Montag, 19. Oktober 2009

Vom Glas zum Wein..

..handelt diese Geschichte.

Welches Glas zu welchem Wein gewählt wird, ist oftmals eine persönliche und somit rein subjektive Sache. Ziemlich unterschiedliche Kriterien führen zur Entscheidung, warum ein bestimmtes Weinglas erstanden wird - Design, Preis, Renommée, Robustheit, Spülmaschinentauglichkeit, Empfehlung, Haptik, usw. sind nur einige der vielfältigen und möglichen Auswahlkriterien.
Kaum ein Weinliebhaber, der sich der Bedeutung des Glases für den Wein nicht bewußt ist und so besitzen die meisten Weinfreunde zumeist auch mehrere Gläser für unterschiedliche Weinklassen, -sorten und -stile.
Wie viele verschiedene Gläser es sein müssen, darüber wird seit jeher kontroversiell diskutiert. Wo einige Glas-Hersteller mit 4 verschiedenen Formen auskommen, bieten andere für annähernd jede Rebsorte ein eigenes Glas - und die ganze Linie dann nochmals als preiswerte Maschinenlinie bzw. als noble mundgeblasene Serie an.

Aber eigentlich geht's gar nicht darum, welches *das* Beste aller Gläser ist, sondern nur um die Unterschiede zwischen einem kleinen und einem großen Glas für einen *guten* (diesmal roten) Wein.
Tendenziell neigen einige Menschen dazu, immer ein zu großes Glas zu nehmen. Das ist natürlich, hat was mit Wertigkeit - vielleicht auch Wertschätzung gegenüber sich selbst - zu tun und ein wenig mit Prestige, vor allem dann, wenn man im Glauben ist, einen besonders guten Tropfen zB. für Gäste geöffnet zu haben.
Die Zeiten, in denen es vor allem in der gehobenen Gastronomie angesagt war, auch für den einfachsten Hausroten ein großes, schweres Glas dem Konsumenten vorzusetzen, sind glücklicherweise dank fortschreitendem Weinverständnis passé.

Meinen bisherigen Erfahrungen und Empfinden nach richtet ein kleines Glas bei einem guten Rotwein niemals jenen "Schaden" an wie im umgekehrten Fall. Ein guter Wein bleibt auch in einem für ihn zu kleinen Glas immer noch gut, auch wenn vielleicht dadurch ein Teil seines Potentials nicht (bzw. noch nicht bei jungen, tanninreichen Weinen) offenbart wird.
Im anderen Fall jedoch verlieren sich Wein manchmal in den Weiten des Kelches, wirken dünn und ausdruckslos und verspielen jedwegliche Balance.
Ein Universalglas in Standardgröße bietet hier oftmals einen leichtern Zugang zum Wein und fokussiert die Aromen. Somit wird der Wein leichter "verständlich", erriech- und verkostbar. Nicht umsonst kommt auch bei Verkostungen hochwertiger Weine normalerweise ein "Standardglas" zum Einsatz.

Ich selbst erlebe das auch immer wieder bei Verkostungen, wo mich der direkte Vergleich des selben Weines in zwei unterschiedlichen Glasgrößen - wohlgemerkt des selben Herstellers und der selben Glaslinie - sicher macht, daß die meisten Weine im kleineren Universal-Glas den besseren Eindruck hinterlassen. Eine Einschätzung, die vielen Weinfreunden ein kleines Aha-Erlebnis bereitet und danach geteilt wird.

..von großen und kleinen Gläsern..
(hier in Form des neuen österreichischen Wunderglases Zalto)

Diesmal aber habe ich einen Wein im Glas, bei dem Vorangesagtes nicht zutrifft, ja im Gegenteil, dies in genau umgekehrter Reihenfolge Gültigkeit besitzt! Und zwar in einem wirklich gravierenden Maß.

Gérard Gauby, Domaine L'Orri 2002, Vin de Pays, Côtes Catalanes, Roussilion, ein aus einer Kooperation von nur 3 Jahrgänge mit Martin Kössler (K&U Weinhalle) entstander Wein, eine Cuvée aus Uraltreben (bis zu 130 Jahre alt) aus Grenache und Carignan, intensiv dunkler Kern, noch sehr junger Farbton, eine Intensität sondergleichen (das muß man mal erlebt haben) nach weihnachtlichen Gewürzen, Nelken, schwarzen Beeren, am Gaumen straff, fordernd, aber in der Mitte mit einer verbindenden Fruchtcharme, gestützt von nerviger Säure, unglaubliche Dichte, eine präsente, jedoch mürbe Gerbstofftextur begleitet den Abgang, von kühler Statur, intellektueller Wein mit hedoni(sti)schen Zügen, der aber auch Aufmerksamkeit einfordert und Zeit braucht, genossen zu werden! **-**(*)/***, €24

Im kleinen Glas naturgemäß ob der Fläche für den Riechkolben nur der halbe Genuß, diese unglaubliche Würzigkeit des Weines, in brachialer Dimension im großen Glases geht komplett verloren! Soweit noch keine Tragödie. Die Mitte aber bricht vollends heraus. Jene Mitte, die der Gaumen braucht, um diese nervige Säure und die reifen, massigen Gerbstoffe zu einem harmonischen Ganzen verbinden zu können. Der Wein wird damit schlichtweg ungenießbar. Er wirkt beim ersten Zungenkontakt sofort sauer, um dann komplett in die Tanninschiene zu kippen. Zurück bleibt ein hartes, undurchdringliches Etwas, ohne auch nur den geringsten Trinkfluß zu vermitteln!
Zuerst habe ich geglaubt, der Wein ist gekippt, aber bei einer solch famosen Qualität am ersten Tag wäre das doch eher unwahrscheinlich. Und wahrlich lag es nur am unterschiedlichen Glas, ein einfacher und direkt durchgeführter Vergleich aus den zwei verschiedenene Gläsern (Wein & Co Solution Classic bzw. Mature, entworfen von Architekt Prof. Holzbauer, gefertigt von Spiegelau) brachte ein eindeutiges und leicht nachzuvollziehendes Ergebnis.

Ein weiteres, Mosaiksteinchen in der manchmal so komplexen Weinmaterie.. ;-)

Sonntag, 4. Oktober 2009

Rosarotes Verlangen (ein Finale)

Rosé hat im heurigen Sommer wieder für einige Themen gesorgt. Wir erinnern uns, zum einen durch die Proteste französischer Winzer über die den EU-Vorschlag (1), das Verschneiden von Rot- und Weißweinen für die Roséherstellung zu legalisieren, was ja aus Sicht der französischen Rosélobby erfolgreich und zum Leidwesen der restlichen europäischen Winzer abgewendet werden konnte (2). Dazu empfiehlt es sich unbedingt, den wundervollen Artikel von Eckhard Supp zu diesem Thema (3) zu lesen! Andereseits liegt Roséwein nachwievor voll im Trend, wie diverse Artikel zum Thema in (Kunden)Zeitschriften des Fachhandels als auch der Blogs (4) belegen. Bestätigt wird das auch durch einen kurzen Blick in Google Trends mit ein paar Schlagwörtern:

+ bedeutet dabei steigendes, - fallendes Suchvolumen
  • Rosé (+)
  • Wein (-), wine (-), vin (eigentlich - mit großen + Spitzen im letzten Jahr), muß sich die Weinwirtschaft hier Sorgen machen?
  • Weißwein (+), white wine (+), vin blanc (+)
  • Rotwein (-), red wine (+), vin rouge (+)
***
Leider wird dabei meiner Meinung nach aber viel zu wenig auf den Typus des Rosés eingegangen und alles über einen Kamm geschert.
Die Frage nach "Was macht den einen Rosé so besonders?", "Was unterscheidet ihn von anderen Weinstilen?", "Was sind die Eigenheiten dieser Weinart?", "Gibt es unterschiedliche Stilistiken beim Rosé oder sind eh' alle gleich?" wurdem noch nie gestellt und ihre Beantwortung noch nirgends gesichtet :-( - wieso nicht?
Stattdessen setzt der Fachhandel größenteils beim Rosé auf einen Mix aus Einfachheit, Unkompliziertheit - weil zu allem, immer und jedem passend - und Lifestyle.
Dies wird dem Roséwein aber bei weitem nicht gerecht! Schade! Auch wenn viele Weine genau dem Image der Einfachheit gerecht werden, so gilt auch hier: wer sucht, der findet (die Qualität)!
Meine eigene Sichtweise, was denn einen guten Roséwein ausmacht, habe ich im Zuge der 08er 11. Weinrallye kundgetan, für Interessierte hier nachzulesen.

So präsentiere ich hier mein "großes Finale" zum Them Roséwein - 12 Weine aus 3 Kontinenten und 6 Ländern.

Beginnen möchte ich gleich mit der erfreulichen Nachricht zum Thema heimische Rosés. Nachdem meine Bedenken mit den lokalen Vertretern schon mit dem Fritz'schen Pinot Noir weggespült wurden, freue ich mich, hier gleich noch einen absolut tollen Vetreter gefunden zu haben, übrigens ebenso wie jener vom Weingut Fritz ein Rosé aus Pinot Noir-Trauben :-)
  • Walter Buchegger, Rosé Pinot Noir 2008, Kremstal, nun wissen wir endlich, was aus den gepachteten Pinot Noir Weinberg geworden ist, von dem Walter Buchegger noch vor 2 Jahren so gar nicht wußte, was daraus werden soll (ob wir ihm das glauben sollen?), im Glas zeigt sich ein wundervolles Rosarot, exakter Match mit der Blüte unseres Oleanderbuschs, und ohhh, eine prachtvolle Nase mit provencalischem Einschlag, hat Tiefe und zeigt würzige Noten, mit einer appetitlichen Säure behaftet, zart himbeerig, leichte Herbe bei guter Struktur im Mund, von den feingliedrigen Gerbstoffen ist auch genügend zu schmecken, so muß es bei Rosé sein, sonst verliert er den Anspruch Teil von Rotweintrauben zu sein, blitzsauber, knochentrockenes Finish, wiederum mit gutem herben Rückgeschmack ausklingend! Danke Walter Buchegger (und Josef Fritz), ihr habt mir gezeigt, daß es doch noch österreichische Winzer gibt, die echten Rose mit Mundgefühlt zu erzeugen imstande sind! **(*)/***
Weiter mit den Weinen der Alten Welt..
  • Vina Vilano, Rosado 2007, Ribera del Duero, Spanien, 100% Tempranillo, kräftige dunkle Farbe, bereits mehr Rot als Rosa, feine und zart herbe Himbeeraromatik in der Nase, leicht kräuterwürzig, im Mund schöne Fruchtsüße mit gutem Volumen, hintennach wird der Wein von nerviger Säure getragen, knochentrocken im Abgang, wiederum eine neue stilistische Art des Rosés, die Struktur hat nichts vom Roten - wie zB. eine zarte Gerbstoffstruktur - mitbekommen, statt dessen lebt dieser Vertreter vom Spannungsfeld des Süße-Säure-Dialogs ähnlich einem Dessertwein, eignet sich bestens als Aperitif- & Terassenwein, *(*)/***
Herrliche Roséwelt Südfrankreich und bei - oder sollte ich besser sagen: nur bei - sorgsam bedachter Einkaufsquelle weit weg von der großen und belanglosen Masse des sommerlichen Rosé-Touristen-Schladerers!
  • Les Chemins de Bassac isa Rosé 2007, Côtes de Thongue, Languedoc, Frankreich, Lachsrot im Glas ist dieser Wein aus Grenache Noir, Mourvèdre und Syrah, der durch das Saignée-Verfahren hergestellt wird, wiederum ein typischer Rosé-Vertreter des Südens, feine rote Beeren in der Nase kombiniert mit einer angenehmen Herb- und auch Würzigkeit am Gaumen in Zusammenspiel mit einer erfrischenden Säurestruktur machen diesen zertifizierten Biowein zu einem Klassiker der Sommerterasse, um €7 mehr als ein gute PLV zeigend, *(*)/***, Notizen zum
    2005er
  • Domaine Saint André de Figuière, Rosé Grande Cuvée Vieilles Vignes 2007 Côtes de Provence, mit 50 % Mourvèdre, 25 %Cinsault und 25 % Grenache ein klassischer südlicher Rebsortenmix, herrliches Lachsrosa, sehr verhaltene Aromatik, fern jeder Primärfrucht, die Würze schlägt ein wenig durch, seidig rund und ohne Ecken, so wie ich es mir von einem Provenve-Rosé erwarte mit einer leicht herben Gerbstoffstruktur, in Summe sauber, aber unauffällig (das kann jedoch auch manchmal von unschätzbarem Vorteil sein), universeller Speisenbegleiter, aber fern einer eigenständigen Identität, in Anbetracht des Preises von €12 nur *(*)/***
  • Domaine de la Courtade, L'Alycastre 2007, Côtes de Provence, kräftiges Lachsrosa, fein ziselierter Fruchtbogen, feine frische Fruchtwürze, aus einem Guß, feine nervige Säure, sehr sauber, Cinsault, Grenache und Mourvèdre sorgen für unkomplizierten Sommer-Terrassen-Spaß, aber auch nicht mehr, *(*)/***
  • Château de Roquefort, Corail 2007, Côtes de Provence, Frankreich, der Vorgängerjahrgang setzte den Maßstab in Sachen Rosé - mal sehen!
    Eine herrliche Bio-Mischung aus Gre
    nache, Syrah, Carignan und (jaja, da sind sie wieder, die unvermeidlichen weißen Rebsorten im provencalischen Rosé) Vermentino sowie Clairette vom lt. Eigendefinition "halben Bayer" Raimond de Villeneuve Flayosc, zwiebelschalenfarben, eine hochfeine, verspielte und leicht parfumiert, ein Mix aus in Alkohol eingelegten roten Früchten gut durchzogen mit würzigen Komponenten, den Gaumen umschmeichelt eine stoffige Süße, die niemlas opulent wird, dem Wein aber gutes Volumen verleiht und im Dialog mit einer harmonische Säurebalance und dem trocken Abgang steht, zarte Gerbstoffnoten im Finish, so muß Provence-Rosé schmecken, hat Modellcharakter und bestätigt seine Pole-Position! **-**(*)/***
  • Mas Cal Demoura (2), Qu'es Aquo 2007 , AOC Coteaux du Languedoc, ein Saignée-Rosé haupsächlich aus Cinsault und Grenache mit ein wenig Syrah, Mourvèdre & Carignan , helles Rot (wie ein Vernatsch), verschwenderische Aromatik, rote Früchte im Überfluß, Himbeere, Erdbeere, rote Ribisel, die Würze ganz zart nur angedeutet, rinnt mit erstaunlichem Volumen über meine Zunge, feine Fruchtsüße, frische Säure im Abgang, leicht herb und würzig hintennach, ein seriöser Rosé mit Anspruch für den Abend, und das nicht nur im Sommer, überzeugend auf der ganzen Breite, **/***
  • Mas de Cadenet, Rosé 2007, Sainte Victoire, Côtes de Provence, meiner Verkostungsnotiz aus dem Vorjahr ist nur hinzufügen, daß die Würzekomponenten etwas in den Hintergrund getreten sind und die zarte Süße am Gaumen fast schon eine laszive Dimension erreicht haben, easy drinking, aber mit sowas von Spaß! **/***
***
Heuer war's einfach einmal zu verlockend über den Tellerrand der europäischen Rosés zu blicken und Vertreter der Neuen Welt zu testen. Summa summarum aber konnten sie aber meine doch einigermaßen hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Zu schwer(fällig) im Trunk am Gaumen, zu alkohollastig und damit zu unbalanciert präsentierten sich die Exemplare, sodaß ich getrost die Devise "die alte Welt kann's besser" ausgeben kann. Einige (Reserve)-Vertreter harren noch ihrer Degustation. Falls sich ein (nicht erwarteter, aber natürlicher möglicher) Meinungswandel vollzieht werde ich davon berichten, aber keine Abbitte leisten ;-)
  • Mulderbosch, Rosé 2008, Stellenbosch Südafrika, Rosé aus Cabernet Sauvignon-Trauben, leuchtendes Dunkelrosérot, die Nase eine originelle Mischung aus einem Wettstreit zwischen Kirschkompott und Campari-Orange - letztere Aromen gewinnen, viel Extrakt am Glas, süße Frucht gepaart mit einem herben Grundton, "ein Mundvoll Wein", frische Säure, unkomplizierter, sommerlicher Trinkspaß mit New-World-Winefeeling, *(*)/***
  • Farview Wines, Rosé Goates de Roam 2007,Western Cape (Paarl and Swartland), Südafrika, wer einen Blick auf die Zusammensetzung dieser Rosé-Cuvée wirft - aus Pinotage, Shiraz, Grenache, Gamay, Cinsaut, und Mourvèdre-Trauben - dem wird schnell klar, daß hier wohl ein Rhone-Verehrer am Werk ist. Fairview Eigentümer Charles Back folgte der humorvollen Anregung eines Weinliebhabers und so entstanden liebevolle Weinnamen mit Wortwitz, nicht ohne einen gewissen augenzwinkerndern Seitenhieb (nicht nur) auf Frankreichs Rhone! Kostprobe gefällig: Goat Rotie, Goats in Villages, The Goatfather, Don Goatti, .. . Köstlich!
    Jaja, wiederum diese "unnatürlich" intensive, weil eben bereits rote Farbe im Glas, ebenso die unvermeidliche Erdbeere, aber nicht intensiv, vielmehr auch Kirsch und vor allem Campari-Noten, harmonisch rund im Mund und balanciert auf der Zunge, durchaus anspruchsvolle, weil mit Gerbstoffen versehene Stilistik, zart-herbes Bitterl im Abgang, ermöglicht trotzdem ein easy-drinking, und ja, ich mag die Ziegen :-) *(*)/***
  • Leyda, Single Vinyard Rosé Pinot Noir 2008, Chile, Farbton nach roten Ribiseln, intensive Aromatik in der Nase, wenig Himbeere, mehr Kirsch und noch mehr Wacholder, der aber am nächsten Tag überhaupt nicht mehr präsent ist, mittelgewichtig, auf der Zunge und im Abgang dominiert der Alkohol, die 14 Vol. % wirken fast brandig im Nachhall, ein richtiger Afterburner, am zweiten Tag dann deutlich ziviler, ein wenig Martini-Rosato-Feeling, am Gaumen dabei aber immer trocken und nicht süß, zu einer Südtirolerjause ganz ordentlich, aber definitiv nichts für die Sommerterrasse, soferne nicht gewollt, daß die Gäste nach dem ersten Glas wegkippen, */***
  • Valle Perdido, Rosé Malbec 2008, Patagonien, Argentinien, intensives Kirschrot mit einem orangen Leuchtstift übermalt ;-), intensive Aromatik, Sauerkirschen mit überlagerten Zitruszesten, die Würze kommt erst nach intensiven Luftkontakt, zeigt ein gutes Volumen, alle Rosé-Komponenten (Frucht, Würze, Säure) sind vorhanden, der herbe Abgang macht ihn auch als Aperitif geeignet, und doch kann sich dieses Exemplar nicht so richtig entscheiden, wirkt im Süß-Sauer-Dialog gefangen, die Zitrusnoten sind manchmal penetrant vordergründig und treiben einem auf der Sommerterrasse fast den Schweiß auf die Stirn, jedenfalls eine neue, eigenwillige Rosé Stilistik, gekonnt vinifiziert, *(*)/***

Zum Schmökern alle bisher zum Thema Rosé gepostete Beiträge. Noch gibt's ja einige Sonnentage, welche durchaus Lust auf eine rosarotes Glas machen können.. .

Samstag, 3. Oktober 2009

Septemberweinliste

  • Weingut Josef Fritz, Roter Veltliner Steinberg 2007, Wagram, strohgelb, hochfeine Nase mit verwobenen Holznuancen, reife Textur, Biskuit, zart nussig, zeigt ein feines Volumen am Gaumen, wirkt aber zu keiner Zeit überladen, cremige Textur, balanciert, etwas breit im Abgang, hat Potential für Jahre, **/***
  • Schloß Gobelsburg, Grüner Veltliner Renner 2006, Kamptal, kräftiges Strohgelb im Übergang zum Gold, exotische Noten, allem voran kandierte Ananas, verändert sich mit der Zeit zu reifer Birne, offeriert ein fokussiertes Mundgefühl, im feinen Dialog zwischen weitem Fruchtspiel und gebündelter Mineralik, dichte Textur, fast ein wenig zu trockener Abgang, aber das ist bei diesem wirklich feinen Exemplar nur eine persönliche Anmerkung, gute Länge, **/***
  • Weingut Giefing, Pinot Noir Cavallo 2003, Rust, Neusiedlersee-Hügelland, zeigt bereits eine gereifte Farbe Richtung ziegelrot, herrlich verwobene Nase, anfangs gedörrte Früchte, ein wenig Rumtopf, gute Holzintegration, auf seine Grundstrukturen reduziert, für einen Wein aus dem Hitzejahr 2003 recht lebhafte Säure, balsamische Noten, Teer, balancierter Abgang, gelungenes Exemplar, hat für mich jedoch mehr Affinität zu einem klassischen Rioja Riserva als zu Pinot Noir, jedenfalls hochelegant, **-**(*)/***
  • Weingut Christ, Weißburgunder "Der Vollmondwein" 2007, Wien, helle, fast "weißlich" durchsichtige Farbe, nur anfangs ein wenig Biskuit, dann übernimmt sofort die Zitrusfrucht das Kommando, harmonisch, mit deutlicher Mineralik am Gaumen (neben der Zitrone!), balanciertes Säurespiel, trinkfreudiger Wein, der in diesem Jahr aber die Sortentypizität vermissen läßt, *(*)-**/***, Verkostungsnotiz 2005
  • Maglock-Nagel, Grüner Veltliner Gaisberg 2006, Kremstal, kräftiges Strohgelb, anfangs diffuse Nase, welche sich aber mit Luftzufuhr deutlich einem reifen Sortenvertreter annähert, gelbfruchtig und tabakkig, mollig rund am Gaumen mit feinem Süssecharme, in Summe recht balanciert, hat sich wacker gehalten, wenn man bedenkt, daß die Weine aus diesem Haus sich immer sehr früh in Trinkform präsentieren und auch der allgemeine Vinifikationsstil reduktiv und fruchtbetont ist, *(*)-**/***
  • Weingut Aigner, Grüner Veltliner Weinzierlberg 2007, Krems, helles Strohgelb, sehr "veltlineske" Nase, reife Birne gepaart mit zarter Würze, am Gaumen sehr straff, nervige Säure, zeigt eine sehr schlank Statur, spritziger Terassenwein, sauber und unkompliziert, *-*(*)/***

Dienstag, 29. September 2009

Weinrallye #27 - Tankstopp

Weine von der Tankstelle? Zugebenermaßen eine vom Thema sehr ungewöhnliche 27.Weinrallye, die Rallyevater Thomas vom Winzerblog da vor einigen Tagen und für die meisten überraschend, weil so kurzfristig, angekündigt hat.

Die Tankstellen dienen wohl nicht wirklich als Reservoir des qualitativen Weingenusses. Die einfache und logische Folge auf die Frage nach dem Zielpublikum. Ein paar Singles und Workaholics, denen die üblichen Ladenöffnungszeiten zu knapp werden, auf der Suche nach Fertiggerichten, Stammkunden der Tankstellen-Beisln, die sich auf dem Nach-Hause-Weg noch mit einem gekühlten Six-Pack eindecken und Jugendliche, denen ihr am Samstag nachmittags im Diskonter eingekaufter Fusel bei der Party wieder Erwarten doch schon um 22:00h zur Neige geangen ist, .. .
Letzteres sicherlich mit ein Grund für das nächtliche Alkoholverkaufsverbot, das ab nächstem Jahr in Baden-Württemberg in Kraft tritt. Ob's hilft bzw. der richtige Weg ist, sei hier einmal dahingestellt - obwohl eine bewußtseinsbildende Diskussion darüber schon mal hilfreich wäre, aber selbst von dieser sind wir in Österreich weit entfernt.

Wenigstens wurde in den letzten Jahren seitens der Mineralölketten investiert, um die "Minisupermarktbereiche" ansprechend zu gestalten, denn ohne das Zubrot in Form von Zeitschriften, Getränke und Lebensmittel reicht der Profit der Pächter nicht für's Überleben. Und die anfangs horrenden Aufschläge sind in der Zwischenzeit durchaus für's Geldbörserl verträglich auf ein akzeptables Niveau gesunken.

Einen diesbezüglich ansorechenden Betrieb habe ich in 5-minütiger Reichweite. Die Hoffelner-Avia-Tankstelle (in Linz-Urfahr) und deren Bistro Julia war schon öfters auch unsere abendliche oder sonntägliche Rettung bzgl. Obers, Milch und frischem Gebäck.
Auch die Weinauswahl unterscheidet sich wohltuend vom Diskont-Einheitsbrei der Konkurrenz.
Die Weingüter Wohlmuth, Polz und W. Skoff vertreten die Südsteiermark, Iby, Hans Nittnaus, Gesellmann, Markowitsch, Tschida Angerhof (Süßwein) und Lenz Moser das Burgenland und auch die Namen des Kamptals spielen in der obersten österreichischen Weinliga: Buchegger, Schloß Gobelsburg und Jurtschitsch.
Naturgemäß sind es nur die Basis und Einstiegsweine der Weingüter, aber immerhin zeugt die Auswahl von überlegtem Vorgehen. Die Low-Budget-Marken Weißer & Roter Storch bzw. Servus sowie die obligatorische Austromagnum - der Doppler (Doppelliter) - runden das Angebot ab.

Trotz dieser positiven Tatsachen haben mich drei Umstände von einem Einkauf abgehalten.
Zum einen ist es im Gebäude ziemlich warm, zweitens die Neonbeleuchtung im Hintergrund für die Weine nicht von Vorteil - begünstigt den Weinfehler des Käseln, aber hier steht sicher der Aspekt einer ansprechenden Präsentation im Vordergrund - und drittens sind die Weine nicht vom aktuellen Jahrgang - was für mich per se keinen Ausschließungsgrund darstellen würde, sehr wohl aber in Kombination mit den ersten beiden - auch wegen der vermuteten niedrigen Umschlagshäufigkeit.
Zum Glück habe ich einen der Weine aus der Tankstelle bei mir im Keller :-)

Schloßweingut Gobelsburg, Riesling vom Urgestein 2007, Kamptal, helles Strohgelb mit grünem Einschlag, eine frische Säurepikanz durchströmt meine Nase, viel Zitrus, weiße Blüten, aber auch etwas mineralische Noten in Form von "staubigem" Gestein, zart parfümiert, eine rassige Säure trifft den Gaumen, nervig, pointiert, vielleicht für einige schon eine Spur "zuviel des Guten", guter Extrakt, wiederum die Zitrone, alles in Balance, ein idealer Aperitif und Sommerterassenwein, der bei vergnüglichen 12% Vol. mit einem feinen Geschmacksprofil mit Anspruch brilliert, *(*)-**/***

Konklusio:

Lieber als Wein von der Tankstelle habe ich eine Tankweinstelle (1|2|3|4) ;-)

Freitag, 18. September 2009

Spinatwein

Heureka, endlich habe ich ihn gefunden, den richtigen Spinatwein!

Nun ja, nicht das die Welt darauf gewartet hätte - und die große Erkenntnis ist das nun auch wieder nicht. Es stellt sich nämlich schon die Frage: Muß es denn wirklich zu allen Gerichten einen passenden Wein geben? Ich meine nein! Schließlich soll ja für die restlichen Getränke auch noch was übrigbleiben ;-)

Aber trotzdem - es gibt es da so eine Handvoll "sonderbare" Gerichte, zu denen die Kombination mit Wein als schwierig angesehen wird, zB. Suppen, Salate, Eierspeise, ..
Eigentlich habe ich bisher auch nie das Bedürfnis gehabt, zu Spinat(haupt)gerichten Wein zu trinken. Diesmal aber habe ich eine Flasche offen gehabt, die mir als Solo- bzw. Apertifwein nicht so wirklich Freude bereitet hat. Und kurz vorm Essen habe ich mir gedacht, daß ich mit diesem Wein einen Versuch mit Spinat wagen kann - ja mehr noch - ich mir eigentlich erwartet habe, daß diese Kombination eine harmonische Einheit bildet. Und so war's dann auch!

Weingut Josef Umathum, Sauvignon Blanc Joiser Hackelsberg 2007, Neusiedlersee, klares Strohgelb, sehr verhaltene Nase, braucht viel Zeit um aufzutauen um dann den grün-grasige Typus zu offenbaren, grüner Paprika, Stachelbeere, die anfangs riechbaren Brennesseltöne verschwinden bald, zeigt überraschend ein gutes Volumen am Gaumen, aber leider lasch in Abgang, fehlender Biß und Säure für einen auf kalkhaltigem Boden gewachsenen Wein, im Gesamteindruck unaufdringliche Aromatik für eine normalerweise expressive, zuweilen gar laute Rebsorte, *-*(*)/***

So richtig zufrieden war ich mit diesem Wein aufgrund seines "lauen" Abgangs nicht. Gerade bei den "schmeckerten" Rebsorten bevorzuge ich Präzision in Form von messerscharfe Konturen und eine fokussierte, nervige Säurestruktur. Diese Eigenschaften bilden meiner Meinung nach ein notwendiges Gegengewicht zur intensive Note von Muskateller, Sauvignon Blanc & Co..

Bildquellennachweis: lamiacucina
Robert's Spinat-Champignon-Gratin ist nicht nur lecker & einfach nachzukochen, sondern bzgl. Spinat auch das ansprechendste Bild im Internet

Um zu Spinat zu harmonieren darf jedoch die Säure und der Eigengeschmack des Weines nicht zu ausgeprägt sein. Ein klassischer, etwas breiter angelegter Chardonnay, gerne auch der eher milde Neuburger oder ein Weißburgunder im Prädikatsbereich kann ich mir ebenfalls gut zu dem grünem Gemüse vorstellen, wobei - ich wiederhole mich - nicht immer mit Wein kombiniert werden muß.

Obwohl zu Spinat, da fällt mir auch nicht's Passenderes ein.. .

Mittwoch, 16. September 2009

Verschlußsache Wein - Das Ärgernis mit dem Vino-Lok

Aus Konsumentensicht liebe ich die alternativen Flaschenverschlüsse, wenngleich auch nicht alle im selben Maße. Wie sehr ich mich inzwischen an Schrauber & Co gewohnt habe, ist mir letztes Wochenende bewußt geworden, als ich wieder einmal eine Falsche mit deutlichem Kork geöffnet habe. In der Vergangenheit erzeugte das meistens eine Mischung aus Ärgernis, Enttäuschung und Wut über den Verlust des vielfach nur als Einzelflasche vorhandenen Weins. Dieses eine Mal jedoch freute ich mich direkt, daß ich in den letzten Monaten von Korkproblemen verschont geblieben bin. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich eigentlich gar nicht an den letzten Korkler zurückerinnern - und das ist doch ein gutes Zeichen, auch wenn nachwievor gilt: jede Flasche mit Korkbeeinträchtigung ist eine Flasche zuviel!

In letzter Zeit habe ich vermehrt Flaschen mit Vino-Lok-Glasstöpsel in der Hand. Ich bin von diesem Produkt jedoch nicht wirklich überzeugt. Zugegeben, es sieht hochwertiger als die verschraubte Variante (Stelvin) aus, hat jedoch gegenüber dieser in seiner Handhabung meiner Meinung nach einige Nachteile.

  1. Zum einen sind fast nur Vino-Lok mit einem AluCap-Sicherungsverschluß am Markt. Das mag zwar edel aussehen - angepriesen wird das mit den Worten "bietet den entscheidenden Mehrwert für das Weinmarketing" - ist aber unpraktisch zum Öffnen, weil sich eben nicht bei jedem Exemplar wie abgebildet die AluCap einfach abdrehen läßt.
  2. Daß es auch eine Variante mit Anrollkapsel gibt, habe ich erstmalig auf den Produktseiten von Closure Systems erfahren. Im Handel ist mir dieser Exot noch nirgendwo begegnet.
    Alu-Anrollkapseln lassen sich zumeist leicht aufdrehen, die Kunststoffvariante mit integriertem Aufreißfaden wäre allerdings noch einen Tick praktischer, im Hygieneverhalten wahrscheinlich besser - weil enger anliegend und somit "dichter" - günstiger in Herstellung und zudem umweltfreundlicher.
  3. Die Toleranzen zwischen dem Flaschenhals und der Kunststoffdichtung des Stöpsels variieren - aus welchem Grund auch immer (Toleranzen, Hersteller, ..). Es gibt Exemplare, die halten bombenfest - zu fest, auch wenn der Stöpsel durch den Zapfen im Flaschenhals "gesichert" ist - und dann wieder andere, die sitzen locker, sehr, sehr locker.
  4. Auch bei jenen mit festem Sitz des Vino-Lok habe ich (zu) wenig Vertrauen in den Halt, um eine angebrochen Flasche horizontal im Kühlschrank aufzubewahren, auch wenn die Dichtheit perfekt ist.
    Nicht auszudenken, was meine liebe Renate mit mir anstellen würde, falls das Ding nicht hält ;-) - ich probier's erst gar nicht aus.
  5. Alle vorgenannten Punkte beruhen natürlich auf meiner eigenen Erfahrung und sind - na klaro - rein subjektiv. Objektiv andererseits, gibt's alle diese Punkte bei einem Schrauber *nicht* und ergo dessen ist der Stelvin mein klar präferierter Verschluß.
Würd' mich brennend interessieren, welche Erfahrungen der Rest der Weinfreunde so gemacht hat - Kommentare sind erwünscht!

Bisher zum Thema im gleinahmigen Verlag erschienen:
Neue alternative Flaschenverschlüsse | Stelvin ohne Fehl-und-Tadel? | Böser Schraubverschluß

Bildquellennachweis: Vino-Lok.de

Montag, 14. September 2009

PJK - 2 x "L" & 1 x "Q"

Ich habe mit den ersten Flaschen so meine Schwierigkeiten mit Peter Jakob Kühns Weine gehabt, fiel doch meine Begegnung mit seinen Weinen gerade in die Zeit der Umstellung vom Hightech-Winzer auf biodynamische Bewirtschaftung. Gut, daß diese vollzogen wurden, denn inzwischen weiß ich die Weine des Rheingauer Winzers aus Oestrich zu schätzen - vor allem werden diese von Jahr zu Jahr kontur- und finessenreicher.
Die verkosteten Exemplare stammen aus der 150ha großen Oestricher Einzelage Doosberg, welche Teil der Großlage Gottesthal ist und auch die bekannte Lage Lenchen enthält. Der Quarzit ist dabei eine Cuvée aus verschiedenen Teilbereichen des Doosbergs, wohingegen der "L" aus einem Weinbergsbereich mit der alte Katasterbezeichnung Landgeflecht - einem aus geflochtener Weide gegen Tierfraß geschütztem Teilbereich - stammt. Die 2 Trauben sind ein Hinweis auf die Traubenqualität im Spätlesebereich.
  • Peter Jakob Kühn, Riesling 2 Trauben "L"andgeflecht 2005, Oestrich, Rheingau, sattes Goldgelb, ein prachtvolle, sehr expressive Nase, Honig, Bergkräuterwürze, fast wie eingedickter Almdudler, ebenso am Gaumen, weitmaschiges Fruchtspiel, voll, aber nicht üppig, strahlt eine gewisse Gelassenheit und Souveränität aus, extraktreich, von einem weichen Säuregerüst umrahmt, Schmelz, ein hedonistisches Exemplar mit langem Abgang, **/***
  • Peter Jakob Kühn, Riesling 2 Trauben Quarzit 2006, Oestrich, Rheingau, kräftiges Strohgelb, straffe Nase, schlank, eine herrliche Kräuterwürzigkeit entspringt dem Glas, mittelgewichtig, hat Spiel am Gaumen, in Summe etwas schlanker, aber das steht dem Wein recht gut, auch trockener, mit packender Mineralität auf der Zunge, im Abgang Zitrusfrucht, feines Säurespiel, straffer, forscher, fordernder, nerviger als der "L" und ebenfalls rundherum gelungen, so macht Riesling Spaß! **-**(*)/***
  • Peter Jakob Kühn, Riesling 2 Trauben "L"andgeflecht 2006, Oestrich, Rheingau, strahlendes Goldgelb, anfangs pure Feuersteinaromen, welche dann einer Würzigkeit weichen, wirkt sehr offen und zugänglich, das bestätigt dann auch der erste Schluck, knisternde Mineralik auf der Zungenspitze, zeigt eine feine Balance zwischen Zugänglichkeit und Straffheit, ich könnte auch innere Harmonie als Synonym verwenden, spannend, mittellanger, wiederum kräuterwürziger Abgang, fein-fein, **-**(*)/***
Allesamt jedenfalls tolle Weine mit einer ganz eigenen Identität und Aromatik. Hervorragend geeignet für den Genuß im Rahmen der letzten warmen Tage. Und als Erinnerung an einen vor 2 Jahren im Rheingau (arbeitsam!) verbrachten österreichischen Nationalfeiertag ;-)

Sonntag, 13. September 2009

Weinrallye?

Was ist eigentlich mit dem Aufruf zur nächsten, der 27. Weinrallye? Und vom Organisator Thomas habe ich auf seinem Blog auch schon lange nichts mehr vernommen? Habe ich was verpasst?

Sommerende?

Wie schnell wieder einmal der Sommer zu Ende gegangen ist! Eben erst begonnen - so geht's vielen jedes Jahr - läßt sich dieser mentale Irrtum leicht durch einen Blick auf das Außenthermometer und auf's Kalenderblatt bereinigen.

Aber noch sind einige laue Tage dabei, an denen man sein Weinherz u.a. mit Rosé und Sauvignon Blanc (bei einer zünftigen Jause) erfreuen kann und sich ein Stück Glück des Sommers mitnehmen darf. Und solange die Blätterverfärbung noch nicht eingesetzt hat, besteht ohnehin noch Hoffnung..
..solange man sich nicht die täglichen Prognosen der Wetterfrösche im Fernsehen ansieht! Und die können getrost ausgelassen werden, da ihre mittelfristigen "Wahrsagungen" ohnehin des öfteren irren.

Also raus in die Natur, die zahlreichen Angebote des Weinherbstes wahrnehmen und das eine oder andere gute Glas im Freundeskreis genießen..

Sonntag, 6. September 2009

Urlaubs(Juli+ August)-Weinliste

Die Sommeraktion mit -50% einer österreichischen Weinhandelskette ließ mich zu 2 angepriesenen Flaschen um €6 greifen - und eine davon konnte sogar richtig überzeugen :-)
  • Château d'Or et de Gueules, Cuvée Classique 2006, Costières de Nîmes, ein junges von der Agrarökonomin Diane de Puymorin geführtes Weingut, jugendliches Violett, brauchte ein paar Stunden um sich zu entfalten und dankt es dann mit Aromen nach Heidelbeeren, würzig unterlegt, saftig, aber auch mit Finesse, mittelgewichtiger Körper, gute Balance, wiederum würziger Abgang, reife Gerbstoffe, easy to drink, aber mit Stil, nicht umsonst mit einer Goldmedaille prämiert, feiner Stoff, wenn der jetzt noch einen Schrauber anstatt dem leidigen Kunststoffkorken hätte.. , **/*** um preiswerte €6
  • Cellers Baronina del Monsant, Flor d'Englora 2006, Monsant (Tarragona), Spanien, eine Cuvée aus 2/3 Grenache und 1/3 Carignan mit einem Schuß Merlot und Syrah, mitteldichtes Violett, eher verhaltene Aromatik, fein würzig, etwas rot-schwarze Beeren am Gaumen mittelgewichtig mit Fruchtsüße, eher kühle Noten zeigend, kein Heißsporn, feines Tannin, gewinnt mit Luftzufuhr an Volumen, herb im Abgang, alles in allem balanciert und sauber gemacht, gefällige, moderne Stilistik mit einem guten PLV, *(*)/***
***
  • Weingut Weixelbaum, Grüner Veltliner Selection Stephanus DAC 2008, Kamptal, das ist der "Einsteigerveltliner", der mir immer eine Menge Spaß macht, da er in seiner Entwicklung den anderen Weinen des Weinguts immer eine Spur voraus ist; er ist für das Trinken im Jungweinstadium gemacht, kommt somit den (österreichischen) Bedürfnissen zu Gute, frische Apfel- & Zitrusaromen, zeigt sich balanciert, mit gutem Mundgefühl, sauber, unkompliziert und süffig zu trinken, *(*)/***
  • Kummer-Schuster, Cuvée Rot vom Heideboden 2006, Neusiedlersee, hat seine Fruchtcharme derzeit etwas beiseite gelegt, wirkt ein wenig spröde, herb, dabei aber mit einer guten Konzentration, zuwarten, befindet sich gerade in der Metamorphose...
  • Weingut Aigner, Grüner Veltliner Sandgrube 2008 DAC, Krems, helles Strohgelb mit grünen Reflexen, pointierte Würze, Apfelaromatik, eine unglaubliche mineralische Textur rinnt da über meine Zunge, fast unangenehm intensiv, bei jedem Schluck muß ich mich auf's Neue an diese gebündelte Aromatik einstellen, dieser Wein will bewußt getrunken werden, im Abgang dann überraschend homogen, hat nichts mehr von seiner anfänglichen Schneidigkeit, dafür eine feine Salzigkeit im Abgang, gelungen und um €7 ein wahres Meisterstück, **-**(*)/***
  • Stift Göttweig, Grüner Veltliner Gottschelle 2007 DAC Reserve, Kremstal, unter den Fittichen von Fritz Miesbauer vom Weingut der Stadt Krems vinifiziert (siehe auch Weinrallye #12 - In Gottes Namen), sattes Farbspiel Richtung Gold, kräftiges Nasenspiel, üppige Reife, fast zuviel des Guten, Banane, gelbe Früchte, auch Tabak, harmonisiert sich aber mit der Sauerstoffzufuhr, saftige Stilistik, hat einen gewissen hedonistischen Einschlag, vollmundiger Wein und ordentlicher Kraftlackel, *(*)/***
  • Walter Buchegger, Grüner Veltliner Pfarrweingarten 2006, Kremstal, strohgelb mit leicht grünem Schimmer, auch grüner Apfel anfangs, dann jedoch sofort die Reife der gelben Früchte, Banane, aber auch zarte Exotik, die Zunge harmonisch cremig umschmeichelnd, mit einem perfekten Säurespiel, am dritten Tag dann fokussiert und dicht, konzentrierte, die Mineralik dominiert, wie immer qualitätsmäßig eine sichere Bank, **/***