Samstag, 26. April 2008

Parfum vs Wein

"Chandler Burr ist der beste Parfümkritiker der Welt." heißt es im Artikel "Vom Riechen" der Zeitschrift Die Welt.

Auszug aus dem Artikel gefällig?
Wodurch unterscheidet ein Weinexperte sich von einem professionellen Parfümkritiker? "Das sind zwei fundamental unterschiedliche Dinge!" Chandler Burr befindet sich am Rand der Empörung darüber, dass diese beiden Dinge überhaupt in einem Atemzug genannt werden. "Wein ist Natur, Parfüm ist Kunst. Wein ist der Name für das, was passiert, wenn man Trauben ausquetscht und den Saft sich selbst überlässt. Parfüm dagegen wird von A bis Z kreiert. Die Moleküle in einem Wein sind geradezu lächerlich kompliziert. Die Moleküle, aus denen ein Parfüm sich zusammensetzt, sind einfach, klar, präzise."

Nur gut daß Chendler Burr beim Parfum geblieben ist und nicht über Wein schreibt, denn sonst müßte auch er einsehen, daß Wein ein Kulturgut ist und als solches des Menschen Hand und Hirn inkludiert. Ergo könnte nun impliziert werden, daß Wein somit viel näher der Kunst anzusiedlen ist, als es sich Mr. Burr vielleicht eingzugestehen vermag. Von Wegen den Saft sich selber überlassen! Ha! Penibelstes Arbeiten im Weingarten und Keller - so schaut's aus. Auch wenn Wein natürlich nicht im eigentlichen Sinne kreiert wird, so gibt es doch bei der Assemblage einer Cuvée zB. Schritte, welche genau in diese Richtung abzielen.

Im übrigen klingt das ja bei Mr. Burr fast so, als hätte man es bei Wein mit einem Produkt minderer Machart zu tun. Könnte es vielleicht sein, daß die vielen Parfumwoklen Hr.Chendlers Nase für die Weinaromen etwas beeinträchtigt haben?

Weiter geht's im Text:
"80 Prozent dessen, was sich in einer durchschnittlichen Parfümflasche verbirgt, wird chemisch im Labor hergestellt, nur etwa 20 Prozent der Inhaltsstoffe sind natürlich. Bald werden Parfüms bis zum letzten Tropfen künstlich hergestellt sein. Chandler Burr findet das nicht nur nicht schlimm, er begrüßt diese Entwicklung sogar. "Die Vorstellung, dass nur das Natürliche gut sein soll, ist eine religiöse Idee, und ich mag Religionen nicht", sagt er. Die Sinnesorgane hätten keine Möglichkeit, ein im Labor erzeugtes Molekül von seinem in der freien Natur herumschwebenden Pendant zu unterscheiden. Hinzu kommt: Es sei ökologisch sehr viel verträglicher, Geruchsstoffe im Reagenzglas zu mixen, statt mit der Axt in den Sandelholzwäldern von Indien herumzuwüten."

Eine IMHO sehr vereinfachte Darstellung einer ziemlich komplexen Materie. Nicht nur, daß die Natur immer noch die Referenz für Aromen jeglicher Art darstellt - auch für Parfumeure - ist es mit naturidenten Stoffen eine höchst zwiespältige Sache. Und für Wein ist das zwar vorstellbar (auch dank der Spinning Cone Column), aber strafbar unter der Bezeichnung Weinpanscherei.

Die Künstlichkeit ist oftmals eben nur eine zweitklassige Kopie des natürlichen Originals. Punkt.

Samstag, 19. April 2008

Orientierungshilfe für Bordeaux

Alljährlich wiederholt sich das Bordelaiser-Primeur-Spektakel und auch wenn die diesjährigen Eckpfeiler bereits bekannt sind - nämlich mit 2007 einen kleinen Jahrgang zu neuen Höchstpreisen zu bekommen - bleibt eben diesmal genügend Zeit sich mit anderen Dingen rund um Bordeaux sinvoll zu beschäftigen, zB. mit Bordoverview - Lautschrift im wörtlichen Sinn! Das ist eine gut aufbereitete Seite zu den Bordeaux-Primeur-Verkostungsergebnissen diverser Expertinnen & Profis seit dem Jahrgang 2004.

Du wolltest doch dem ganzen Bewertungs-Krims-Krams abgeschwören, antwortest du mir, Erwischt! Habe ich auch, antworte ich - einmal & zweimal.
Aber neben den absoluten Punkten, welche nur diesmal eben nur nebensächlicher Betrachtungsgegenstand sind, lassen sich eine ganze Reihe anderer nützlicher Informationen erkunden, so zB.
  • bei welchen Weinen sich die Expertinnen & Experten so gar nicht einig sind,
  • welche Verkoster meine Favoriten gut bewertet hat - ev. eine gute Orientierungshilfe für die Zukunft bzw. für unbekanntere Weingüter,
  • die Tendenz eines Weingutes bezüglich der Qualität - jeweils bezogen auf einen Experten und der Vergangenheit - unter der Annahme, daß der Experte nicht seinen Geschmack grundlegend geändert hat und Extrapolation eine zulässige Option ist,
  • die Preisentwicklungen eines Weinguts - einige Unverschämte werden da schnell mal entblöst und
  • das Preis-Leistungsverhältnis in Form des Qutienten aus durchschnittlicher Bewertung und Primeurpreis.
Seit Jahren sehr hilfreich bei diesen statistischen Betrachtungen Richtung Bordeaux ist dabei auch die Seite von Bertrand Leguern. Messieurs, mercy beaucoup pour votre travail préliminaire!

Sonntag, 13. April 2008

Ein Abend mit Herrn Tignanello

Manchmal besitzt man Weine, die liegen fast ewig im Keller und warten. Warten entweder auf den passenden Moment entkorkt zu werden oder einfach (wieder)enteckt zu werden.
So eine Flasche war mein Tignanello 1995.
Obwohl ich Weine grundsätzlich immer zum Genießen und niemals zur Spekulation erwerbe, habe ich bei diesem Wein doch einige Male bei einer bekanntem Plattform nach Auktionsergebnissen geschielt. Die meisten Ergebnisse hätten eine gute Rendite für meine damals um LIT 52.000 erstandene Flasche versprochen - allein ich blieb meinen Prinzipien treu.

Eine Einladung zweck Schuldtilgung bei einem lieben Freund stand an und somit war die Zeit gekommen, die Flasche bei einem italienischen Abend zu öffnen. Als Apero reichte ich einen Rotari Brut Rosé VSQPRD, DOC Trento, zu 3/4 aus Pinot Nero, der Rest Chardonnay, zartes Lachsrosa, sehr runde Nase Richtung zitronigen Noten, könnte ein wenig fokussierter sein, am Gaumen dann straff, knochentrocken, solide Handwerkskunst, aber auch nicht mehr, */***.
Zu Renates wie immer köstlicher Lasagne gab's dann die letzte Flasche Chianti Classico 2001 von Il Molino di Grace, aus Panzano, Toskana, hoho, also, da war schon beim ersten Schnupperer klar, daß dies ein Prachtexemplar ist - eine ordentliche Vorgabe für den nachfolgende Supertoskaner - noch sehr dunkle Farbe ohne jedwede Reifetöne, herzhafte Frucht, intensive Nase, ein wenig Himbeeren, satte Fruchtsüße, sehr geschmeidiger Gaumen, rund und saftig, ja fast opulent, eine feine Säurestruktur tragt den Wein, im Abgang feingeschliffenes Tannin, welch wundervolle Überraschung, da sag nocheinmal einer, daß ein normaler Chianti kein gutes Reifepotential besitzt, ein Hochgenuß zu Renates Lasagne, **(*)/***

Ja, und war's soweit. Ca. 1 Stunde in einer schlanken und hohen Karaffe zwecks Depot dekantiert, die Zeit habe ich eher konservativ bemessen, da ich schon öfter erlebt habe, daß ältere Weine in der Karaffe sofort den Sauerstofftod erleiden :-( Der Wein selbst braucht ja nicht extra vorgestellt zu werden, er wird in anständigen Menge produziert und auch in solchen getrunken - das unterscheidet ihn wohl im Vergleich zu anderen Weinen, welche nur als Prestigegewinn und zur späterer Veräußerung eine Existenzberechtigung im Keller vorfinden. Eigentlich ein idealer Tischwein für Weinsnobs mit dem entsprechenden Geldbörsl ;-)

Eingetreten ist genau das, was ich mir ausgemalt habe. Die gute Nachricht: Der Wein ist solide! Die Schlechte: Das war's dann aber auch schon! Das reißt keinen vom Hocker! Antinori, Tignanello 1995, Toskana, ziegelrot, mit dunklem Kern, anfangs eher verhalten, leicht würzig, Edelhölzer, präsentiert sich am Gaumen sehr balanciert, feste und mürbe Gerbstoffe, gesamtheitlich gesehen sehr angenehmer Wein ohne wirkliche Komplexität (die ich im zB. 1990er sehr wohl gefunden habe), ein grundsolider, beim betrachten des PLVs aber ziemlich überteuerter Klassiker, */***.
Zeit für einen Café Macchiato, eine Cohiba Robusto (wo sich der Tignanello ganz fein dazu trank) und das Schokomousse nach Familienrezept, welches cremiger, runder und nicht so ganz herb ist wie jenes von Paul Bocuse, das bei uns normalerweise auf den Tisch kommt.

Dazu eine wundervolle Flasche der Bodegas Julian Chivite, Vino Tardia Moscatel 1997 Colección 125, Navarro, Fermentation und Ausbau über 14 Monate in neuen Barriques aus Alliereiche, sattes Goldgelb, intensive Muskataromen, sehr komplex, kandierte Zitrusfrüchte, ein wenig Honig, so nobel und samtig den Gaumen auskleidend, wirkt sehr konzentriert, in sich ruhend, die perfekte Harmonie im Fruchtsüsse und -säurespiel, langer balancierter Abgang, hält seine Form perfekt über 3 Tage - dann war die halbe Flasche leider geleert ;-), Wunderstoff, Höchstnote, ***/***

Summa summarum 2300 Kilokalorien zuviel - dh. für morgen 3 x zurück zum Start und drei Runden extra laufen - denn wie heißt's so schön: A moment on my lips, years on my hips!

Donnerstag, 10. April 2008

Addendum Weinrallye #10

22h40 und ich komme gerade von einer sensationellen VHS-Weinverkostung - Frankreich Jahrgang 2005 (abseits Bordeaux). Und weil's gerade passt möchte ich noch einen Chenin Blanc der Loire aus der Appelation Touraine nachtragen, der sowohl die Nachbarregion als auch den Nachbarjahrgang meines verkosteten Anjou-Weins repräsentiert!
  • Domaine Huet, Clos du Bourg 2005, Vouvray, Bio-Wein, Demeter zertifiziert, kräftiges Strohgelb, intensive Aromatik, Zitrus & Mineralik, komplexe Nase, dicht, am Gaumen fest, dabei fokussiert, knochentrocken mit kräftige Säure, trotzdem sehr balanciert, im Abgang viel Schmelz auf der Zunge zeigend, Potential, äußerst gelungenes, feines Exemplar, € 17 bei K&U, **/***
Eine feine Zusammenfassung aller wissenswerten Fakten über die Domaine Huet l'Echansonne lesen Weinfreundinnen & -freunde beim Weindoktor.

Weinrallye #10 - Chenin Blanc

Im Gegensatz zu den vorigen Rallyes gibt's diesmal wieder einen Rundkurs zu einem ganz konkreten Thema - Christoph von originalverkorkt ruft auf zur Verkostung von Köstlichkeiten aus der Rebsorte "Chenin Blanc" - für die meisten wohl unbekanntes Neuland (?).

Epilog:
Einmal im weiten Internetz kurz nach den gängigen Rebsorten suchen, um ein paar Größenordnungen zu erhalten:
  • Riesling > 4,5 Mio Treffer (nach Larry Serge Google)
  • Chenin Blanc > 1,4 Mio Treffer
  • Grüner Veltliner > 306 Tausen Treffer ;-(
Wow, ganz schöne Abstände! Zum Vergleich einmal die ABC-Weine:
  • Chardonay > 9,1 Mio Treffer
  • Cabernet (> 10, 8 Mio Treffer) Sauvignon > 8,8 Mio Treffer
Naja, das war ja nun nicht wirklich überraschend. Schauen wir uns doch einmal im Vergleich dazu den Rebsortenspiegel (Stand 2005) nach der weltweiten Anbaufläche an (Quelle: www.vienna.at ):
  • Chenin Blanc > 59 Tausend Hektar
  • Riesling > 57 Tausend Hektar
  • Grüner Veltliner > 30 Tausend Hektar
  • Cabernet Sauvignon > 120 Tausend Hektar
Liebe Weinfreunde, da stellt sich doch glatt eine leichte Schieflage ein, oder? Was schließen wir daraus? Um es mit den Worten von Christoph zu formulieren:

"Chenin Blanc, eine Traubensorte, die nicht viele auf dem Schirm haben"

Monolog:
Lest man nach bei zB. Jancis Robinsons "Rebsorten und ihre Weine" oder Hubrecht Duikers "Loire" (beide Bücher bei Hallag erschienen) bekommt man gleich einmal Respekt vor dieser vielseitigen Wunderrebsorte, vom herrlichen Schaumwein über Massenweine, von knochentrocken hin zum noblen Süßwein hat 's die Chenin Blanc also anscheinend drauf - und das bei hervorragendem Alterungspotential.
Die Heimat dieser Sorte ist die Loire - dort auch Pineau genannt - wenngleich auch in den anderen Anbaugebieten der Welt, wo sich diese Sorte heimisch fühlt - Südafrika (dort als Steen geführt), Australien und Kalifornien - die weitaus größeren Mengen angebaut werden. In letztgenannten, im Vergleich zur Loire viel heißeren Regionen, wird Chenin Blanc ob ihrer kräftigen Säure ua. als verläßlicher Verschnittpartner geschätzt. Diese Eigenschaft macht sie auch für Schaumweine wie zB. dem Crémant de Loire und als Gegenspieler zur Süße von Prädikatsweinen sehr brauchbar.

Dialog:
Um der Chenin Blanc etwas von ihrem geheimnisvollen Wesen zu entlocken, entschied ich mich für zwei Weine, von denen ich annehmen konnte, daß sie aufgrund ihrer doch sehr unterschiedlichen Herkunft und des unterschiedlichen Jahrgangs - jung & frisch und etwas gereift - doch verschiedene Facetten zeigen werden.

Domaine Patrick Baudouin, Effusion 2004, Anjou, Loire, mittelkräftiges Goldgelb, sehr dezente Aromatik, Bergwiese, etwas Kamille, wundervoll rund, toll, wie frisch ein einfacher 2004er Weißwein doch (noch?!) sein kann, wirkt durch seine unspektakuläre Art bereits wieder spektakulär, macht Spaß, auch wenn dieser Wein keine ausgeprägte eigene Charakteristik besitzt, *(*)/***
  • Stellenrust, Chenin Blanc 2007, Stellenbosch, Südafrika, von über 40 jährigen Rebstöcken, klares Strohgelb, anfangs verhaltene Zitrusnoten, dann kräftige Nase nach Grapefruit, Apfelaromen, durchaus frische, wenngleich auch keine "strahlende" Aromatik, am Gaumen dann mundfüllend, plötzlich entsinne ich mich der 14 % Vol. am Etikett ;-), im Abang trocken mit feinem Säurespiel, kein zartes Wesen, sondern ein strammer Bursche, */***
Epilog:
Ziel erreicht? Nicht ganz! Wie verkehrt doch die Welt manchmal sein kann! Der ältere Loire wirkte so jung, der junge zwar frisch, aber wie ein Herkules - also definitiv kein Sommerterassenwein!
Chenin Blanc
, ein Wein ohne wirklich eigenen Charakter? War das meine Meinung vor dieser Weinrallye? Mitnichten! Auch wenn ein Schaumwein und ein Süßwein aus Chenin Blanc zwecks Degustation noch ausständig sind, glaube ich, daß meine beiden Weine typische Sortenvertreter sind! Auch wenn ich Chenin Blanc bisher nicht an einer spezifischen oder einzigartigen Eigenschaft habe festmachen können. Aber wer Willens ist, sich Zeit für diese vielseitige Rebsorte zu nehmen, der wird sicher nicht entäuscht werden und spannende Weinmomente ereleben, davon bin ich überzeugt.

Etwas ganz Wesentliches habe ich aber noch unterschlagen!
Beide Weine konnten sich als hervorragende Essensbegleiter profilieren - eine für mich ganz wichtige Eigenschaft - gehört doch meiner Ansicht nach Wein zum (und nicht nach dem) Essen serviert! Der gereifte Anjou war ein seriöser Begleiter zu Petersilien-Knoblauch-Garnelen, einer scharfen Pfefferoni-Pizza und nebenbei bewies er auch noch Steherqualiäten zu meiner Alltagsschokolade Zartbitter von Chocolat Frey - das schaffen nur wenige Weine! Und der junge, kräftige Steen machte zur pikanten Gemüse-Lauch-Fischpfanne mit Papardelle eine gute Figur. Chenin Blanc also doch mit Qualitäten? Mais bien sur!

Post Scriptum:
Dem 1999 Crémant Saumur Brut von Bouvet-Ladubay aus der Magnum geht's demächst an den Korken, Kostnotizen folgen selbstverständlich stante pede ;-)

Dienstag, 1. April 2008

Weine vom März

  • Weingut Buchegger, Grüner Veltliner Pfarrweingarten 2005, Kremstal, es gibt Weine, die liebt man von Anfang an, die treffen punktgenau das, was man an einer Rebsorte bzw. Weinstilistik so schätzt, vielleicht nicht jedes Jahr in der selben Intensität - das wär' ja fad - aber so weit fehlt's dann nicht, der Wein weiß (fast) immer zu überzeugen. So einer ist (für mich) Bucheggers Pfarrweingarten.
    Diesmal läßt sich der Wein ziemlich bitten, braucht Tage um sein wahres Ich zu offenbaren, kein Genuß für ungeduldige Hedonisten - aber das wiederspricht sich ohnehin - dann herrliche Nase, tabakkig, mineralisch, tief, würzig, wirkt fest und stoffig am Gaumen, alles im Lot, genug Potential für die nächsten Jahre, **(*)/***
  • Weingut Juris, Stiegelmar, Chardonnay Altenberg 2005, Neusiedlersee, zeigt sich anfangs sehr verhalten, dann mit feiner, subtiler Aromatik, Melone, leichte hefige Noten von der Lagerung auf der Feinhefe, wirkt eher schlank in seiner Statur, aber immer balanciert mit leicht cremigem Abgang, wiederum ein schönes Rebsortenexemplar, das einer feinen Chardonnay-Linie huldigt, ABC? Gilt nicht für diesen Wein! **/***
  • Chateau Leoville Poyferre 1998, St. Julien, Bordeaux, am Sprung zum Granat mit jungem Kern, Bordeauxstinkerl, viel Würze vom Maggikraut, mittelgewichtig, zeigt eine gute Balance zwischen kräftiger Säure und festen Gerbstoffen, letztere wirken aber im Finish ein wenig austrocknend, jetzt mit Genuß zu trinken, der Wein lebt im Abgang von seiner feinen Säurestruktur, die Lust auf den nächsten Schluck macht, 19 Punkte-Wein von Rene Gabriel, bei mir einer weniger, **/***
  • Vinedos del Contino, Contino Reserva 1995, Rioja, gehört zum Teil dem Riesen CVNE, leuchtendes Granatrot, zeigt in der Nase ein wundervolle vielschichtiges Aromenspektrum, viel Süsse vom Holz, balsamische Anklänge, Tropenhölzer, Banane (!?), am Gaumen korrespondierende Süsse im Zwiegespräch mit nerviger Säure, etwas spitz hintennach, Süßholzwurzel im Abgang, ein moderner Traditionalistmit langem Holzausbau, für micht authentischer Wein aus dem Rioja, bravo! **/***
  • Weingut Neumeister, Sauvignon Blanc 2006, Südoststeiermark, sauber, initial sortentypisch, zartes Cassis, dann ein wenig launisch, mal intensive Aromen, mal sehr, sehr verhalten, frisch, aber nicht resch, harmonisch, ein passabler Fischbegleiter, einfach gestrickt, */***
  • Chateau d'Aurilhac, Cru Bourgeois 2003, Haut-Médoc, Bordeaux, dunkles Rot, farblich die erste Reife erkennbar, schon in der Nase ist merkbar, daß in diesem Jahr die Reben nur das Beste von der Natur bekommen haben, wenig Frucht, eher würzig, zeigt sich saftig, dabei kräftig und mit viel Tannin, anfangs aber übermäßig bitter im Abgang, am zweiten Tag parfumierte Nase, Rosenduft, das Bitterl ist zugunsten einer Säure verschwunden, wirkt trotzdem etwas marmeladig, leicht austrocknende Gerbstoffe im Finish, für seinen Preis gut gemacht, d'Aurilhac ist immer ein bourgeoiser Kraftlackel, niemals Aristokrat, die jahrgangsbedingte Stilistik läßt Sehnsucht nach der Finesse eines klassischen Bordeauxs aufkommen, *(*)/***
  • Nemeth Pince, Balaton, Muscat 2001, Ungarn, feines Goldgelb, intensive Nase, die Sorte leicht erkennbar, aber nicht so reintönig wie ein trockener Steirer, etwas künstlich, Leim, trotzdem mit viel eigenem Charakter, verschwenderische Fülle mit herrlichem leichten Süßespitz, guter Begleiter zu kleinen, scharf gewürzten Pizzinis, *(*)/***
  • ??? (ist ja zu dumm, gerade diese Flasche habe ich vor dem Ablesen des Etikett entsorgt :-(, Schilcher 2006, Südweststeiermark, Schilcher, eine lokale Rosé-Spezialität aus der Rebsorte Blauer Wildbacher war früher nicht zu unrecht ob seiner forschen und fordernenden Säure als Zungenschneider verschrieben, heutzutage zeigen sich die guten Exemplare eher gemäßigt, nennen jedoch (zum Glück) noch immer eine nervige Säurestruktur ihr eigen. Eine herrlich intensiv leuchtende Zwiebelschale mit deutlich rotem Farbeinschlag, wunderbar eigene Fruchtnoten, Erdbeere, die Kombination aus knackiger Säure und knochentrockenem Ausbau bewirkt höchsten Trinkfluß, ein sehr schönes Exemplar mit bemerkenswert niedrigen 11,5 %Vol., **(*)/***
  • Luna Beberide, Mencia 2007, Bierzo, Spanien, violette Farbe, ungestüme würziger Frucht mit deutlichen Veilchennoten, das Schöne bei diesem Wein finde ich die warme, weiche, fast mollige Note in der Nase, das korrespondierende Erlebnis am Gaumen und trotzdem die subtile Säure im Abgang, balanciert, jetzt & sofort trinken, wird am zweiten Tag etwas flach, */***
  • Winkler-Hermaden, Hermada 2003, Südoststeiermark, eine Cuvée aus Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot, helle Farbe, fein würzige Fruchtnase, am Gaumen sehr rund und trinkfertig, ganz zartes Bitterl im Abgang, easy to drink, *(*)/***
  • Weingut Kerpen, Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese 2001, Mosel, zwischen Stroh- & Goldgelb, balsamische Noten, das bekannte Petrolstinkerl, allerdings in einer sehr subtilen und interessanten Art & Weise, etwas Mineralik, am Gaumen sehr fruchtsüß, die Reife der Auslese will sich mit der doch präsenten Säure nicht als harmonisches Ganzes verbinden, der unerwartete Geschmacksumschlag von süß auf "sauer" beim Schlucken stellt mir die Nackenhaare auf, sehr ordentliche Länge im Abgang, */***
  • Schloß Halbturn, Graf Koenigsegg Reserve 2002, Neusiedlersee, ein Halbpreiswein, vor 3 Jahren um etwas über € 6 verschleudert, hat noch nie entäuscht und beweist ein Reifepotential, das man sich manchmal von Weinen in ganz anderen Preissegmenten wünscht! Dunkles Bordeaurot, zarte Sauerkirschnoten, fein verwobenes Holz, nuancierte Säure trägt den Wein im Dialog mit feinen Gerbstoffen, balanciert mit mundfüllendem Abgang, von dieser seidigen Art trinkt man auch gerne ein weiteres Glas, *(*)/***

Samstag, 29. März 2008

Weinfrühling im Alten Rathaus

Mit 35 Ausstellern - zu 3/4 aus den Regionen Kremstal, Kamptal und Wagram, der Rest aus der Thermenregion, dem Neusiedlersee und der Steiermark - ein angenehmer und vor allem überschaubarer Rahmen. Die (nicht von allen WinzerInnen eingehaltene ;-) Vorgabe von 5 Weinen sorgt dabei für eine überschaubare und vor allem verkostbare Menge.
Die Probe war vom Umfang her sicherlich nicht repräsentativ für einen österreichischen Gesamtquerschnitt, bot mir dennoch einen guten ersten Einblick in die (ev. regionale) Gegebenheiten des aktuelle Jahrgangs - mein Fokus lag dabei vorwiegend auf den Grünen Veltlinern (GV).
  • Positiv, daß sich die 2007er GVs im Kabinettbereich bereits sehr zugänglich und harmonisch präsentieren und eine der Gastronomie zugute kommende Stilistik zeigen. Im Vergleich zum Vorgängerjahrgang - ein sehr gutes Jahr für den GV - zeigt sich der 2007er Jahrgang bereits weiter fortgeschritten in seiner Entwicklung.
  • Es gibt sie wieder, die (Sommer)Weine mit niedrigem Alkohlolgehalt um die 12% Vol., auch die "Granaten" liegen gut ein Volumsprozent unter dem Vorjahresniveau.
  • Jene Weine im Spätlese bzw. Smaragdbereich, welche bereits verkostet werden konnten, zeigten sich bereits durchaus antrinkbar, wirken derzeit aber eher eindimensional und fern der Beurteilbarkeit, Potential für schöne Weine besitzt der Jahrgang allemal.
  • Manchmal lag die Säure niedrig, die Exemplare wirken dadurch flach und lassen somit den Trinkfluß vermissen. Ebenso zeigten einige GVs eine sortenuntypische - zB. sauvignoneske - Aromatik, was dem Trinkspaß per se aber nicht entgegensteht.
Zu gefallen wussten heuer:
  • Weingut Rudolf Fritz, Thallern, Kremstal, eine bestechend schöne Kollektion, die beiden GVs Herrentrost und Frauengrund präsentieren sich mit vibrierender Frucht, sehr trinkanimierend und mit einer herrlichen Säurestruktur, der Riesling Steinhagen steht den Grünen Veltlinern nicht nach, auch die Kostprobe des Top-Veltliners aus der Lage Schwerer Zapfen zeigt viel Potential, alles in allem ist Rudolf Fritz heuer eine sichere Bank!
  • Weinhof Parzer, Furth-Göttweig, Kremstal, sehr schön der runde und vollmundige GV Reserve, eine Selektion aus den besten Trauben von Urgesteins- und Lößlagen,
  • bei den Weinen des Weinguts Schlamberger überzeugte besonders der GV Premier Grü Sandgrube (Krems), volle, klare Nase, lebhaft mit feiner Mineralik, auch die beiden Veltliner Dürnstein und vom Pfaffenberg aus der Wachau gefielen mir, erster etwas milder in seiner Säure,
  • Weinhof Arndorfer, Strass, Kamptal, ein herrlicher GV Dionysos Taufwein, kräftiges Goldgelb, viel Würze, wuchtige, runde Struktur, viel eigener Charakter, empfehlenswert auch der sortentypische Sauvignon Blanc Strass, weisser Holler gepaart mit nerviger Säure, ebenfalls ein Genuß ist es ob ihrer Begeisterungsfähigkeit mit der charmanten Dame des Hauses zu plaudern,
  • Verlaß ob der Qualität ist auch auf das Weingut Maglock-Nagel in Strass, Kamptal, sehr primärfruchtig ausgebaute Weine, ein wundervoller Riesling Wechselberg, glockenklare Frucht, frisch, zitronig im Abgang, sehr trinkfertig auch bereits der kräftige, parfumierte Veltliner vom Gaisberg, jener vom Wechselberg tendiert stilistisch heuer mehr Richtung Sauvignon, aber mit viel Trinkanimo,
  • Weingut Rosenberger, Rohrendorf, Kremstal, angenehm der GV Nachtfalter, ein klassischer Leicht + Trocken Sommerveltliner, am Besten schmeckte mir der Veltliner Kellerweingarten mit glockenklaren Zitrusnoten und nerviger, feiner Säurestruktur,
  • Reinberger, Grafenwörth, Wagram, erfrischend der Veltliner Rose Grün, leicht pfeffrig, sehr fein auch der Rote Veltliner, frischer Exotiktouch, durch eine leichte Süße am Gaumen gut gepuffert, feiner Säuredialog, sehr harmonisch,
  • Weingut Franz Anton Mayer, Königsbrunn, Wagram, ein prachtvoll kräftiger 2006er Veltliner Rainmacher, wuchtig, mit feinem, integrierten Holz, ein intensiver Sauvignon Blanc, Cassis pur im Glas, harmonisch, aber was für ein Kraftlackel, ganz der Winzer selbst ;-)
  • Weingut Reiterer, Wies, Südweststeiermark, der Schilcherspezialist, am schönsten war für mich jener der Lage Lamberg, schöne Erdbeerfrucht, klar, rassige Säure, ein Klassiker, zivilisierter und somit internationaler die Variante vom Engelweingarten, auch der Sekt hat was, mir persönlich aber etwas zu künstlich von der Aromatik und vielzuviel CO2,
  • Johann Gisperg, Teesdorf, Thermenregion, zeigt ebnfalls eine bestechende Linie , seine Stilistik ist über alle Rotweine gut erkennbar, der Gaumen eher schlank, aber engmaschig, immer mit guter Fruchtsüße und reifem, mürben Gerbstoffen, am Besten der Pinot Noir Reserve 2005, Cabernet Sauvignon 2005 und die Cuvèe Terroir de Pierre 2005 aus CS und St.Laurent, alles schöne und fair bepreiste Weine,
  • Weingut Heggenberger, Tattendorf, Thermenregion, ein prachtvoller klassischer Pinot Noir 2005 von den Burgundermachern, mit viel Sortentypizität in der Nase, rund, fruchtig, balanciert, mundfüllend, feiner und unkomplizierter Trinkspaß, auch die Reserve vom Pinot 2005 ist gut gelungen, diese wirkt seriöser, strenger und fokusiereter.
Nachlese Weinfrühling 2007

Montag, 24. März 2008

Igler - "Vom Igel"

Ab Ericio ("Vom Igel") ist der Topwein des Weinguts Hans Igler in Deutschkreutz, Mittelburgenland - dem Blaufränkischland - und besteht gut zur Hälfte aus Merlot, einem Drittel Blaufränkisch und Zweigelt. Ab Ericio ist in den letzten Jahren ein höchst erfolgreicher Wein, der 2005er wurde kürzlich falstaff-Sieger, der Vertreter aus 2004 belegte den 3. Platz. Auch andere österreichische Publikationen stuften den Wein ins internationale Premiumsegment ein. Das Preisschild ist mit € 30 etikettiert.
  • Ab Ericio 2000, klassisches Weinrot, vom Grundton her eher herb mit weinig-fruchtiger Nase, im Hintegrund sanfte Vanille und Schokotöne, sanfte Würze, eher kurze Präsenz und mittelgewichtig am Gaumen, deutlich Alkohol, wirkt nicht stimmig, Säure- & Gerbstoffspitz im Abgang, mit Süßholzwurzel säuerlich nachklingend, geht am zweiten Tag ein wenig auf, alles miteinander wirkt gut verwoben, balsamische Noten und eine feine Säurebalance im Abgang, für den Topwein aus einem exzellentem Jahrgang ein bißchen zu wenig, hat seinen Höhepunkt bereits überschritten, *(*)/***
  • Ab Ericio 2004, Purpurfarben mit schwarzem Kern, die Nase sehr schön verwoben, schwarze Ribisel (Johannisbeere), peffrig, nobles Holz (21 Monate!), alles gut zu einem harmonischen Ganzen integriert, seidig am Gaumen getragen, engmaschig am Gaumen, balancierte Säure trägt diesen Wein, der angenehme, aber eher kurze Abgang macht schon wieder Lust auf den nächsten Schluck, am zweiten Tag in Höchstform, einziger Wunsch meinerseits wäre ein etwas präsenteres Tannin, zeichnet für seine 14 %Vol. ein wirklich tänzerisch leichtes Gesamtbild, hat noch Lagerpotential, qualitativ aber bereits jetzt on-Top, bravo, **(*)/***

Sonntag, 23. März 2008

(Gelber|Gewürz-) Traminer

Traminer beschert mir - ob der herrlichen Aromatik, welche diese Sorte(n) zu entwicklen im Stande ist - immer wieder ein herrliches Trink- & Genußerlebnis.
Über die Herkunft des Traminers gibt es widersprüchliche Aussagen, sicher ist aber, daß sie eine der urkundlich ältesten erwähnten Rebsorten unseres Kulturkreises ist und ein gutes Lagerpotential besitzt.
Nachfolgende Probe versuchte mit 14 Weinen einen kleinen Querschnitt über das aktuelle Angebot an Stilistiken zu geben (2 Flaschen hatten einen deutlichen Korkfehler, die Ersatzflaschen waren iO):
  • KG St. Pauls, Gewürztraminer 2005, Südtirol, kräftiges Gelb, muskattraubig, üppige, homogene Nase, auch kraftvoll am Gaumen, trocken - das behindert ein wenig den Trinkfluß - zartes Bitterl hintennach, (*)/***
  • Dorigo, Gewürztraminer 2005, Colli Orientali, Friaul, strahlendes Gold, Uhu, leicht brotig, mittelgewichtig, knochentrocken mit präsenter Säure, noch nicht ganz balanciert, fast graziler Wein, € 14
  • Tissot, Savagnin Ouillé, Arbois, Jura, Biowein, blasses Gelb, eigenwilliger Charakter, Honig, mineralisch, schlank, aber harmonisch von vorne bis hinten, fokussiert, leicht salzig, hat mit der Sorte nichts wirklich gemeinsam, trotzdem ein sehr interessantes Exemplar von Wein, *(*)/***, € 13
  • Gießauf-Nell, Gewürztraminer XXNell 2005, Südoststeiermark, blasses Gelb, hochexpressive Nase, ein typischer Sorten- & Gebietsvertreter, vorbildhafte Struktur und Harmonie, wirkt nicht zu trocken, wundervoller Trinkfluß, hat für mich Modellcharakter, **/***, € 14
  • Weingut Ruck, Traminer Spätlese 2004, Iphofen, Franken, Blassgelb, freundliche, aber breite Nase, der Traminer ist zu erkennen, angenehm zu trinken, kein schlechter Wein, */***, € 15
  • Elzenbaum, Gewürztraminer Blasbichl 2006, Südtirol, goldgelbe Farbe, nicht ganz so intensive Nase, zeigt aber Sortentypizität, viel Körper, leider auch viel Alkohol, (noch) nicht ganz balanciert
  • KG Tramin, Gewürztraminer Nussbaumer 2006, Südtirol, 15 %Vol., helles, strahlendes Gold, fein ziselierter Duft, Rosenaromen, leichte Süsse am Gaumen, sehr geschmeidig mit guter Balance, wundervolle Aromatik im Abgang, dicht & cremig, der hohe Alkoholgehalt ist kein Thema, (auch das) zeigt seine Klasse, wie schon die Vorgängerweine eine sichere Bank, zu Recht tre bicchieri im Gambero Rosso, **/***, € 16
  • Gießauf-Nell, Gelber Traminer Röhrl 2006, Südoststeiermark, sehr blasse Farbe, äußerst duftintensiv, Parfum, Rose, detto auch am Gaumen, wirkt herrlich balanciert durch leichten Restzucker, der dieser Rebsorte ganz hervorragend steht, schöner Wein, *(*)/**, € 11
  • Domaine Loberger, Gewürztraminer Grand Cru Spiegel 1999, Elsaß, aus biologischem Anbau, kräftiges Goldgelb, eher undiffernzierte Nase, Heu, Blumenwiese, schon im Auslesebereich angesiedelt, wirkt für sein Alter noch sehr jugendlich, am Gaumen dann aber flach, rund und ölig, wahrscheinlich ein guter Speisenbegleiter zu asiatisch scharfen Gerichten, */***, €16,50
  • Domäne Müller, Traminer Auslese 1999, Südsteiermark, sattes Gold, wiederum Klebstoffnoten, süß, fehlende Säure und damit fehlende Spannung, wird mit etwas Luft aber ganz harmonisch, € 9
  • Corison, Corazon 2004, Anderson Valley, USA, strohgelb, aufdringliches Aroma, mehr Sauvignon Blanc als Traminer, parfumiert, Tannenwipferl, der Alkohol von 14 %Vol. ist gut eingebunden, fast schlank am Gaumen, etwas harzig, balsamisch, nicht uninteressant, aber eigenwillig und hat alles nichts mit einem Traminer zu tun, (*)/***, € 15
  • Haas, Traminer Aromatico 2006, Südtirol, 14,5 %Vol., brilliantes Strohgelb, helle Nase, stechend, CO2, unruhig, wirkt eindimensional und irgendwie sogarnicht in Form?? € 19
  • Hofstetter, Gewürztraminer Kolbenhof 2006, Südtirol, 15 %Vol., goldgelb, exotische Anklänge, helle Fruchtnoten, leicht brandig im Mund, fehlende Komplexität, naja, da gibt's "gleich um die Ecke" mehr um weniger Geld, € 19
  • Elena Walch, Gewürztraminer 2006 Kastellaz, Südtirol, 15 %Vol., schlägt stilistisch in die gleiche Kerbe wie der Vorgängerwein, wirkt zu süß, fehlende Feinheit und Aromatik, wahrscheinlich auch jahrgangsbedingt, ev. hilft hier auch einmal "den Wein im Keller vergessen"?
Die Quintessenz in wenigen Worten zusammengefasst:
  • Südtirol hat alkohol-bedingt mit 2006 nicht gerade das in der Flasche, was man einen Trumpf bei dieser Sorte nennen könnte, aber wie immer bestätigt eine Aussnahme die Regel: der Nussbaumer der KG Tramin - wer sonst?- lieferte den Wein des Abends und mit welcher Konstanz in den letzten Jahren - Respekt!
  • ein kleiner Zuckerschmelz steht der Rebsorte perfekt zu Gesicht und verleiht ihr seidigen Trinkschmelz, welche die trockenen Varianten vermissen lassen,
  • und der österreichische Vertreter liefert traumhaften Traminer aus der Südost-Steiermark rund um Klöch, der jeden internationalen Vergleich mit dieser Sorte locker standhält.

Montag, 17. März 2008

Jungweinschnuppern

Da flatterte mir doch vergangene Woche diese hübsche gestaltete Enladung ins Haus.
J u n g w e i n s c h n u p p e r n - schön langsam verstehe ich den Brüsseler EU-Zeigefinger gegen den Alkoholmißbrauch - kein Wunder, bei solch einem Werbesujet ;-)