Gastgeber der
21. Weinrallye ist wieder einmal
Lars vom Blog
schreiberswein.
Sein auserkorenes Thema ist ein ganz & gar deutsch-patriotisches:
Die Königin der Reben - Deutscher Riesling aus Spitzenlagen!
Daß die Rieslingtraube den Königinnenthron beansprucht wird ja da & dort publiziert. Allein meine (Verkostungs)Erfahrung lehrt mir aber, daß es einige Konkurrentinnen gibt, die ihr diesen Anspruch durchaus streitig zu machen imstande sind - wenngleich wahrscheinlich nicht auf internationaler Ebene.
Chardonnay, Chenin Blanc und auch unser heimischer
Grüner Veltliner bringen IMHO manchmal ebenbürtige Qualitäten, letztere auch in ebenso vielen unterschiedlichen Qualitätsabstufungen.
Daß ich dem
deutschen Riesling dennoch (fast uneingeschränkt) huldige liegt einfach daran, daß ich erst über die deutschen Vertreter Zugang zu dieser Rebsorte gefunden habe und diesen Weinen nicht nur bis heute treu geblieben bin, sondern sie meistens auch noch immer den österreichischen Exemplaren vorziehe.
Seit jeher üben steinige Steillagen einen ganz besonderen Reiz aus. Dies gilt für die Terassenweine der
Wachau ebenso wie für die Lagen der
Mosel. Die Mühen der Bewirtschaftung solcher extremen Lagen lohnen oftmals mit besonderen köstlichen Weinen. Aus diesem Grund habe ich mich auch für ein Exemplar aus einer solchen Lage für diese
Rallye entschieden.
Der
Röttgen ist Teil der Ortsgemeinde
Winningen an der
Untermosel, kann mit einem
Devonschieferanteil von über 50% aufwarten und ist als
Erste Lage nach der
VDP-Klassifikation eingestuft und findet auch Eingang als einer der besten Lagen der Mosel im
Deutschen Weinatlas.
Heymann-Löwenstein, Riesling Röttgen 2004, 1. Lage, Mosel, Goldgelb, prachtvolle Fruchtsüsse, anfangs gelbe Früchte, Marille, dann viel Exotik, Ananas pur, balanciert strömend, dahinter alles mit gebündelter Mineralik unterlegt, facettenreicher Wein für Nasentrinker, am Gaumen kontrolliertes Volumen, wunderbar voll, alles mit diesem herrlichen Süss-Sauer-Dialog auskleidend, Textur mit Spiel, barock, ja, aber auch wunderbar feinziselierte, richtiggehende erfrischende Säurestruktur im Abgang, dann wiederum Mango, endlos lang, ein Grandseigneur, ein Geschichtenerzähler der Rieslingkunst, in jeder Phase ein hedonistischer und erotischer Wein, gleichermaßen für Bauch und Intellekt geeignet, besser kann's nicht werden, dieser Wein sprengt ganz klar mein Bewertungschema, glücklich, wer ein paar Flaschen dieses außergewöhnlichen Elixiers sein eigen nennen darf! ***
(*)/***
Nochmals eine Liga über dem bereits famosen
2005er Exemplaren, welche ich vor 15 Monaten zum ersten Mal genießen durfte!
Königin Riesling, auf *
meinem* Thron ist genügend Platz für euch alle :-)