Posts mit dem Label Rund um den Wein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rund um den Wein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. November 2011

Meine Nase & Schnüffelsinn

Einer jener Gründe, warum auf meinem Blog die Beiträge nur mehr sehr spärlich fließen, hat mit einem Phänomen zu tun, dessen ich mir anfangs gar nicht so bewusst gewesen bin.
Das heurige Jahr war in einigen Bereichen für mich bisher ein "annus horribilis" und so verspürte ich kein Verlangen, mit der Materie Wein wie bisher intensiv zu beschäftigen.
Ohne Wein geht's trotzdem nicht. Ich genoß die Gläser einfach so, ohne auch nur ansatzweise ein Bedürfnis zu verspüren, dem jeweiligen Wein seine Geheimnisse entlocken zu müssen.

Erst im Laufe der Zeit kam es mir vor, daß der "etwas verhalten Spaß" an der Sache auch mit einem undsensibleren Geruchsinn meinerseits einherging.
Es bedurfte einer größeren Anstrengung meinerseits, die einzelnen Aromenbestandteile herauszufiltern und zu bestimmen, ja teilweise konnte ich - falls gefragt - sogar rein gar nichts Spezifisches zu Weinen notieren. Und ich spreche hier nicht von Exemplaren aus der €5-Liga.

Für eine Person, die Wein über Jahre hinweg als ihr liebstes Hobby deklariert hat, bedeutet dieser
Bewusstseinszustand fast die Alarmstufe Rot!
Daß der Prozess des Geruchverlusts bzw. Zustand vermindeter Geruchsfähigkeit im medizinischen Sinne durchaus bekannt ist, kann in dem Artikel "Die Reparatur des Riechens" der ORF-Science-Redaktion nachgelesen werden.

Zum Glück hat sich die Situation in den letzten Monaten wieder ohne vermehrte Anstrengung meinerseits verbessert, auch die Lust zur "aktiven Sensorik", ohne jetzt aber den Drang zu verspüren, jeden Wein "zerlegen" zu wollen. Ein Segen, bezeichne ich mich doch eigentlich als leidenschaftlicher Nasentrinker!

Gute Nachricht also für uns Weinnasen - daß der Schnüffelsinn aktiv trainiert repariert werden kann.
In Zeiten der bevorstehenden Festtage steht uns mit den geeigneten Bouteillen zum Mahl ja auch eine reich bestückte Spielwiese der Aromen (zum Üben ;-) in Haus. Wohl bekomm's!

Samstag, 19. Februar 2011

Glasvariationen

Wollten Hedonisten vor einigen Jahren eine gute Flasche Wein aus einem guten adäquaten Glas genießen, so führte kein Weg an Riedel-Gläser vorbei und auch in der Spitzengastronomie waren die Gläser der Serien "Vinum" und "Sommelier" das Maß der Dinge.
Georg Riedel ist ein gewiefter Salesman und Tüftler. gemeinsam mit namhaften Persönlichkeiten aus dem Weinbusiness kreierte er fast für jede Rebsorte ein eigenen Glas. Unzählige große Glasvitrinen mit unterschiedlich geformten Bleikristallgefäßen zeugen auch heute noch von dieser erfolgreichen Strategie des Wegbereiters für die Weinglaskultur.

Heute haben wir als Konsumenten die Qual der Wahl. Unzählige Glasserien unterschiedlichster Anbieter sorgen für breite Diversifikation beim Weinglas, wohl auch durch geschicktes Kopieren Weiterentwicklen der "Originale".
Zudem scheint es, daß jede Weinpersönlichkeit oder Grande der Weinzunft ein eigenes Weinglas braucht - Hardy Rodenstock und Riedel, Wein& & Co mit Prof. Holzbauer, Weinpfarrer Denk mit Zalto, beim atmenden Weinglas von Eisch gibt's sicherlich auch einen Weinguru dahinter und selbst René Gabriel hat musste auch vor kurzem sein eigenes Glas vorstellen.
Wobei ihn - den Gabriel meine ich - ja eines ganz konkret von Riedel unterscheidet. Ein Glas reicht aus für den täglichen Weingenuß! Schluß mit den unzähligen Serien, welche im Kasten verstauben!
Und auch Georg Riedel sieht die Sache heute wohl etwas anders differenzierter, wie im Interview "Gläser sind Lautsprecher" bei falstaff nachgelesen werden kann.

Sei's wie's sei - jeder kann beim Weinglas nach Erfahrung, Preisgefüge Glasart und Vorlieben bei Form frei wählen und das ist doch eine gute Sache, nicht wahr?

Samstag, 27. November 2010

"How Wine Became Modern"

Schon mal was vom SFMOMA gehört? Ich jedenfalls nicht!

Egal, es geht um das San Francisco Museum of Modern Art. Dort gibt es derzeit eine Ausstellung zum Thema "How Wine Became Modern - Design + Wine 1976 to Now".
Erwähnenswert ist dies deshalb, weil neben bekannten Exponaten auch das vom Eherpaar Tscheppe-Eselböck  (ja genau, Wine-Südsteirermark-Clan meets burgenländischen Gourmettempel) geführte Weingut Oggau mit seinen Wein-Familie-Etiketten vertreten ist.

 Bildquellennachweis: Weingut Oggau

Auch wenn ich persönlich die Etiketten als nicht sonderlich ansprechend empfinde, ist doch neben dem Wiedererkennungswert vor allem die Idee des Vergleiches von menschlichen mit Weincharakteren ziemlich einzigartig. Jeder Wein hat - so wie sein humanes Pendant - eben seine ihm ganz eigene Persönlichkeit. Und das wiederum finde ich äußerst einzigartig und gelungen!

Dienstag, 19. Oktober 2010

Spittoo

Nachdem nun bald wieder die Herbstverkostungen anstehen - ich sag's euch ja, Weinliebhaber zu sein, das ist ein echter Knochenjob ;-) - möchte ich einmal meinen seit Jahren treuesten Partner auf all diesen Ereignissen vorstellen - meinen Spittoo.

Kein professionelles Verkosten ohne Spucknapf - schließlich will man ja nicht nach 10 Proben K.O. gehen. Einige gehen mit Blumenvasen spazieren, andere stemmen die oftmals voluminösen Schüttnäpfe an den Tischen der Winzerinnen und wenige verwegene Spucken aus der Höhe.
Eine formschöne Lösung habe ich vor Jahren in Form des von Hugh Johnson gestalteten Spittoo gefunden.
Er wurde mit dem Hintergedanken gestaltet, den meistens hässlichen oder unförmigen (oder beides!) Spucknäpfen doch einmal die richtigen Proportionen angedeihen zu lassen und ein hübsches Outfit zu verpassen. Hat Hugh Johnson gut hinbekommen, mein' ich. Und auch die Haptik kann halten, was das Design verspricht - er liegt perfekt in der Hand!

Das Ding aufzutreiben war jedenfalls gar nicht so einfach, aber meine liebe Renate hat das toll hin bekommen und mich zu einem meiner Geburtstage damit überrascht - herzlichen Dank nochmals!


Und auch erlebt habe ich mit meinem Spittoo schon einiges! Neidische Blicke ob seinen wohlgeformten Gestalt, auch das eine oder andere nette Gespräch mit am Wein interessierten Personen hat sich dadurch ergeben, aber ebenso hämisches Grinsen bis hin zu lautem Gelächter, besonders wenn er bei Weißweinverkostungen im größerem Umfang mit "gelblicher" Flüssigkeit gefüllt ist.
Ab und zu bemächtigen sich auch fremde Weinliebhaber seiner und blicken mich dann ganz verdutzt an ob der heftigen Intervention meinerseits. Einen Spittoo teilt man einfach nicht mit Fremden, auch nicht mit Bekannten. Einen Spittoo, den hat man ganz für sich alleine.
So Bacchus will, das ganze restliche Leben!

Samstag, 18. September 2010

Weinherbst

September und Oktober ist Weinzeit. Weinfestivitäten allerorts - dagegen ist nichts einzuwenden. Weinfeste können auch in Regionen durchgeführt werden, in denen keine Rebflächen (nennenswerter Größe) vorhanden sind. Daß aber im Großraum Linz Weinlesefeste stattfinden, finde ich schon bemerkenswert. Oder war ich einfach nur schlampig beim Lesen und es handelt sich womöglich um ein Wein-Lese-Fest, das ja semantisch durchaus was anderes ist?

Egal, schließlich hat unser schönes Oberösterreich sowohl geschichtlich einiges mit Wein zu tun und irgendwo müssen ja auch die Reben stehen, die unsere Agrarpolitiker zu einem eigenen OÖ-Weinbaugesetz inspirierte (bei der sogar der Cot / Malbec als Tafelweintraube zugelassen ist. Respekt meine Damen & Herren, für ihre mikroklimatische Weitsicht ;-)

Also, dann auf zum Lesefest..

Freitag, 28. Mai 2010

DAC - Quo vadis?

Im Rahmen der Vorstellung der DAC Krems-, Kamp- und Traisentalweine gab es auch ein von wine & partners organisiertes Fachseminar zum Thema "DAC -was soll das?".
Sepp Mantler, Markus Huber und (ein leider nicht erschienener) Fred Loimer sollten dabei die Protagonisten ihrer jeweiligen Heimatregion sein und neben betriebswirtschaftlichen auch geschichtliche Aspekte der DAC beleuchten.

Frau "Fred Loimer" Dorli Muhr von wine & partners

Unbestritten ist, daß die Region - im Gegensatz zur Rebsorte  - ein einzigartiges - weil nicht austauschbares - Unterscheidungsmerkmal ist. Deswegen hat ua. die Zuckerpyramide als Qualitätskriterium ausgedient. Soweit d'accord!

Das daran geknüpfte Beispiel, daß alle großen Weine der Welt als Synonym für ihre Region stehen - zB. die Premiers Crus im Bordelais, Romanée-Conti, Sassicaia & Ornellaia, Mondavi, um nur ein paar davon zu erwähnen - hinkt, da alle diese Weinregionen erst im Schlepptau des Betriebes, sprich der Marke(!) ihren Ruf etabliert haben.
Nun existieren in obigen 3 österreichischen Weinbaugebieten wirklich hervorragende Betriebe, diese aber mit internationalen Größen auf eine Stufe stellen zu wollen, erscheint mir alleine schon aufgrund der Größe (und somit Exportmöglichkeit) unangebracht - auch wenn die Qualitäten dies durchaus verdienen.

Zudem gibt es noch einige weitere Punkte, die das Konzept DAC bzw. seine Umsetzung nicht stringent erscheinen lassen:
  • Der Heimmarkt ist imstande, zwischen den Weinregionen zu unterscheiden und daher ist eine übergeordnete DAC zur Konsumentenorientierung innerhalb von Österreich nicht notwendi
  • Im Gespräch mit den Winzern, die eine nicht unbedeutende Exportquote aufzuweisen haben, ergibt sich ein ähnliches Bild, wenngleich auch aus unterschiedlichen Gründen. Die Importeure verlangen nach "Blaufränkisch" und "Grünem Veltliner", der Betrieb und die Marke ist dabei wichtig, die Region aber bereits hinderlich. Man ist schon froh, wenn das kleine Österreich als Weinbauland permanent in den Köpfen der ausländischen Konsumenten verankert werden kann, da ist für Regionsbezeichnungen kein Spielraum mehr. Also wieder kein Argument für die DAC.
  • Am ehesten glaube ich an den Erfolg der DAC, wenn der der Konsument mit dieser eine entsprechende Stilistik verbinden kann. Dies ist IMHO am ehesten bei den neuen DAC Leithaberg  - das Terroir soll hier mit *mehreren* Rebsorten transportiert werden - und DAC Eisenberg / Südburgenland, in eingeschränktem Maß auch bei der DAC Mittelburgenland (für Blaufränkisch) möglich. Zu abhängig ist aber iA. der Gesckack von der Betriebsphilosophie, zu unterschiedlich die Arbeit der Kostkommision zB. bei den DAC Weinviertel-Weinen.
  • Zudem gibt es jetzt noch mit der Lagenklassifikation der Traditionsweingüter ein (zugegebenermaßen kleines) AlternativParallelsystem. Steht dies für sich alleine? Ist da die Verbindung zur DAC? Ergibt das für den Konsumenten ein homogenes Bild?
Daß es trotzdem eine richtige Entscheidung ist, Krems-, Kamp- und Traisentalweine gemeinsam zu positionieren, liegt allein schon an der Ähnlichkeit der drei Regionen im historischen, kulturellen und geologischen Kontext. Ob die richtige Klammer dafür aber die DAC ist, sei dahingestellt. Zumindest aber ist es ein naheliegender Schritt.

Nachlese zu DAC auch bei Bernhard Fiedler (1|2|3)

Freitag, 7. Mai 2010

TCA & Kork

Eine lesenswerte und in einigen Punkten für mich neue Betrachtungen zum Thema TCA & Kork in einem Artikel des Manager Magazins - gefunden via Weine & Feinkost Unterwegs, Christian Fenske.

Mittwoch, 21. April 2010

Im Verkostungsstress

Nach erfolgreicher 30-stündiger Heimreise aus Skandinavien - Eyjafjallajökull sei Dank - hatte ich am Weg nach Wien (um unser dort einsam geparktes Auto vom Flughafen zurückzuholen) wenigstens wieder einmal Zeit, die aktuelle Ausgabe einer Weinzeitzeitschrift in Ruhe zu studieren.

Beim Durchblättern ist es mir wieder einmal bewußt geworden: So viele Termine, Messen, Verkostungen und interessante Veranstaltungen, allesamt rund um's Thema Wein - und so wenig Zeit :(

Das Gefühl ist ja bestens bekannt! Man ertrinkt wissend in der Informationsflut, man ärgert sich, weil mal Termine nicht wahrnehmen kann und glaubt somit vermeintlich wichtige Informationen zu versäumen - kurzum: Vor lauter Bäume sieht man den Wald nicht mehr!

Das erzeugt Streß und auch Frust. Frust, der einem kurzfristig den Spaß an der Materie verdirbt.

Diese Woche jedenfalls ist eine ziemlich anstrengende für mich und somit kann ich eigentlich gar nicht auf dumme Gedanken kommen:
- zuerst die Erkenntnis, daß Iris' Weinrallye zum Thema Pinot Noir bereits gelaufen ist - und nicht, wie zuerst im Hirnkastl abgespeichert, erst nächste Woche über die Bühne geht :-(
- die Aufarbeitung der Rückkehr aus dem hohen Norden samt all den Streitereien wegen der Kostenübernahme :-(
- 3 offizielle Verkostungstermine, DAC Krems-, Kamp- & Traisental, Frankreich abseits bekannter Regionen (VHS-Runde) und die Linzer Frühlingsweinkost :-)
- Vorbereitung zu meiner zweiten Weinrallye (#33) - und ja, ich bin noch immer unschlüssig bzgl. des Themas :-|

Was dagegen hilft? Ein gutes Glas Wein natürlich. Genüßlich gegurgelt und nicht gespuckt!
Das wäre bei einer 20-jährigen Trockenbeerenauslese auch unverzeihlich!

PS:
Die Aussprache des Wortes Eyjafjallajökull klappt übrigens erst nach dem 4. Achterl Wein so richtig problemlos ;-)

Freitag, 19. März 2010

Neulich im Zug

Auf dem Weg nach Stuttgart habe ich das österreichische und ab München das deutsche Weinangebot der jeweiligen Bahn studiert. Ins Auge gesprungen sind mir gleich 2 wesentliche Unterschiede:
  • Während die angebotenen heimischen (A) Weißweine allesamt 2008er Jahrgänge sind, gibt es bei den Nachbarn noch Rheingauer '06er Riesling bzw. '07er Weißburgunder aus Rheinhessen,
  • zudem sind bei der ÖBB die Weine in 0,375 Halbflaschen erhältlich, wohingegen es bei der DB nur das bekannte Viertele in Flaschenform gibt. Die Preisdifferenz ist (normiert auf gleiche Menge) marginal teurer.
Sieht also auf den ersten Blick gar nicht nach dem üblichen "Jungweintrinken" aus - oder ist das bloß ein Restposten, den die DB seit Jahren erfolglos versucht, an den Kunden zu bringen?

Qualitativ kann ich nichts einbringen, dazu hätte es des Selbstversuchs bedurft und an diesem Abend waren wir alle auf Weißbier eingeschworen. Extra für Österreich abgefüllt, so scheint es zumindestens bei der ÖBB, denn mit einer "0,33l-Miniflasche" Paulaner würd' sich ein echter Bayer wohl niemals zufrieden geben. Oberösterreicher ebensowenig ;-)

Dienstag, 9. Februar 2010

European Wine Blogger's Conference in Wien

Na das ist doch eine Überraschung!

Die European Wine Blogger's Conference wird dieses Jahr in Wien stattfinden - übrigens der einzigen Landeshauptstadt der Welt mit wirtschaftlich erwähnenswerter Weinproduktion!
Weitere Infos folgen bis Ende März - also regelmäßig nachschauen auf der EWBC-Homepage lohnt sich!

Montag, 1. Februar 2010

Der neue Falstaff

Da ist er also, der neue Falstaff - genau am Tag nach seiner offiziellen Lancierung bei mir im im Briefkasten.
Der inhaltliche und optische Rundumerneuerung des österreichischen Gourmetmagazins fand fast in jedem Medium Widerhall, in Print, TV und Blogs - kein Wunder, ist doch der neue Herausgeber und Mehrheitseigentümer Wolfgang Rosam diesbezüglich als Werbeexperte vom Fach.

Von seinem 250 Seiten starken Erscheinungsbild her betrachtet ist das mehr Katalog als Magazin, das entschnörkelte Design und klare - weil übersichtlich strukturierte - Layout finde ich jedoch recht ansprechend und gelungen. Die Sujets, teilweise im Retro-Look gehalten, unterscheiden sich deutlich von der bisher gebotenen, etwas konservativen Erscheinungsform.

Inhaltlich empfinde ich es wie alter Wein in neuen Schläuchen, da bleibt man dem bisher gebotenen Content durchaus treu, durchaus verständlich, warum auch Bewährtes über Bord kippen?
Orakeln liegt im Trend, also gibt's flugs ein paar Zukunftsthesen zum Wein, neben René Gabriel schreibt nun auch Jancis Robinson ein Gastbeitrag - Kolumnen dieser Art gibt's seit geraumer Zeit ja beinahe in jeder Fachzeitschrift zu lesen - und auch der Internationalität huldigt man in Form von Beiträgen über Deutsche Pinots - vom altbekannten Duo Payne & Diel - dem Trentino und der Toskana, dem Santa Barbara Valley in California und eine Prise Noblesse in Form eines Bordelaiser-Weinguts mit Deuxième Cru Classé-Status.
Der Tastingcorner wird seit Jahren immer kleiner, dafür gibt's genügend Hintergrundwissen zu Koch- und Küchenrochaden in der heimischen Spitzengastronomie, garniert mit Reisethemen und schon ist er fertig, der Gesamtheitliche Gourmetmix!
Positiv gilt es anzumerken, daß bei der zeitgleich durchgeführten Überarbeitung des Webauftritts nun auch die textuellen Weinbewertungen des Falstaff-Weinguides online gestellt wurden und durchsuchbar sind - Bravo!

In Summe also nichts wirklich außergewöhnliches - wer hätte das auch schon erwartet? - aber durchaus frischer Relaunch mit neuem Elan interpretiert und somit gut gerüstet für die demnächst stattfindende Expansion Richtung Westen.

Sonntag, 31. Jänner 2010

Samstag, 26. Dezember 2009

Weinkellermanagement (1)

Ein Blick in meinen Keller genügt - und mir graut.
Nein, natürlich nicht ob der herrlichen Flaschen, die da schlummern, sondern ob der da herrschenden Unordnung. Und der Keller geht über! Nein falsch, der Keller ist zu klein!

Nicht, daß da jetzt wer glaubt, ich sei eine unordentliche Person, denn nein, das bin ich nicht. Nicht bei Dingen die mir wirklich wichtig sind im Leben und dazu gehört der Wein ganz sicher dazu.
Vielmehr hat das Chaos seinen Ursprung in der Ordnung. Klingt verrückt, ist aber so!
Ich trinke noch immer gerne in die Breite, daher gibt es viele Einzelflaschen aus vielen unterschiedlichen Ländern und Anbaugebieten. Zudem haben sich über die Jahre unterschiedliche Ordnungssystematiken als zweckmäßig erwiesen und in den Regalen Eingang gefunden:
  • Anfangs getrennt nach Ländern und Farbe (Rot & Weiß),
  • dann kamen die speziellen "Rebsortenregale",
  • dann Regale für Weine, welche den Trinkzeitpunkt erreicht haben
  • und für solche, welche noch geruhsam ein Jahrzehnt schlummern dürfen,
  • daneben wuchs das Regal für Bordeaux, x2, x3, x4,
  • Holzkisten am Boden für Verkostungsspecials, zB. 5-Jährige Grüne Veltliner, Horizontale vom Sauvignon, kleine Vertikale eines bestimmten Weins,
  • Einzelflaschen, welche noch einzusortieren sind, minimierten rasant die am Boden verfügbaren freie Flächen,
  • Kisten der letzen Einkäufe, welche von einem Eck ins andere - und wieder zurück wandern :-(
  • Flaschen, die nirgendswo sonst so wirklich dazu passen (eine Fundgrube für die kleinen freien Lücken zwischendrin),
  • extra Flaschen für jene Gäste, die Wein als sommerlichen Durstlöscher mit mindestens 2l täglichen Bedarf sehen,
  • zwischendurch mal eben schnell (an 3 Wochenenden) umschlichten, denn das Regal mit den Rieslingen bzw. jenes für die österreichischen Weißweinen hat einen Füllfaktor von über 1 erreicht, jenes mit den Magnums dagegen erst einen von 0.5 (ein Tausch erscheint dennoch nicht praktikabel ;-)
  • Kartons mit Rosé, der vor ein paar Jahren ja noch nicht am Radarschirm war und ergo dessen auch keinen angestammten Fixplatz im Keller hatte - jetzt aber schon,
  • und, und und..
Alles mehr oder weniger konsequent (zumindest in Teilbereichen des Kellers) umgesetzt ergibt ein feines Weinsammelsurium und ein (beschränkt brauchbares) Potpourrie an "Best Practices für Weinkellermanagement".

Und somit ist klar - es muß sich was ändern! Tabula Rasa im Weinkeller sozusagen.
Also werde ich in mich gehen und liebgewordene Weingewohnheiten auf ihre Gültigkeit überprüfen - in der Art einer Mischung aus strategischem Consulting (wer will als externer Coach fungieren?), Feng Shui und dem jährlichen Qualitätsaudit.
Deshalb wird es im neuen Jahr ein neues, weil fokussierteres W(ein)kaufsprogramm geben!

Wie das genau aussieht weiß ich selber noch nicht - aber wer schon mit ähnlichem Gedanken konfrontiert sah, möge sich doch bitte mit zweckdienlichen Hinweisen bei mir melden. Diskretion wird zugesichert ;-)

Donnerstag, 26. November 2009

Zur historischen Bedeutung des Weins..

..anhand einer Menükarte samt Weinbegleitung des österreichischen Kaiser Franz Josefs I zu einem Galadiner zu Ehren des Schahs von Persien.
Die damalige Rangordnung beim Wein rund um die Jahrhundertwende (1905) wird klar ersichtlich:

  • Deutschland bei Weißwein in Form von Rheingauer- & Moselwein
  • Frankreich bei Prickelnd (Champagne) bzw. Rotwein (na klar, natürlich aus dem Bordelais)

Gesehen bei der oberösterreichischen Landesausstellung 2009 "Mahlzeit" in Stift Schlierbach

Zum Glück hat sich das Blatt 1955 beim Österreichischen Staatsvertrag gewandelt, bei dem der Ausschank von Wachauer Weißwein der Lage „Dürnsteiner Katzensprung“ zum Fisch und Rotwein aus Retz zum Rindsfilet das (neue) österreichische Selbstverständnis bei Wein einläutete. Eine Flasche des Roten liegt übrigens noch im Retzer Kellerlabyrinth. Und wenn man dem Mythos Glauben schenken darf, "dann war der österreichischer Wein für das Erreichen der russischen Zustimmung zum Staatsvertrag nicht ganz unbeteiligt".

Österreichs Donauperle bleibt mir aber schleierhaft. Sicherlich war dies das offizielle "Begleitwasser" - mit Sprudel versetztes - damals noch in Trinkwasserqualität A vorhandens - Donau(quell)wasser ;-)

Dienstag, 17. November 2009

Universum Weinviertel (ORF TVthek)

Ein neues Feature des Österreichischen Rundfunks (ORF) - die TVthek - ermöglicht bereits ausgestrahlte (und womöglich verpasste) Sendungen des ORFs auch noch ein paar Tage später via IP-Streaming sich anzusehen. Aufgrund der anfallenden Datenmengen ein zeitlich beschränktes Angebot.

Also nicht zögern und sich noch schnell den Universum Beitrag über das österreichische Weinviertel - ein Landschaftsjuwel ersten Ranges - mit einem guten Glas Weinviertel DAC Grüner Veltliner zu Gemüte führen.

Montag, 9. November 2009

Alle Jahre wieder..

Jedes Jahr das gleiche Trauerspiel - Anfang November beginnt pünktlich die Werbemaschinerie mit ihren Slogans "Alles für's Fest" - im Fall des Falstaffs-Magazins sogar mit Rechtschreibfehler :-(
Hoffentlich ist das nicht der Vorbote der neuen Ausrichtung des Magazins, das ja mit dem PR-Berater Wolfgang Rosam einen neuen Herausgeber hat.
Weihnachten - ein Fest des Genußrausches für alle Mitglieder der Spaßgesellschaft und Event-Society?

Wer öfters guten Wein genießt, der beschenkt sich regelmäßig selbst und kann sich daher frei von Konsumzwängen dem eigentlichen Sinn von Weihnachten widmen - wenngleich es jetzt doch noch ein bisserl zu früh dafür ist.

Sonntag, 8. November 2009

Neuer Champion..

..in der nach oben offenen, freien Weinflaschen-Gewichtsklasse ist das Weingut Illuminati mit seinem Wein, dem Pieluni, einem Montepulciano d'Abruzzo Riserva 2003.
Schwarzviolette Farbe, Frucht und Würze im Einklang, eine unheimliche Dichte bereits beim Riechen, enorme balsamische Aromen nach Ruß und Teer, reife Gerbstoffe umspielen harmonisch die Zunge und sorgen mit den süßen Fruchtnoten am Gaumen für einen tolles Weinerlebnis, konzentrierter Stoff für kalte Herbst- & Winterabende, **/***

Er verdrängt somit Südafrikas Capaia und holt mit 40g Vorsprung auf den 1200g schweren - natürlich leeren - Vorgänger den (zugebernermaßen fragwürdigen) Titel zurück nach Good Old Europe.

Samstag, 7. November 2009

#PauLi

Eine wirklich nette Idee, die Thomas da gehabt hat - an alle Interessenten eine Postkarte (1|2) von der diesjährigen Europäischen Weinbloggerkonferenz aus Lissabon zu senden. Gratis & Frei Haus :-)
Und da ich mich über Postkarten genauso freue wie Thomas, habe ich natürlich von seinem Angebot Gebrauch gemacht. Zumal ich so meine - zugegebenermaßen schon einige Jahre zurückliegenden - Erinnerungen an diese Stadt auffrischen kann.

Am Donnerstag ist sie bei mir eingetrudelt und mit der "Veröffentlichung" der Postkarte möchte ich mich auf diesem Weg bei ihm bedanken. Danke Thomas!

Addendum 16.11.09:
Dank Iris #PauLi-Beitrag kann ich nun auch den Mitunterschreiber Oscar identifizieren - Oscar Quevedo vom gleichnamigen Douero Weingut.

Mittwoch, 4. November 2009

Mineralik im Wein (II)

Mineralität im Wein beschäftigt viele Weinfreunde - so auch mich. Puzzleteil um Puzzleteil heißt es dazu zusammenzutragen, denn selbst die Fachwelt kann - Stand heute - noch nicht wirklich Licht in deren Enstehung bringen und einige Weinfreunde kapitulieren vor der Komplexität der Materie. Vom "Terroir-Terror" kann man dann lesen - zugegebenermaßen amüsant formuliert.

Aber auch im Ausschlußverfahren lassen sich Halbwahrheiten wie "Mineralik im Wein kommt von den Mineralien - logisch!" widerlegen - siehe dazu den interessanter Artikel (via dem Blog-Beitrag von Michael Liebert) zum Thema "Mineralität" im Rahmen des Annual Meetings der GSA (Geological Society of America) im Kontext der Vortragsreihe "Terroir—The Relationship of Geology, Soils, Hydrology, and Climate to Wine".

Lesenswert ist auch der Fachartikel "Der Ursprung des Aromas" auf der Homepage von Schneider-Önologie, der Mineralität im erweiterten Umfeld von "Terroir & Hefen" sieht.

Offenbleibt jedenfalls noch immer die Frage "Woher kommen die mineralischen Aromen?" und welche Komponenten, Einflußgrößen und Prozesse sind an ihrer Entstehung beteiligt?
Ich lausche mit Neugierde..

Update: Eckhard Supps - wie immer ausführlich erläuterte - Ergüsse zum Terroir..

Mittwoch, 16. September 2009

Verschlußsache Wein - Das Ärgernis mit dem Vino-Lok

Aus Konsumentensicht liebe ich die alternativen Flaschenverschlüsse, wenngleich auch nicht alle im selben Maße. Wie sehr ich mich inzwischen an Schrauber & Co gewohnt habe, ist mir letztes Wochenende bewußt geworden, als ich wieder einmal eine Falsche mit deutlichem Kork geöffnet habe. In der Vergangenheit erzeugte das meistens eine Mischung aus Ärgernis, Enttäuschung und Wut über den Verlust des vielfach nur als Einzelflasche vorhandenen Weins. Dieses eine Mal jedoch freute ich mich direkt, daß ich in den letzten Monaten von Korkproblemen verschont geblieben bin. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich eigentlich gar nicht an den letzten Korkler zurückerinnern - und das ist doch ein gutes Zeichen, auch wenn nachwievor gilt: jede Flasche mit Korkbeeinträchtigung ist eine Flasche zuviel!

In letzter Zeit habe ich vermehrt Flaschen mit Vino-Lok-Glasstöpsel in der Hand. Ich bin von diesem Produkt jedoch nicht wirklich überzeugt. Zugegeben, es sieht hochwertiger als die verschraubte Variante (Stelvin) aus, hat jedoch gegenüber dieser in seiner Handhabung meiner Meinung nach einige Nachteile.

  1. Zum einen sind fast nur Vino-Lok mit einem AluCap-Sicherungsverschluß am Markt. Das mag zwar edel aussehen - angepriesen wird das mit den Worten "bietet den entscheidenden Mehrwert für das Weinmarketing" - ist aber unpraktisch zum Öffnen, weil sich eben nicht bei jedem Exemplar wie abgebildet die AluCap einfach abdrehen läßt.
  2. Daß es auch eine Variante mit Anrollkapsel gibt, habe ich erstmalig auf den Produktseiten von Closure Systems erfahren. Im Handel ist mir dieser Exot noch nirgendwo begegnet.
    Alu-Anrollkapseln lassen sich zumeist leicht aufdrehen, die Kunststoffvariante mit integriertem Aufreißfaden wäre allerdings noch einen Tick praktischer, im Hygieneverhalten wahrscheinlich besser - weil enger anliegend und somit "dichter" - günstiger in Herstellung und zudem umweltfreundlicher.
  3. Die Toleranzen zwischen dem Flaschenhals und der Kunststoffdichtung des Stöpsels variieren - aus welchem Grund auch immer (Toleranzen, Hersteller, ..). Es gibt Exemplare, die halten bombenfest - zu fest, auch wenn der Stöpsel durch den Zapfen im Flaschenhals "gesichert" ist - und dann wieder andere, die sitzen locker, sehr, sehr locker.
  4. Auch bei jenen mit festem Sitz des Vino-Lok habe ich (zu) wenig Vertrauen in den Halt, um eine angebrochen Flasche horizontal im Kühlschrank aufzubewahren, auch wenn die Dichtheit perfekt ist.
    Nicht auszudenken, was meine liebe Renate mit mir anstellen würde, falls das Ding nicht hält ;-) - ich probier's erst gar nicht aus.
  5. Alle vorgenannten Punkte beruhen natürlich auf meiner eigenen Erfahrung und sind - na klaro - rein subjektiv. Objektiv andererseits, gibt's alle diese Punkte bei einem Schrauber *nicht* und ergo dessen ist der Stelvin mein klar präferierter Verschluß.
Würd' mich brennend interessieren, welche Erfahrungen der Rest der Weinfreunde so gemacht hat - Kommentare sind erwünscht!

Bisher zum Thema im gleinahmigen Verlag erschienen:
Neue alternative Flaschenverschlüsse | Stelvin ohne Fehl-und-Tadel? | Böser Schraubverschluß

Bildquellennachweis: Vino-Lok.de