nicht seinen Geschmack grundlegend geändert hat und Extrapolation eine zulässige Option ist,
- die Preisentwicklungen eines Weinguts - einige Unverschämte werden da schnell mal entblöst und
- das Preis-Leistungsverhältnis in Form des Qutienten aus durchschnittlicher Bewertung und Primeurpreis.
Sonntag, 4. November 2007
Weinwelt Bordeaux #5 - Finale
Lagrave Martillac 2004, Pessac-Leognan , die klassischen 12,5% Vol., sehr subtile Nase mit Würzekomponenten, rotfruchtig, durchaus mit Tiefgang, mittelkräftiger Körper, ganz seidige Gerbstoffe, wird sehr schön von Säure getragen, immer auf der noblen Seite, macht Lust auf ein zweites Glas, so soll - nein: muß! Bordeaux sein, **/***Resumee?
Entäuscht hat mich kein einziger Wein. Fairerweise muß man aber auch sehen, daß es im Umfeld von € 15 auch andere "Klassiker" gibt. Trotzdem, der Pey La Tour bietet ein sensationelles Preis-Genuß-Verhältnis, aber auch der Little B., Gironville und der Lagrave Martillac haben tolle Seiten vorzuweisen und beweisen, daß Bordeauxgenuß zu fairen Preisen möglich ist.
Bildnachweis: Weinwelt Interspar
Samstag, 27. Oktober 2007
Weinwelt Bordeaux #4
In Erinnerung österreichischer Vertreter in diesem Preissegment waren meine Erwartungen nicht allzu hoch - und das ich mit günstigen Roten meistens so meine Liebe Not habe, ist auch bereits dokumentiert.. .
Diese Cuvee aus 77% Merlot, 14% Cabernet Sauvignon & 8% Cabernet Franc trägt aber seine Auszeichnungen der letzten 10 Jahre - zB. Decanter Awards, Concours Mondial Bruxelles & Generale Paris, etc. - so stolzgeschwellt am (Flaschen)Hals, daß ich Hoffnung schöpfe (oder die Marketingstategen für immer verwünsche).
Dourthe, Chateau Pey La Tour 2006, Bordeaux Superieur, leuchtendes Rubin, fette Schlieren lassen auf Substanz schliessen, liegt eher auf der rotfruchtigen Linie, jeoch mit feinen, würzigen Anklängen, eine Prise weißer Pfeffer, Tabak, am Gaumen unmittelbar ansprechend, rund und balanciert, im Abgang gibt die genau richtige Dosis feinkörnigem Tannin dem Wein Struktur, ein herrlich ansprechender und unkomplizierter Vertreter aus dem Bordelais, **/***.Daß Dourthe gute Weine im Portfolio hat, welche meinen Geschmack treffen, wurde schon mit 2002er Chateau Le Boscq in St. Estephe und Chateau Belgrave in Haut-Medoc bewiesen, lediglich der Dourthe No.1 hat keine Zustimmung bei mir gefunden.
Unter dem Aspekt des Preis- / Genußverhältnisses bleibt mir nur eines zu sagen - liebe Weinfreunde, greift zu!
Bildnachweis: Weinwelt Interspar
Samstag, 20. Oktober 2007
Weinwelt Bordeaux #3
Die Farbe von Herzkirschen, eine schöne und ruhig stömende Nase, auch mit Tiefe, erinnert mich an meinen ersten Bordeauxwein - das war ein Chateau Maucaillou 1989 aus Moulis - leichte Würze, dazu Frucht, Kirschanklänge, Cassis, das Holz sehr gut integriert und sehr subtil eingesetzt, präsentiert sich gut fokussiert, mittelgewichtig, saftig mit feinkörnigem Tannin, sehr geschliffer, gut gemachter, geradliniger Wein mit Bordeaux-Typizität, hat sich eine Empfehlung verdient, *(*)/*** mit Potential auf **/***, mit €13 noch im reellen Bereich.Bildnachweis: Weinwelt Interspar
Samstag, 13. Oktober 2007
Weinwelt Bordeaux #2
B. Secret, Little B. 2004, Medoc, Rubinrot, etwas altmodische Nase, Rumtopf, Zwetschke, trinkt sich rund und weich, mundfüllend mit feinkörnigen Gerbstoffen, die im Abgang gut haften bleiben, bietet ein unkompliziertes Trinkvergnügen, aber durchaus mit Charme, allerdings ohne regionalen Charakter, in eine Blindverkostung hätte ich eher auf einen moderneren Rioja getippt, der die Tradition noch nicht ganz abgeschüttelt hat, zeigt am zweiten Tag massives Tannin, aber (für mich noch immer) harmonisch, nun doch eher dem Bordelais zuzuordnen, gut gemacht €11 *(*)/***, mit Potential auf **/***.Sorry liebes Weinwelt-Team, aber eure Gedanken kann ich nicht nachvollziehen! Die Redaktion des Internetshops wohl ebensowenig, denn die empfehlen "Steaks, Lamm, Gegrilltes und reichhaltige Saucen und Ragouts".
Bildnachweis: Weinwelt Interspar
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Weinwelt Bordeaux #1
Um die Sache aber ein wenig spannend zu machen, habe ich meiner lieben Renate auch noch ein zweites Flascherl aufgemacht, einen 97er Blaufränkisch von Stefan Lang - ein Wein, der bei der kürzlich von falstaff durchgeführten 10-Jahres-Probe der österreichischen Premiumweine mangels Verfügbarkeit durch Abwesenheit glänzte. Wartete gespannt auf Renates Präferenz!
Chateau Grimont, Cuvee Prestige 2004, Premieres Cotes de Bordeaux, rubinrot, ein Wein mit klassischen 12,5% Vol., noch ziemlich röstige Nase, Kaffe- & Likeuraromatik, nicht jedermanns Sache aber ich hab das gerne, am Gaumen ziemlich straff, ohne Gewicht, viele Gerbstoffe, mit zunehmender Zeit zeigt sich der Wein dann am Gaumen voller, das Tannin wird engmaschiger, eher kurzer Abgang, am zweiten Tag merklich Alkohol beim Riechen, eher harter Wein, in Summe nicht unattraktiv, Realo-Bordeaux für Anfänger mit Potential, */***, € 9- Rotweingut Lang, Blaufränkisch Exklusiv 1997, Mittelburgenland, erstaunlich, welch jugendliche Farbe mit tiefdunklem Kern dieser Wein noch besitzt, in der Nase leicht diffus, Rumtopf, ein wenig Brombeere, Alkohol auf alle Fälle deutlich präsent, am Gaumen dann aber mit einem verführerischen Süßeschmelz, dicht verwoben, mittelang, hat was und stellt mich trotzdem nicht ganz zufrieden, */***
Bildnachweis: Weinwelt Interspar
Dienstag, 9. Oktober 2007
Weinwelt Bordeauxoffensive
Freitag, 5. Oktober 2007
Preiswerte Bordeaux
Übrigens, Chateau d'Aurilhac 2003 gibt's derzeit bei der Weinwelt Interspar um €11, ein Schnäppchen, das ist sogar unter dem damaligen Subskritionspreis. Zugreifen!
Mittwoch, 18. Juli 2007
Bordeaux Subskription '06
Was ich (bisher) gekauft habe?
La Serre (St.Emilion), Belgrave (H-Medoc) und Le Boscq (St.Estephe).
Was ich noch zu kaufen gedenke?
Auf jeden Fall Phelan Segur und eventuell Clerc Milon.



